Schlussakkord: Paddy Murphy auf dem 23. Eschweiler Music Festival

Von: Rudolf Müller
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Volles Haus auch zum Ausklang des Festivals: Nicht brechend voll, aber gut gefüllt war der Marktplatz am Sonntagnachmittag, als Paddy Murphy dort mit hammerharten Folklorerhythmen für beste Stimmung sorgten. Foto: Rudolf Müller
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Machte sich auf Einladung von Boney Fields selbst ein frühes Geburtstagsgeschenk: Festivalmacher Max Krieger. Er griff bei zwei Stücken des Bone‘s Project selbst zur Posaune und bewies, dass ihm die Musik im Blut liegt.
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Mit Vollgas durch die irische Folklorewelt: Die österreichische Gruppe Paddy Murphy zelebrierte miteißenden „Power-Speed-Folkrock“. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Was für ein Kontrastprogramm: Nach den melodiösen Klassikern von Singer und Songwriter Albert Hammond und den funky Bläsersounds von Bluesman Boney Fields stampfte der Marktplatz am dritten Tag des 23. Eschweiler Music Festivals zu irischen Klängen.

An die 2000 Fans hatten ihre helle Freude an einer ganz speziellen Art keltischen Alpenglühens: Paddy Murphy, die Band, die dem irischen Folkrock einen Turbo verpasst hat, stammt aus dem österreichischen Steyr.

Zwei Stunden lang brachten die Männer um Franz Höfler mit Fiddle und Banjo, Bodhran und Bass, Schlagzeug und Gitarre den Markt zum Beben, brachten den Fans mit handfesten Trink- und Rebellenliedern von der Insel ein Stück „Heavy-Metal-Irland“ nahe. Und das kam bei den Besuchern bestens an.

Dass die Truppe gleich nach dem Konzert im Tourbus die zehnstündige Heimfahrt antrat, lag wohl einzig und allein am Wochentag. Am Freitag oder Samstag wären auch die Steyrer Power-Folkrocker in den musikerfüllten Altstadtkneipen abgetaucht. Am Sonntag allerdings endete das Festival mit dem Auftritt der Speed-Rocker.

Bürgermeister Rudi Bertram, wie stets Schirmherr des EMF, zog am Montag eine überaus positive Bilanz: „Das war von Freitag bis Sonntag ein Super-Wochenende! Es war toll, zu sehen, wie die Leute mitgegangen sind. Es hat meiner Frau und mir richtig gut gefallen! Ich habe ja bisher so gut wie alle Festivals mitgemacht – aber das hier war eines der besten! Wir haben uns rundum wohlgefühlt. Ich habe nur positive Rückkopplungen gehabt. Das EMF ist ein Super-Marketing für Eschweiler!“

Hat der Bürgermeister spezielle musikalische Wünsche für das Festival, das in zwei Jahren sein 25-Jähriges feiert? „Nein“, sagt Bertram, „ich verlasse mich da ganz auf Max Kriegers glückliches Händchen. Ich bin schon sehr zufrieden, wenn es uns gelingt, das jetzige Niveau zu halten – es muss nicht jedes Jahr alles wieder getoppt werden.“

In Letzterem ist er sich mit Max Krieger einig: „Ich habe immer drei Ziele: erstens den Menschen aus Eschweiler und Umgebung Freude zu machen, zweitens Eschweiler nach außen hin als Musiker- und Festivalstadt positiv darzustellen und drittens über die Zufriedenheit der Künstler Eschweiler in der Festivalszene sogar international einen guten Namen zu machen.“

Den hat das EMF schön längst. Trotz des widrigen, unsicheren Wetters waren es über 10000 Besucher, die die Konzerte auf dem Marktplatz und in den Kneipen genossen. Und wie schon in den 22 Jahren zuvor hatten die Ordnungs-, Sicherheits- und Rettungskräfte auch diesmal wieder nichts zu tun. Alles blieb friedlich. „Keine Pöbeleien, keine störenden Besoffenen“, konstatierte Krieger am Montag stolz. Und verweist auf die erstklassige Zusammenarbeit mit der Stadt, der Polizei, der Feuerwehr und den Rettungsdiensten.

Diesmal gilt sein spezieller Dank auch dem Bauamt: Das ermöglichte ihm, die frühere Disco „Glory‘s“ in der Schnellengasse fürs Wochenende zu nutzen, obschon die Sanierung noch nicht endgültig abgeschlossen ist. Im „Glory‘s“ fand unter anderem der traditionelle Sponsorenempfang zum Auftakt des Festivals statt.

Apropos Sponsoren: Klar, dass denen ein besonderes Dankeschön gilt. Ohne sie wäre ein solches Festival, erst recht bei freiem Eintritt, undenkbar.

Ein dickes Dankeschön geht auch an den für Bühne, Ton und Licht zuständigen Technischen Leiter Ulli Lyding aus Koblenz und dessen hoch professionelles Mitarbeiterteam. Die Crew am Tonmisdchpult arbeitet unter anderem auch für die Söhne Mannheims. „Seit 20 Jahren kann ich mich auf Ulli Lyding verlassen“, sagt Max Krieger. Für ihn ist nach dem Festival vor dem Festival. Und so pflegte er auch am Montag, am tag nach dem 23. EMF seine guten Kontakte in die Künstler- und Managementszene, nahm per E-Mail den Dank der Albert-Hammond-Crew für die hervorragende Gastfreundschaft entgegen und wälzte im Hinterkopf bereits Namen für das 24. EMF. Und für das 25., das Jubiläumsfestival. Dabei hatte Max Krieger am Montag eigentlich genug anderes zu tun: Am Montag war sein Geburtstag. 55 Jahre jung wurde der Kulturmanager.

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