Eschweiler - „Schön, hier zu wohnen“ – von wegen!

„Schön, hier zu wohnen“ – von wegen!

Von: chh
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Kein schöner Anblick: Seit eineinhalb Jahren kämpft Paul Axnix gegen Schimmel in Bad- und Schlafzimmer.

Eschweiler. Wenn es heftig regnet, hat Paul Axnix alle Hände voll zu tun. Dann muss er mit einem Schrubber das Wasser aus seinem Hausflur nach draußen befördern. Die Wände des von ihm bewohnte Bungalows an der Feldstraße können starken Regen nicht abhalten.

Doch das ist noch nicht alles. Die Außenwände des zur Straße gelegenen Badezimmers und des Schlafzimmers sind von schwarz-grauem Schimmelpilz überzogen. Vermutlich über die undichte Dachrinne gelangt immer wieder Feuchtigkeit in das Haus des 76-Jährigen. Seit anderthalb Jahren kämpft der schwerbehinderte Renter gegen den Schimmel. „Es waren mehrmals Leute hier, aber niemand tut etwas“, sagt Axnix. Einige Male wurden die betroffenen Stellen neu gestrichen. Der Schimmel kam immer wieder.

Das von ihm bewohnte Haus gehört der Deutschen Annington Immobilien Gruppe (DAIG), die mit mehr als 200 000 vermieteten und verwalteten Wohnungen derzeit das größte Wohnungsunternehmen Deutschlands ist. Auf ihrer Internetseite wirbt die DAIG mit dem Slogan „Schön, hier zu wohnen“. In den Ohren von Paul Axnix muss dieser Werbespruch wie bittere Ironie klingen.

Die Kosten für die 42 Quadratmeter große Wohnung übernimmt das Sozialamt. Auf Axnix‘ Bitte hin hat das Amt die Miete in den vergangenen Monaten nicht gezahlt. Die Deutsche Annington drohte mit Kündigung. Beim Sozialamt ist der Fall bekannt. „Herr Axnix wollte nicht ausziehen und bat uns, die Miete wieder vollständig zu bezahlen“, sagt der Leiter des Sozialamts, Jürgen Rombach.

Auf Anfrage unserer Zeitung äußerte sich die DAIG schriftlich: „Wir bedauern ausdrücklich, dass es zur Verzögerung bei der Schimmelbeseitigung in der Wohnung von Herrn Axnix gekommen ist. Wir arbeiten inzwischen mit Hochdruck daran, weil wir wissen, dass die Situation für Herrn Axnix sehr unangenehm ist. Wir gewähren eine Mietminderung in Höhe von 50 für den Zeitraum 1. Mai 2012 bis 30. April 2013 und werden den Schaden in den kommenden Tagen komplett beheben“, heißt es in einer E-Mail.

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