Schüler zeigen Autofahrern Gelbe Karte

Von: Sonja Essers
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Die Autofahrer auf ihre Fehler aufmerksam machen? Das ist gar nicht so schwer. Das merkten auch die Schüler der KGS Don Bosco schnell und verteilten mit dem Verkehrssicherheitsbeauftragten der Polizie, Uli Schellin, fleißig Smileys. Foto: Sonja Essers
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Die Polizisten sorgten dafür, dass die Schüler ordentlich zu tun bekamen und maßen die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer. Foto: Sonja Essers

Eschweiler. Der Wind pfiff und es war kalt. Schal, Handschuhe und Mütze waren am Dienstagmorgen nicht nur für Kinder, sondern auch für Polizisten ein absolutes Muss. Das Wetter machte den Schülern der Katholischen Grundschule (KGS) Don Bosco allerdings nichts aus. Schließlich hatten sie eine Mission, die sie unbedingt ausführen wollten: „Wir müssen Autofahrer anhalten“, sagte eine Schülerin mit einem Grinsen im Gesicht.

Im Rahmen des Verkehrstages, der am Dienstag in der Städteregion stattfand, wurden auch in der Indestadt fleißig Autofahrer kontrolliert. Diesmal hatten die Polizisten allerdings Verstärkung. Mit von der Partei waren 14 Dritt- und Viertklässler der KGS Don Bosco Schule, die fleißig halfen.

Die Schüler verteilten nicht nur Smileys an die Autofahrer. Wer in der 30er Zone an der Hehlrather Straße zu schnell fuhr, bekam ein Smiley mit einem bösen Gesicht, wer sich an die Geschwindigkeit hielt, durfte sich über ein lachendes Gesicht freuen. Auch Lob und Kritik brachten die Kinder, die in zwei Gruppen eingeteilt waren, an. „Ich habe einem Autofahrer gesagt, dass es gut ist, wenn er ordentlich fährt, weil hier Kinder zur Schule gehen“, erklärte eine Schülerin.

Warum solch eine Aktion überhaupt nötig ist? Ganz einfach: Schließlich kommt es auch in der Indestadt immer wieder zu Unfällen an denen Kinder beteiligt sind. Diese passieren nicht nur an Hauptverkehrsstraßen, sondern auch auf dem Schulweg (wir berichteten). Auch rund um den Grünen Weg sei immer viel los, meinte Verkehrssicherheitsberater Uli Schellin. Am Dienstagmorgen hielt sich das Verkehrsaufkommen jedoch in Grenzen. „Wir sind selbst überrascht, dass zu dieser Uhrzeit so wenig los ist“, so Schellin.

Bevor die Kinder die Smileys an die Verkehrsteilnehmer brachten, mussten sie sich erst einmal dazu überwinden diese auch anzusprechen. „Ich habe schon Angst, weil ich die Leute ja nicht kenne“, sagte eines der Kinder. Doch natürlich ließen die Polizisten die Kleinen nicht allein. Schellin war stets an der Seite der Schüler und machte sie darauf aufmerksam, dass diese Situation eine absolute Ausnahme darstellt. „Man darf niemals an ein fremdes Auto gehen“, sagte er und fügte hinzu: „Ihr dürft das heute nur machen, weil die Polizei dabei ist.“

Nachdem sich das erste Kind überwunden hatte, ging es so richtig los und die Schüler hatten sichtlich Spaß an der Aktion. „Können wir nicht mal einen Porsche anhalten?“, wollte eine Schülerin wissen und ein anderes Kind meinte: „Wir müssen auch mal Frauen anhalten, bisher waren es ja nur Männer.“ Besonders gelacht wurde bei folgender Vorstellung: „Stellt euch vor, wir halten eine Lehrerin von uns an“, meinte eines der Mädchen und es wurde laut gekichert.

Dann wurde es allerdings still, sehr still. „Wir müssen jetzt ein böses Smiley verteilen“, flüsterte eines der Kinder seinen Mitschülern aufgeregt zu. Eine Autofahrerin war ein wenig schneller unterwegs und wurde von den Schülern darauf aufmerksam gemacht. Natürlich zeigte die Dame Einsicht und versprach Besserung. „Sie hat gesagt, dass sie beim nächsten Mal langsamer fährt. Das war ein Versprechen, und ein Versprechen muss man auch halten, weil man sonst böse ist“, stellte eines der Kinder fest.

Dann ging es für die erste Gruppe zurück in den Klassenraum. „Können wir nicht noch ein bisschen weitermachen?“, wollte eine Schülerin wissen. Das war jedoch nicht möglich. Schließlich warteten schon die nächsten Schüler auf ihren Einsatz.

Auch der zweiten Gruppe musste Schellin erst die Angst nehmen. „Es kann euch gar nichts passieren, wir sind bei euch“, meinte der Verkehrssicherheitsberater und verteilte mit den Schülern fleißig Smileys. Schnell hatten sich die Kinder an die neue Situation gewöhnt und liefen zur absoluten Höchstform auf. Viel zu schnell ging der Spaß allerdings vorbei und nach einer kleinen Stärkung mit warmem Kakao ging es zurück in die Schule. „Ich fand es toll, dass wir das man machen durften“, war das Fazit der Schüler, die in den kommenden Wochen wieder auf Schellin und seine Kollegen treffen werden. Schließlich steht dann die Radfahrprüfung an.

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