Schüler bekennen Farbe gegen braunes Gedankengut

Von: ran
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Mit entschlossenen Aktionen wehrten sich die Indestädter, darunter zahlreiche Schüler, im vergangenen Frühjahr gegen den angedrohten Naziaufmarsch. Foto: Florian Weyand

Eschweiler. Toleranz, Engagement für Demokratie und Einsatz für Vielfältigkeit stellen wichtige Bausteine für ein friedliches und konstruktives Miteinander aller Menschen dar. Doch auch und gerade in der Region Aachen werden diese Werte durch dumpfes rechtsradikales Gedankengut gefährdet und in Frage gestellt.

Nicht zuletzt der im vergangenen Frühjahr geplante, durch entschlossenes Vorgehen der Eschweiler aber verhinderte Aufmarsch von Neonazis stellte unter Beweis, dass auch die Indestadt im Fokus von Rechtsradikalen steht. Deren Gedankengut möglichst früh zu entlarven, muss eines der Ziele sein.

Um den Aktivitäten gegen Rechtsradikalität Nachhaltigkeit zu verschaffen, wurde nun in Eschweiler das Projekt „Face – Eschweiler Schülerinnen und Schüler sowie Schulen zeigen Gesicht für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ ins Leben gerufen. Während der Sitzung des Integrationsrates stellten einige Projektbeteiligte die Initiative, deren Aktivitäten durch das Netzwerk der Schulsozialarbeiter an Eschweiler Schulen getragen wird, nun vor: „Aus den Aktivitäten gegen den Neonazi-Aufmarsch im vergangenen Frühjahr entwickelte sich die Idee, die unterschiedlichen Gruppen zu vernetzen und vor allem auch Schüler zu informieren und an Aktionen teilnehmen zu lassen“, blickte Dorothee Neubert, Schulpfarrerin am Berufskolleg, zunächst zurück. „Zu unseren Zielen gehört, dafür zu sorgen, dass sich jeder Schüler in Eschweiler nachhaltig mit den Themen Toleranz und Respekt beschäftigt“, machte Lothar Horndt, Schulsozialarbeiter an der Gesamtschule, deren Verantwortliche das Projektmanagement übernommen haben, deutlich.

Fotoaktion im Gange

Dr. Wolfgang Joußen vom B-Plan Büro für sozialwissenschaftliche Analysen und Planungen, der in Kooperation mit dem Arbeitskreis „Face – Netzwerk Schulsozialarbeit/Mobile Jugendarbeit Eschweiler“ für die operative Umsetzung der Initiative verantwortlich zeichnet, stellte erste geplante Projekte vor. So ist bereits eine Fotoaktion im Gange, bei der junge Menschen, die bereit sind, im wahrsten Sinne des Wortes Gesicht zu zeigen, fotografiert werden. „Diese Bilder werden dann das Logo des Gesamtprojekts zieren“, so Wolfgang Joußen. Grundsätzliches Ziel des Projekts „Face“, das zunächst bis August 2014 laufen soll und auch von der Stadt unterstützt wird, sei die „Förderung des toleranten Miteinanders“ sowie eine möglichst enge Vernetzung aller beteiligten Institutionen. „Es gilt, Werte wie Toleranz, Vielfalt und Demokratie nachhaltig als Lehr- und Lernfeld in den Schulen fest zu verankern.

Am Montag, 18. März, wird um 17 Uhr ein „Aktionsmarkt“ im Foyer des Rathauses eröffnet, durch den „Face“ der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Für den kommenden Sommer ist darüber hinaus eine „Zukunftswerkstatt“ geplant, an der auch Vertreter des Stadtrats teilnehmen werden. Von August 2013 bis Ostern 2014 wird es insgesamt zehn verschiedene Schulprojekte geben. „Wir sind selbstverständlich auf der Suche nach weiteren Kooperationspartnern“, verdeutlichte Lothar Horndt. „Face ist ein Projekt zum Mitmachen, mit dem so viele Menschen als möglich angesprochen werden sollen.“

www.face-eschweiler.de

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