Schmuddeliges Stadtbild bringt Indestädter auf die Palme

Von: Rudolf Müller
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Schön ist anders: So präsent
Schön ist anders: So präsentieren sich die Rinnsteine an den Verkehrsinseln der Rue de Wattrelos Autofahrern, die nach Eschweiler kommen. Nur die wenigsten tragen rücksichtslos zu diesem Schmuddel-Image bei, unter dem alle monatelang leiden müssen - denn mit der Reinigung nehmen die zuständigen Behörden es nicht allzu genau. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Sie ist Künstlerin. Als Fotografin hat sie einen besonderen Blick fürs Schöne. Was andererseits bedeutet, dass ihr Hässliches umso schmerzhafter ins Auge springt: Brigitte Averdung-Häfner hat ihre Kamera stets dabei, dokumentiert damit auch Fehlentwicklungen in der Indestadt.

Jetzt hat sie im Internet, auf den Seiten des Sozial-Netzwerks Facebook, eine Gruppe ins Leben gerufen, die sich mit dem Müll und Schmutz in der Stadt befasst. Angefangen hat das am Blausteinsee - inzwischen umfasst das Thema die gesamte Stadt. Am See hat Brigitte Averdung-Häfner mit Gleichgesinnten wie auch solo und mit ihren Kindern schon mehrere Säuberungsaktionen unternommen. „Ich habe immer Handschuhe und einen Sack im Wagen. Wenn ich am See bin, räume ich anderer Leute Dreck weg”, sagt sie. Und den gibts nicht nur am See. Am Samstag war sie beruflich in Köln.

„Das Kopfsteinpflaster am Rheinufer ist sauber wie geleckt. Hier in Eschweiler dagegen finden sich Tonnen von Papierfetzen und Glassplittern zwischen den Steinen - und jeder schiebt die Schuld auf den anderen”, sagt sie. „Die meisten Leute gehen wohl mit geschlossenen Augen durch die Stadt oder haben sich schon an den Dreck gewöhnt.”

Viele aber haben dies nicht. Immer wieder wird die „Vermüllung” der Stadt thematisiert. Aber - so schreibt ein Leser - „über die allgemeine Klage hinaus ist kein konstruktiver Ansatz zu erkennen, wie man das Problem angehen oder gar lösen könnte.” Dabei sei es relativ einfach, endlich zu handeln. Denn die Versacher seien klar zu identifizieren: ein Teil der Bürger, die Stadtverwaltung und die für überörtliche Straßen Zuständigen.So müsse beispielsweise den Bürgern klargemacht werden, dass zu ihren Pflichten nicht nur die Reinigung des Gehwegs, sondern auch des Rinnsteins gehört - gerade dort sprießt das meiste Unkraut.

Wer was sauberzuhalten hat, das ist in der „Satzung über die Straßenreinigung und die Erhebung von Straßenreinigungsgebühren in der Stadt Eschweiler”, gültig seit Beginn dieses Jahres, genau geregelt. Das gilt für Gehwege, Fahrbahnen, Rinnsteine, Radwege wie auch Bereiche von Fußgängerzonen. Nachzulesen auf der Internet-Seite der Stadt Eschweiler: eschweiler.de -> Rathaus/Bürgerdienste -> Ortsrecht/öffentliche Sicherheit und Ordnung -> III.3 Satzung über die Straßenreinigung. Darin heißt es: „Die Straßenreinigung beinhaltet die Entfernung aller Verunreinigungen von der Straße, die die Hygiene oder das Stadtbild nicht unerheblich beeinträchtigen oder eine Gefährdung des Verkehrs darstellen können.”

Diese Satzung konsequent anzuwenden und bei Zuwiderhandlungen Bußgelder zu verhängen, würde Uneinsichtigen auf die Sprünge helfen. Allerdings müssten dann auch übergeordnete Behörden, die vor allem an den ungepflegten Ortseingängen ihre Pflicht vernachlässigen und damit Eschweiler ein Schmuddel-Image verpassen, konsequent zur Kasse gebeten werden.
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