Schnee, Schnee, noch mehr Schnee

Von: Patrick Nowicki und Stefan Herrmann
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Eine Stadt wird zum Nadelöhr: Nach dem stärksten Wintereinbruch seit Jahren ging wie hier an der Kreuzung Phönixstraße vielerorts nichts mehr. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Vier Verletzte nach Unfällen, genervte Autofahrer im Dauerstau, wartende Menschen an Bushaltestellen und viele gesperrte Straßen: So lautet das Fazit des Montags, an dem der Winter die Indestadt fest in seinen Krallen hielt. Nichts ging mehr auf den Verkehrswegen und auch die Wirtschaftsbetriebe Eschweiler (WBE) kapitulierten, weil kein Durchkommen mehr war.

Über 20 Leute im Einsatz

Der Dienst für den Straßenräumdienst der WBE begann am Montag um 5 Uhr morgens. Im Laufe des Tages waren weit über 20 Leute mit vier Fahrzeugen im Einsatz. Allerdings Salz wird nicht mehr gestreut, denn die Silos sind leer. 231 Tonnen Streumittel wurden schon verbraucht, die nächste Lieferung wird für Heiligabend erwartet.

„So etwas haben wir noch nie erlebt, normalerweise reichen etwa 180 Tonnen Salz für einen ganzen Winter”, sagt Manfred Knollmann, in der Stadt zuständig für die WBE. In der vergangenen Woche erhielt man sogar einige Tonnen aus Aachen, die letztlich nicht ausreichten. Damit sich die Rutschpartien in Grenzen halten, trägt die WBE jetzt Split auf.

„Ausverkauft”, meldet auch der Feuerwehr-Wachleiter Axel Johnen. Gleich zwei Lkw-Unfälle auf der Autobahn 4 Richtung Köln erforderten die Hilfe der Eschweiler Rettungskräfte. An der Ausfahrt Eschweiler-West verlor ein belgischer Lastzug Diesel. Etwa 800 Liter liefen aus, die die Feuerwehr mit 300 Sack Bindemittel sichern musste. Da auch Kraftstoff in die Erde floss, mussten dort Bagger anrücken, um den verseuchten Boden abzutragen. Schon kurz nach 8 Uhr wurde die Autobahn Richtung Köln vollständig gesperrt. Die Auffahrt West war bis Redaktionsschluss noch geschlossen. Dort hatte sich die Fahrbahndecke gelöst und musste abgefräst werden.

Die Sperrung der Autobahn, die erst nach 14 Uhr aufgehoben wurde, führte schließlich zum Verkehrskollaps in der gesamten Stadt. Davon betroffen war auch der Busbetrieb. Anne Linden, Sprecherin der Aseag: „Wir können leider Verspätungen nicht verhindern, weil die Fahrzeuge auch im Verkehr stecken bleiben.” Da die Straßen am Vöckelsberg und in Hücheln schwer passierbar sind, endeten die Linien 52 (am Bushof) und 28 (in Weisweiler) früher. Längere Anfahrten hatten auch die Rettungsfahrzeuge, obwohl sie mit Schneeketten ausgerüstet sind. Die Blechlawinen in der ganzen Stadt behinderten die Feuerwehrleute. An anderer Stelle - wie der erste Abschnitt der L238n zur Odilienstraße - verhinderten Absperrgitter die Durchfahrt.

Frontal-Crash bei Neulohn

Zahlreiche Unfälle erschwerten das Weiterfahren ebenfalls: Auch an der Autobahn-Auffahrt Ost stand ein Lastwagen quer. Er konnte erst am Nachmittag aus seiner misslichen Lage befreit werden. Kurz vor 8 Uhr stießen auf der Aldenhovener Straße bei Neulohn zwei Pkw frontal zusammen. Drei Menschen wurden dabei verletzt, eine Person schwer. Eine Verletzte meldete die Polizei bei einem Unfall auf der Merzbrücker Straße.

Gefährlich ist es auch in den Wäldern, da Äste unter der Schneelast brechen oder sogar ganze Bäume umkippen. Revierförsterin Susanne Gohde bittet Spaziergänger deswegen, den Wald zu meiden. Ein Betretungsverbot will die Stadt erst aussprechen, sollte sich die Lage weiter zuspitzen.

Dies ist jedoch nicht zu erwarten, denn in den nächsten Tagen sollen die Temperaturen etwas steigen. Sehr zur Freude auch der WBE: An Heiligabend gibt´s zur Bescherung schließlich neues Streusalz.
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