Schnelles Netz hat noch nicht alle erreicht

Von: Valerie Barsig
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Mit der Welt verbunden: Leider nicht überall reibungslos möglich. Symbolbild: dpa

Eschweiler-Kinzweiler. Eigentlich sollte es funktionieren, das schnellere Internet in Kinzweiler, St. Jöris und Hehlrath. Dort liegt – mit 130.000 Euro von der Stadt mitfinanziert – eine Glasfaserleitung der Telekom, die eine Übertragungsrate von bis zu 50 Megabit pro Sekunde erlauben soll. Bisher war das Internet in den Stadtteilen weniger schnell.

Manchmal standen nur bis zu 384 Kilobit zur Verfügung. Uneingeschränktes Surfen im Internet, für die Schule oder zu Hause für die Arbeit etwas tun, war ein eher schwieriges Unterfangen. Durch die Glasfaserleitung steht den Haushalten inzwischen allerdings uneingeschränkt eine ADSL-Leitung mit 16 Megabit pro Sekunde zur Verfügung. Dennoch scheint es in Sachen schnelles Netz in einigen Häusern immer noch Probleme zu geben. „Es funktioniert bisher nicht“, sagt Stefan Horbach aus St. Jöris.

Er braucht einen schnelleren Internetanschluss, um von zu Hause aus zu arbeiten. Er hat bereits Bedarf für eine schnellere Verbindung angemeldet und war bei einer Informationsveranstaltung einer Partnerfirma der Telekom aus Alsdorf. „Dort konnte mir der Berater nicht sagen, ob für mich schnelles Internet möglich ist“, berichtet er. Bei der Telekom-Hotline wurde ihm schließlich mitgeteilt, dass bei ihm zu Hause nur Übertragungsraten mit 16 Megabits, statt den gewünschten 50 möglich seien. Horbach sagt, er finde es schade, dass von der Stadt für etwas Geld ausgegeben werde, das nicht reibungslos funktioniere.

„Uns liegen etwa zehn Fälle vor, bei denen die Leitung nicht nach den Wünschen der Kunden funktioniert“, berichtet Hermann Gödde, Technischer Beigeordneter der Stadt. Aufgetreten seien zwei verschiedene Probleme. Erstens: Es habe sich gar nichts am Internet getan, obwohl ein schnelleres Internet gewünscht war. Zweitens: Die Übertragungsrate von 50 Megabits wurde nicht erreicht.

Geht man dem ersten Problem nach, so liege das laut Gödde an der Schnittstelle zwischen Telekom und anderen Internetanbietern. „Firmen wie Net Aachen oder 1&1 müssen die Leitung von der Telekom mieten“, erklärt Gödde. Das bedeute für Kunden, die ihren Internetvertrag nicht bei der Telekom haben, dass sie so lange auf das schnelle Internet warten müssten, bis entsprechende Verträge unterzeichnet seien. Thomas Schwabe von Net Aachen bestätigt: „Die letzte Meile mieten zu müssen, ist in der Branche ganz normal“. Laut Gödde habe Net Aachen versprochen, bis zum zweiten oder dritten Quartal 2014 das schnelle Internet zu Verfügung zu stellen.

Wer sich mit Problem zwei herumschlagen muss, also nicht die gewünschte Bit-Übertragungsrate erreicht, muss einen Blick auf die Prozentzahlen werfen: Laut Gödde sind 100 Prozent der vorhandenen Anschlüsse zwar ADSL-fähig, bei VDSL gibt es aber Abweichungen: In Hehlrath können 97 Prozent der Anschlüsse VDSL-Raten von bis zu 50 Megabit nutzen, in St. Jöris 90 Prozent und in Kinzweiler 88 Prozent.

Dementsprechend können also gar nicht alle Haushalte VDSL empfangen. Hinzu kommt, dass nicht genügend Relais im Kabelverzweiger vorhanden sind. Die Telekom hat nicht genügend eingebaut. Laut einer Sprecherin der Telekom sei das aber normale Vorgehensweise: Zu hundert Prozent werde nie bestückt. Bei Bedarf werde allerdings nachgerüstet und dies sei auch in Eschweiler der Fall. Hermann Gödde hat von der Telekom die Zusicherung, dass bis Mitte oder Ende 2014 alle fehlenden Relais in die Kästen eingebaut sind.

Den Vorwurf, dass die Stadt 130 000 Euro zu etwas beigesteuert habe, was nicht funktioniere, teilt Gödde nicht. „Wenn es nur zehn Haushalte gibt, die Probleme haben, ist das eine gute Erfolgsquote.“ Er bekomme viele positive Rückmeldungen. Trotzdem sollen Beschwerden, wenn das Internet nicht funktioniert, weiter gesammelt und an die Telekom weitergegeben werden. Die Stadt sehe sich laut Gödde in der Pflicht zu vermitteln.

Insgesamt sei die Perspektive für Eschweiler allerdings durchweg positiv, sagt Gödde. Hinzu kommt, dass Eschweiler Pilotkommune der Telekom geworden ist: Im Frühjahr sollen auch die äußersten Randbereiche DSL bekommen, also Neu-Lohn, Fronhoven, Scherpenseel, Dürwiß, Weisweiler und Hastenrath. Dadurch gehört die Stadt zu zwölf weiteren Ortsnetzen in NRW, die von der Telekom flächendeckend mit DSL versorgt werden.

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