Schnupperstunden im Berufskolleg als Karriereschub

Von: ran
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Nahmen ihre Zertifikate stolz entgegen: 26 Schüler der Willi-Fährmann-Schule absolvierten eine Orientierungswoche am Berufskolleg Eschweiler. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Die Lobeshymnen stiegen in ungeahnte Sphären! „Ich möchte hier eigentlich gar nicht mehr weg“, brachte es schließlich eine Schülerin auf den Punkt.

Eine Woche lang besuchten insgesamt 26 Schülerinnen und Schüler der Willi-Fährmann-Schule, Förderschule mit den Schwerpunkten „Lernen“ sowie „Emotionale und Soziale Entwicklung“, im Rahmen der Orientierungswoche das Berufskolleg Eschweiler, nahmen dort in den Bereichen Sozial- und Gesundheitswesen, Technik (Metall und Holz) sowie Wirtschaft und Verwaltung am Unterricht teil und erhielten darüber hinaus einen Einblick in die Tagesabläufe einer Schule, die täglich von mehr als 800 Schülern besucht wird.

Zum Abschluss der Orientierungswoche erfolgte am Freitag im Beisein der Projektkoordinatorin Elke Schanze sowie von Sabine Seifert, stellvertretende Leiterin der Willi-Fährmann-Schule, und Christoph Happe, stellvertretender Leiter des Berufskollegs, die Ausgabe der Zertifikate, in denen den Orientierungswochen-Teilnehmern bescheinigt wird, „konkret an ihrer beruflichen Zukunft zu arbeiten“.

Vor Beginn der Orientierungswoche hatten sich die Willi-Fährmann-Schüler nach eigener Aussage nicht ganz von Angst freimachen können. „Wie werden wir von den Schülern des Berufskollegs aufgenommen?“, lautete die Frage. „Dies ist mehr als verständlich. Schließlich gehört Mut dazu, in eine Klasse hineinzugehen, die bereits seit einem halben Jahr besteht“, betonte Lehrer Hans Werths, der gemeinsam mit seinen Kollegen Elke Schanze, Elisabeth Neukamp, Harry Liedtke, Björn Kammann und Sebastian Gehrmann die 26 Fährmann-Schüler in den Unterricht am Berufskolleg hineinschnuppern ließ.

Doch die Ängste erwiesen sich im Nachhinein als unbegründet. „Die Schüler und Lehrer waren nett, der Unterricht verständlich, wir haben uns wohlgefühlt. Die Unterrichtsthemen waren zum großen Teil durchaus bekannt, wurden aber auf höherem Niveau behandelt“, so das Urteil einiger Schüler. Nicht zuletzt der praxisorientierte Unterricht fand bei den Teilnehmern der Orientierungswoche fast ausnahmslos Beifall. So sei eine Woche voller neuer Erfahrungen letztlich „viel zu schnell vergangen“, lautete das Fazit.

Auch Projektkoordinatorin Elke Schanze äußerte sich sehr zufrieden: „Ein dickes Lob an die Schüler, die ich durchgehend engagiert erlebt habe!“ Für eine auf das Projekt bezogen äußerst arbeitsarme Woche bedankten sich mit Gabi Kämpfe und Monika Stephan die beiden Schulsozialarbeiterinnen des Berufskollegs. „Wir waren quasi arbeitslos“, machte das Duo deutlich. Bei beidseitig derart positiv ausfallenden Bilanzen ist für Christoph Happe klar, dass es auch im nächsten Schuljahr eine Orientierungswoche für die Willi-Fährmann-Schüler am Berufskolleg geben wird.

Voraussetzung für die Teilnahme ist eine schriftliche Bewerbung, der ein Vorstellungsgespräch folgt. Aufgaben, die auch im späteren Berufsleben auf die Schüler warten. „Wir nehmen das Motto ,Kein Abschluss ohne Anschluss‘ ernst. Diese Orientierungswoche soll euch zeigen, dass ihr Perspektiven habt“, schrieb der stellvertretende Leiter des Berufskollegs den Willi-Fährmann-Schülern ins Stammbuch. „Die positiven Aspekte dieses Projekts sprechen sich auch bei den jüngeren Schülern an der Willi-Fährmann-Schule herum. So sinkt die Hemmschwelle, sich für die Teilnahme zu bewerben. Im Vergleich zu den Vorjahren waren diesmal rund doppelt so viele Teilnehmer zu verzeichnen“, so Hans Werths, der davon ausgeht, zahlreiche der Teilnehmer am 31. Januar wiederzusehen. Dann steigt am Berufskolleg der Anmelde- und Informationstag.

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