Schüler wandeln auf Beethovens Spuren

Von: ran
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Interpretierten „Every Step i
Interpretierten „Every Step i take” und begeisterten mit diesem Titel das Publikum: Marina Meisinger und Miriam Augusto. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Musik fasziniert und inspiriert! Vor allem mit ihrer Vielfältigkeit bringt sie Menschen zusammen! Doch manche „Kombinationen” scheinen ungewöhnlich. Jugendliche und Klassik? Na klar!

Dass damit zwei Welten aufeinanderprallen, die durchaus zusammen passen, bewiesen nun die Schüler der Städtischen Gesamtschule während ihres Kulturfestes. „Freude, schöner Götterfunken!” lautete die Überschrift, und dieser Abschnitt aus Beethovens 9. Sinfonie zog sich durch das gesamte Programm, in dem auch Rock- und Popmusik sowie Tanz nicht zu kurz kamen und das selbst Zeit für einen humorvollen Abstecher in die 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ließ.

Auslöser des Kulturfestes war die Teilnahme am vom Landesministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport sowie von der Städteregion Aachen geförderten Programms „Kulturrucksack NRW”. „Diese Initiative verfolgt das Ziel, Schüler mit außerschulischen Künstlern in Kontakt zu bringen”, erklärt Joachim Herzog, didaktischer Leiter der Gesamtschule Eschweiler, die seit dem Sommerfest 2010 über einen Schulchor verfügt.

„Aus dem damaligen ersten Auftritt ist eine Dynamik entstanden, die bis heute nicht verflogen ist und unter anderem auch zur Gründung von Tanzworkshops führte”, blickt der Pädagoge zurück. Inzwischen ist der Chor auf rund 50 junge Sänger angewachsen und kooperiert eng mit der aus aktuellen und ehemaligen Lehrern sowie ehemaligen Schülern bestehenden Band „Cold Shot”.

Und da kommt Hubert Mörkens, Lehrer und Bandmitglied, ins Spiel. Er wurde mit der Gesamtkoordination des Kulturfestes beauftragt und knüpfte Kontakte zu Daniela Bosenius, die als Gesangspädagogin und Opernsängerin tätig ist. Auch für den Bereich Tanz konnte mit der Choreografin und Tanzpädagogin Claudia Erbe ein Profi gewonnen werden. „Eine der Vorgaben des Projektes war, die Schüler an Klassik heranzuführen”, betont Hubert Mörkens und freut sich, dass dies gelungen ist. „Auch heute können junge Menschen etwas mit dem Namen Beethoven anfangen. Im Rahmen der Initiative haben wir nun das Wissen der Schüler erweitert, denn Beethoven wurde auch zum Thema im Unterricht.”

Vorher nicht erreichte Fähigkeiten

Im Mai war dann erstmals Daniela Bosenius vor Ort. „Ich konnte seitdem kontinuierlich mit den Schülern arbeiten. Gemeinsam ist es uns gelungen, Fähigkeiten zu entwickeln, die vorher nicht erreichbar schienen.” Dabei erhielt die Gesangspädagogin einmal mehr die Bestätigung: „Holt man die klassische Musik aus ihrem etwas elitär erscheinenden Elfenbeinturmdasein heraus, ist es möglich, Kinder und Jugendliche für sie zu begeistern.”

Dies wurde beim Kulturfest deutlich unterstrichen. Mehrfach stimmten Chor und Solisten, unterstützt von Instrumentalisten, darunter Schüler Jan Andres an der Trompete, die „Ode an die Freude” mit ihrer berühmten Zeile „Freude, schöner Götterfunken” an. Darüber hinaus begeisterten die Gesangssolisten Miriam Augusto, Marina Meisinger und Marvin Edopay das Publikum bei strahlendem Sonnenschein mit Interpretationen von „Every Step I take”, „The Rose” und „Motherless Child”.

Mit der von Lehrer Christian Guth ins Leben gerufenen Band „50 Years after” stand dann die wohl jüngste Combo der Städteregion auf der Bühne des Schulhofs. Anna Lea (Querflöte) und Nils Münstermann (Klavier) rissen die Zuhörer mit „Tears in Heaven” zu Begeisterungsstürmen hin. Und auch „Der kleine grüne Kaktus” von Lehrer Heinz Brockes fand großen Anklang. Genau wie die Tanzpräsentationen im Pädagogischen Zentrum der Schule.

„Die vergangenen drei Monate waren schön”, zeigten sich auch die Chorsängerinnen Marcella Schönen und Angelina Krings zufrieden. Genau wie Hubert Mörkens, der überzeugt ist, dass Musik- und Kulturprojekte an der Gesamtschule Eschweiler Zukunft haben; „Der Chor ist inzwischen fester Bestandteil unseres Schulkonzepts.”
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