Schlachthof erhält eine Gnadenfrist bis März

Von: Patrick Nowicki
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Eschweiler. An der Indestraße 20 wird immer noch geschlachtet. Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Arne Meyer mitteilt, habe man eine Verlängerung der Schlachtgenehmigung erreichen können. Die Zeit will der Aachener Anwalt nutzen, die Eckdaten für einen Sanierungsplan festzulegen.

Fest steht bisher nur: „Es müssen deutlich mehr Tiere dort geschlachtet werden, um ein wirtschaftlich tragbares Resultat zu erzielen.“ Man werde in den kommenden Wochen verstärkt auf Suche nach neuen Kunden sein.

Der laufende Januar soll Anhaltspunkte geben, wie und ob es im Schlachthof der Fleischversorgung Eschweiler eG (FVE) weitergeht. Im ersten Monat des Jahres werden vorrangig Rinder verarbeitet. Anhand dieses Monates will der Jurist feststellen, wie viele Schlachtungen wirklich erforderlich sind, um „mindestens eine schwarze Null“ zu erreichen. Bei der Beurteilung wurde ein Unternehmerberater hinzugezogen.

Große Einsparpotenziale sieht Meyer nicht. Das Personal ist auf zwei Angestellte geschrumpft, eine Reinigungs- und eine Bürokraft. Die Schlachtungen werden von Lohnschlächtern übernommen, die auf Rechnung arbeiten. Allerdings vermietet die FVE Kühlräume. In den Augen von Meyer sei die Miete zu niedrig: „Damit erzielen wir noch nicht einmal die Stromkosten für die Kühlung der Räume“, sagt er. Etwa 4000 Euro betragen sie jeden Monat. Man werde aus diesem Grund auf die Mieter zugehen. Derzeit geht Meyer davon aus, dass am 1. März das Insolvenzverfahren eröffnet wird.

Bis dahin soll ein Finanzplan stehen. Die beteiligten Behörden haben laut Meyer signalisiert, dass ein großes Interesse daran bestehe, den regionalen Schlachthof zu erhalten. „Es hat in der jüngsten Vergangenheit auch keine Probleme wegen Tierschutz und Hygiene gegeben“, berichtet er. Vor drei Jahren war der Schlachthof noch in die Schlagzeilen geraten, weil ihm unzulässige Verfahren vorgeworfen wurden. Dies hat sogar dazu geführt, dass er auf behördliche Anordnung geschlossen wurde.

Zu Spitzenzeiten wurden über 250 Schweine und 50 Rinder Woche für Woche in dem Betrieb an der Indestraße geschlachtet. Diese sind jedoch lange passé. Aktuelle Zahlen will Meyer jedoch nicht nennen, er spricht allerdings von deutlichen Schwankungen im Laufe eines Jahres. An den Schlachthof sind auch andere Unternehmen gebunden, die ein großes Interesse daran haben, dass das Aus verhindert wird.

Meyer ist optimistisch

Meyer ist optimistisch, dass der Betrieb erhalten bleibt, allerdings nur unter der Bedingung, dass die Wirtschaftlichkeit längerfristig gesichert ist. Dies schließt auch mit ein, dass die dringende Sanierung des Dachs erfolgen kann. „Als Insolvenzverwalter stehe ich ja auch bei Gläubigern in der Haftung“, betont er. Bis zum 1. März sollen die Zahlen auf dem Tisch liegen.

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