Scheunenbrand: Pferde rennen in Panik durch die Straßen

Von: Patrick Nowicki
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Verheerender Brand: 120 Feuerwehrleute kämpften in der Nacht zum Freitag gegen die Flammen auf der Reitanlage Röthgener Burg. Von einem Hallenanbau blieb nur ein verkohltes Gerippe übrig. Foto: Nowicki
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Die Scheune brannte an der Röthgener Burg. Foto: Nowicki
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Über 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Foto: Nowicki

Eschweiler. Der Schock sitzt bei Heinz-Peter Kugel noch tief. Der Betreiber des Reithofes an der Röthgener Burg musste in der Nacht zum Freitag mit ansehen, wie ein Teil seiner Halle ausbrannte. Das Dach ist zum Teil geschmolzen, vom Anbau ist nur noch ein verkohltes Gerippe übrig. Alles deutet auf Brandstiftung hin.

Die genaue Höhe des Sachschadens ist noch nicht bekannt. „Natürlich werden wir die Halle schnell wieder aufbauen“, sagt er. Die 14 Pferde, die sich vor dem Feuer dort befunden haben, sind derzeit in anderen Boxen untergebracht.

Die Tiere verdanken ihr Leben den 120 Feuerwehrleuten und dem aufmerksamen Schrankwärter am Jägerspfad. Er bemerkte schließlich den Rauch aus dem Dach der Halle an der Burgstraße und alarmierte sofort die Wache. Um 21.14 Uhr löste man in der Leitstelle den Gesamtwehralarm aus. Die Retter und zahlreiche Helfer des Reiterhofes verhinderten daraufhin Schlimmeres. Die Feuerwehrleute befreiten zunächst die Pferde und bekämpften parallel die Flammen. Manche Box musste aufgebrochen werden, weil sie mit Vorhängeschlössern gesichert war. Die Tiere liefen in Panik ins Freie – und nicht alle galoppierten auf die eigens geöffnete Koppel. Sechs büchsten Richtung Bergrath aus, ein Tier wurde später in Hücheln gefunden. Es war aus Angst kilometerweit gehetzt.

Um 22.48 Uhr war das letzte Pferd wohlbehalten wieder zurück. Lediglich ein Vierbeiner trug eine Schürfwunde davon. Entwarnung gab es auch für die DB Netz AG: Da keine 100 Meter von der Reithalle entfernt die Bahnstrecke Aachen-Köln verläuft, musste der Zugverkehr zwischenzeitig gestoppt werden. Schließlich liefen Pferde in Panik auch über die Gleise.

Die Feuerwehr hatte zu diesem Zeitpunkt die Flammen unter Kontrolle. Das Feuer drohte nämlich auf die nahegelegene Reithalle überzugreifen. Auch dort lagen einige Srohballen, die zum Teil schon Feuer gefangen hatten. Parallel drohte den Männern Gefahr von der Fotovoltaikanlage auf dem Hallendach, die erst abgeschaltet werden musste. Aus 13 Rohren schoss das Wasser auf das Feuer. Das Technische Hilfswerk unterstützte die Löscharbeiten ebenso wie ein Bergrather Landwirt, dessen Radlader das noch leicht brennende Stroh aus der Halle zog, um es außerhalb komplett zu löschen. Kurz nach Mitternacht atmeten die 120 Feuerwehr- und THW-Leute durch. Allerdings war der Einsatz noch nicht beendet: Mit Wärmebildkameras machten sie sich immer wieder auf die Suche nach weiteren Brandnestern. Erst um 4.30 Uhr fuhr das letzte Löschfahrzeug zurück in die Wache.

Am Freitagmorgen machte sich die Kriminalpolizei auf die Suche nach der Brandursache. Vermutlich war das Feuer vorsätzlich gelegt worden. Bestätigt wurde der Verdacht noch nicht. Die Ermittlungen laufen. Letztlich verlief das Feuer noch glimpflich: Lediglich eine Frau wurde am Knie leicht verletzt, als sie dabei half, die verängstigten Pferde in die Koppel zu treiben. So wollte selbst den Arzt konsultieren.

Der Familie Kugel, die die Anlage betreibt, sitzt der Schrecken noch in den Gliedern. Aber es gab in der Brandnacht auch eine positive Erkenntnis: „Die Hilfsbereitschaft unter den Reitsportfreunden war enorm“, berichtet Heinz-Peter Kugel. Er habe zahlreiche Nachrichten erhalten, in denen man ihm und seiner Familie Unterstützung zugesagt habe. Geschlafen habe er in der Nacht nicht. Schon einmal brannte eine Scheune an der Röthgener Burg. Doch daran kann er sich wohl kaum noch im Detail erinnern. Dies liegt schließlich schon 46 Jahre zurück.

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