Schnupperwoche gegen Schwellenangst

Von: ran
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Schnupperten während einer Or
Schnupperten während einer Orientierungswoche in den Alltag am Berufskolleg Eschweiler hinein: die Schüler der 10. Jahrgangsstufe der Willi-Fährmann-Schule. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Ein paar Mal haben sie sich in den zahlreichen Fluren der großen Gebäude verlaufen, doch ansonsten gab es für die Schüler der Willi-Fährmann-Schule während ihrer Orientierungswoche am Berufskolleg Eschweiler (fast) keine Probleme.

19 Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe, die im Sommer die Förderschule mit den Schwerpunkten „Lernen” sowie „emotionale und soziale Entwicklung” verlassen werden, verschafften sich in der vergangenen Woche einen ersten Eindruck über die Institution, die möglicherweise schon bald ihren weiteren schulischen und beruflichen Werdegang mitbestimmen wird.

Ob im Bereich Gesundheitswesen, in der Metalltechnik, in der Handelsschule oder beim Berufsgrundschuljahr - die Willi-Fährmann-Schüler nutzten die Gelegenheit, fünf Schultage lang in den Alltag des Berufskollegs hineinzuschnuppern und Erfahrungen zu sammeln. Und erhielten schließlich aus den Händen von Thomas Gurdon, dem stellvertretenden Schulleiter des Eschweiler Berufskollegs, mit den Zertifikaten den verdienten Lohn.

„Eigentlich war alles anders, als wir es uns vorgestellt haben. Aber wir sind von den Lehrern und Schülern des Berufskollegs sehr gut aufgenommen worden”, lautete das Fazit der Willi-Fährmann-Schüler, das die verantwortlichen Lehrer und Schulsozialarbeiter beider Institutionen erfreut zur Kenntnis nahmen.

„Die Vorbereitung, in der alle Beteiligten eine hohe Bereitschaft gezeigt haben, das Projekt voranzutreiben, dauerte immerhin ein Dreivierteljahr”, blickte Projektleiterin Elke Schmitz, Studiendirektorin am Eschweiler Berufskolleg, zurück. „Unser Ziel war es, den Schülern einen Vorgeschmack zu geben, was sie am Berufskolleg erwarten wird, und ihnen so einige der Sorgen zu nehmen”, machte Karl Martin Eßer, kommissarischer Leiter der Willi-Fährmann-Schule, deutlich.

Dass dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt werden konnte, davon sind die Projektbeteiligten überzeugt. Bedenken, die am ersten Tag der Orientierungswoche eventuell auf beiden Seiten bestanden hätten, seien durch den respektvollen Umgang miteinander schnell zerstreut worden.

Sehr zur Freude auch von Georg Hermanns, dem stellvertretenden Leiter der Willi-Fährmann-Schule: „Das Selbstwertgefühl unserer Schüler ist nicht immer so, wie es sein sollte. Sie benötigen schon einmal Hilfe, bestimmte Schwellen zu übertreten.” Aus diesem Grund war die Woche am Berufskolleg besonders wertvoll: „Diese Orientierungswoche hat auf jeden Fall zur Stärkung des Selbstbewusstseins unserer Schüler beigetragen.”

Intensive Kooperation

Die Kooperation zwischen dem Berufskolleg und der Willi-Fährmann-Schule läuft bereits seit längerer Zeit, könnte aber in Zukunft weiter intensiviert werden. „Schließlich gibt es auch an unserer Schule nicht wenige Schüler mit Förderbedarf. Ein weiterer Austausch kann also nur wünschenswert sein”, wünscht sich Elke Schmitz.

Für die Absolventen der Orientierungswoche, die sich zunächst schriftlich um die Teilnahme am Projekt bewerben mussten, geht es nun auf die Zielgerade an der Willi-Fährmann-Schule. Und diese könnte geradewegs in Richtung Berufskolleg führen. Doch dieses stellt ja nun keine unbekannte Welt mehr dar.
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