Schüler erleben österliche Freude bei der Nachtwache

Von: sh
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Gemeinschaft erleben: Junge Christen kommen zusammen, um in einer besonderen Nacht dem Leben Jesu zu gedenken.

Eschweiler. Der Abend des Gründonnerstags ist eine besondere Zeit. Es sind die Stunden, in denen die Christen des Gemeinschaftsmahles Jesu mit seinen Jüngern am Abend vor seinem Tod gedenken. Es sind Stunden der inneren Einkehr, der Meditation, Stunden des zur Ruhe kommen.

Ebenso ist es ein Moment der Gemeinschaft, des Gesprächs und des Miteinanders. All das erlebten 30 Jugendliche der Bischöflichen Liebfrauenschule und des Städtischen Gymnasiums am Gründonnerstagabend in der Pfarrkirche St. Peter und Paul.

Unter dem Titel „Bleibt wach! Gemeinsam durch die Nacht” verbrachten die Schülerinnen und Schüler die letzten Stunden des Tages bis weit hinein in den Karfreitag in der Kirche und im nahe gelegenen Jugendheim.

„Im letzten Jahr hatten wir bereits ein ähnliches Angebot”, erzählte Frank Klinkenberg, Pastoralreferent und Schulseelsorger an der Liebfrauenschule. Dieses Jahr seien aber weit mehr junge Christen erschienen als noch im Vorjahr.

Ein erfreuliches Zeichen, das auch die Mit-Organisatoren Kaplan Klemens Gößmann und Ralf Repohl, Referendar am Bischöflichen Gymnasium, ermutigt, die Nacht des Wachens 2010 fortzusetzen.

„Es geht darum, die Nacht vor dem Karfreitag für Jugendliche erlebbar zu machen”, setzte Frank Klinkenberg auf ein abwechslungsreiches Programm.

Eindruck machte bei den Mädchen und Jungen bereits das erste Zusammenkommen in der Kirche. Denn die beiden Beleuchter Simon Pohl und Patrick Hemgenberg hatten das Mittelschiff mit Deckenstrahlern in einen mystischen Ort verwandelt.

In beruhigenden Rot-, Orange-, Gelb-, Grün- und Blautönen zeigte sich St. Peter und Paul in einem ungewöhnlichen Licht, wie es nur wenige Kirchenbesucher bisher gesehen haben.

In diesem ganz besonderen Ambiente kamen die 12 bis 17-Jährigen zunächst in einem Sitzkreis um den Altar zusammen, um gemeinsam mit Kaplan Gößmann, Frank Klinkenberg und Ralf Repohl zur Einstimmung ein Lied, das vom berühmten burgundischen Kloster Taizé stammt, zu singen: „Bleibet hier und wachet mit mir. Wachet und betet.”

Anschließend wechselte die Gruppe hinüber ins Jugendheim, um die erste Workshop-Runde zu starten. Ob im Spielesaal, bei der Brotbäckerei oder in der Osterkerzen-Werkstatt - überall hatten die Jugendlichen reichlich zu tun.

Auch der Spaß durfte selbstverständlich nicht zu kurz kommen. So verzierten die Mehl pepuderten Bäckerlehrlinge ihre kleinen Brote mit bunten Smarties und jeder Menge Lebensmittelfarbe, im Spielkreis flogen Bälle in den unterschiedlichsten Größen umher und beim Gestalten der Osterkerzen war eine Menge Phantasie gefragt.

„Vertrauen in die Gemeinschaft ist wichtig!”, betonte Lars Repohl vor der ersten Workshop-Runde. Aufeinander zu zugehen, anderen den Rücken zu stärken und dankbar für Gottes Schöpfung zu sein, es sind Werte jenseits des materiellen Denkens, die den christlichen Glauben ausmachen.

In was für einer wunderschönen und schützenswerten Welt der Mensch lebt, erfuhr die Jugendgruppe bei ihrer Rückkehr ins Kirchenschiff. Dort schauten sie sich gemeinsam die spektakuläre Naturdokumentation „Unsere Erde” an, die die Magie, Schönheit und Faszination unseres Planeten in unvergesslichen Bildern einfängt.

„Es geht darum, das, was man dort in solch gewaltigen Filmaufnahmen sieht, auf den Alltag zu übertragen. Die Schönheit unserer Erde ist auch im Kleinen zu sehen”, gab Pastoralreferent Klinkenberg den Schülern mit auf den Weg, bevor sich alle in die zweite Workshop-Runde stürzten.

Einige Jugendliche wurden in die Welt des Qi-Gong und des Action-Painting entführt, während sich andere auf eine Phantasiereise begaben oder neue Erkenntnisse bei einer Schreibmeditationsübung fanden.

Zum Abschlusssegen kamen die 30 Gymnasiasten weit nach Mitternacht ein letztes Mal zusammen. Für alle waren die außergewöhnlichen Stunden in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag „Kirche mal anders”.

Eine Mischung aus Erlebnis, Aktionen, Atmosphäre, Musik, Meditation, Essen und Erzählen. Ein Abend zum Nachdenken. Zum wach bleiben. Stunden, in denen junge Menschen, gestärkt durch ihren Glauben, gemeinsam durch die Nacht gingen.
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