Schülerwettbewerbe: Eine Woche lang in Firmen an Projekten arbeiten

Von: Nina Leßenich
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Sind schon in mehreren Wettbewerben erfolgreich gewesen (v.l.): Die Oberstufenschüler Sokol Belegu, Andreas Schmidt und Julian Podzka von der Waldschule haben bereits an der Internationalen Chemie-Olympiade und an „Pro8“ teilgenommen. Foto: Nina Leßenich
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Überzeugt vom Konzept der Wettbewerbe: „Antalive“-Vorsitzende Brigitte Capune-Kitka. Foto: Nina Leßenich

Eschweiler. Wie funktionieren Photovoltaik- oder Windkraftanlagen? Wie kann man ein Produkt in den Einzelhandel bringen? Und wie funktioniert ein Feinstaubfilter? Diesen und vielen weiteren spannenden Forschungsfragen können Oberstufenschüler der Gesamtschulen und Gymnasien im Schülerwettbewerb „GoIng & GoJob“ auf den Grund gehen.

Vom 15. bis zum 22. Juni arbeiten die Schüler und Schülerinnen in gemischten Gruppen an realen Projekten in zehn verschiedenen Unternehmen in der Region mit. Mit dabei sind unter anderem der TÜV Nord, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW und die Weyergans High Care AG.

„In der Oberstufe haben die Schüler selten eine Ahnung, was sie nach dem Schulabschluss machen wollen“, sagt Brigitte Capune-Kitka vom Verein Antalive, der die Wettbewerbe organisiert. Ziel des Projektes sei es daher besonders, den Jugendlichen zu zeigen „wie spannend ein Ingenieurberuf sein kann“.

Während der Projektwoche betreuen die teilnehmenden Firmen die Schülern daher mit realen Aufgabenstellungen aus der beruflichen Praxis. Das Ziel für die Schüler: Einen Lösungsansatz entwickeln – und zwar ohne Hilfe der Firmen. „Der Wettbewerb ist dabei für beide Seiten interessant“, erklärt Capune-Kitka. Für die Firmen sei es spannend, Projekte an die Schüler abzugeben und so völlig neue Ideen geliefert zu bekommen, und auch die Schüler profitieren von den Erfahrungen im Berufsalltag. „Sie lernen nicht nur das ingenieurwissenschaftliche Arbeiten kennen, sondern werden durch die Teamarbeit auch automatisch in Aspekten wie Teambuilding, Sozialkompetenz oder Präsentationskompetenz geschult“, sagt sie. Letztere ist besonders bei der Abschlusspräsentation am 22. Juni gefragt, bei der alle Gruppen ihre Projekte vor einer Jury präsentieren.

Auch für Schüler, die sich im Bereich IT austoben möchten, gibt es ein entsprechendes Angebot: Vom 17. bis zum 24. Juni findet nach dem gleichen Prinzip der Wettbewerb „GoIT“ statt. Mit dabei sind sechs verschiedene Firmen, auf dem Plan stehen Themen wie das Benutzen von Sozialen Netzwerken auf der „Google Glass“ oder App-Programmierung. „Viele Schüler wissen gar nicht, welche Aufgaben IT-Firmen überhaupt lösen“, erklärt Brigitte Capune-Kitka. Der Wettbewerb sei daher eine wunderbare Gelegenheit, Schülern einen Einblick in das Berufsfeld zu ermöglichen.

Wie sehr man von der Teilnahme an solchen Wettbewerben profitieren kann, wissen auch Julian Podzka, Andreas Schmidt und Sokol Belegu. Die drei Oberstufenschüler der Waldschule haben bereits erfolgreich an mehreren ähnlichen Wettbewerben teilgenommen – zuletzt am Wettbewerb „Pro8“, bei dem sich Schüler mit Studierenden der FH Aachen messen.

In der Woche vor den Osterferien sind insgesamt zwei Teams von je acht Schülerinnen und Schülern gegen Maschinenbau-Studenten aus dem vierten Semester angetreten. An fünf Tagen musste eine anwendungsorientierte Aufgabenstellung aus der Industrie möglichst optimal gelöst werden – in diesem Jahr sollte beispielsweise eine Produktionshalle so gestaltet werden, dass die Arbeitsbedingungen für das Personal möglichst ideal und der Produktionsoutput möglichst hoch sind.

Eine durchaus machbare Aufgabe, wie die drei Schüler finden. „Unsere Konzepte waren den der Studierenden sogar ziemlich ähnlich“, erzählt Julian. In einigen Dingen hätten sie sogar besser abgeschnitten: „In der Rechtschreibung waren wir besser“, sagt Julian lachend. „Auf den Plakaten der Studenten waren mehr Fehler als auf unseren!“ Dafür habe ihrem Konzept aber natürlich der ingenieurwissenschaftliche Hintergrund gefehlt.

In jedem Fall sei die Woche anstrengender gewesen, als eine reguläre Schulwoche, erzählt Julian. „Man beschäftigt sich den ganzen Tag mit seinem Thema, auch Abends noch, wenn man eigentlich frei hat. Wir machen das also nicht, um schulfrei zu haben“, sagt er lachend.Gerade deshalb hätten er und die anderen beiden Jungs aber viel gelernt. „Besonders gut fand ich, dass wir unseren Arbeitstag selbst gliedern konnten“, findet Sokol. „Das war besser als in der Schule, weil man Pausen machen konnte, wenn man eine brauchte und nicht mehr kreativ war!“ Für Julian ist es auch hilfreich gewesen, in den Wettbewerben unterschiedliche Arbeitswelten kennenzulernen. „So können wir herausfinden, was uns am Besten gefällt und am meisten Spaß macht“, sagt er. Den nächsten Berufstest machen die Jungs dann beim „GoIng“-Wettbewerb – dann heißt es für sie arbeiten beim TÜV.

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