Schatzkammer der Jecken feiert 10. Geburtstag

Von: cheb
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Bei der Führung gab es viele spannende Anekdoten zu erzählen. Foto Christian Ebener Foto: Christian Ebener

Eschweiler. Seit zehn Jahren ist es die Schatzkammer der „Eischwiele Jecken“: Das Karnevalsmuseum in Dürwiß. Rund hundert Uniformen, über 6000 Orden und zahlreiche weitere Erinnerungsstücke warten dort auf die Besucher. Am Wochenende wurde das Jubiläum des stetig wachsenden Museums mit einem großen Fest gefeiert.

Auf dem Vorplatz gab es den ganzen Nachmittag lang musikalische Unterhaltung mit dem Spielmannszug Grün Weiß Lohn, der Brass-Els-Kapelle, Brass on Spass und den Indesingers. Natürlich durften auch Reden des Fördervereins-Vorsitzenden Hans Houck, Komitee-Vize-Präsident Walter Münchow und Bürgermeister Rudi Bertram nicht fehlen. Dazu lockerte Büttenredner Alfred „Der Lange“ Wings die Stimmung mit einem launischen Gedicht auf den „Sammelwahn“ die Stimmung auf. Für die kleinen Gäste wurde ein Hüpfburg aufgebaut – und natürlich durfte auch eine standesgemäße Verpflegung nicht zu kurz kommen. Als besonderes Highlight wurden zu jeder vollen Stunde Führungen durch das Museum angeboten.

Houck freute sich über den regen Zuspruch und die weiterhin große Unterstützung, die aus dem Eschweiler und Stolberger Karneval kommt. Als im März 2007 mit 47 Mitgliedern das Projekt gestartet wurde, war noch kaum abzusehen, dass sich das Gebäude füllen und die Mitgliederanzahl bis auf 326 steigern würde. In Zukunft will man sich „weiter vergrößern“ – denn auch der „Lagerraum ist bis an die Decke voll“, wie er erklärte, und noch viele Exponate warten darauf, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu werden.

Gast aus Wattrelos

Zum Fest begrüßte Houck neben Vertretern aller 22 Karnevalsvereine aus der Indestadt auch zahlreiche Sponsoren, die das kostspielige Museum erst möglich machen. Ebenfalls vor Ort war mit Jean-Luc Doyen ein ganz besonderer Gast aus der französischen Partnerstadt Wattrelos, der seit Jahren an der deutsch-französischen Fastelovendspartnerschaft arbeitet.

Bei der liebevoll gestalteten Führung gab es viel zu sehen, aber auch viel zu lernen über die Historie des Eschweiler Karnevals. Dabei wurden bei einigen Gästen schnell Erinnerungen wach an frühere Persönlichkeiten der Eischwiele Fastelovend beim Blick auf die Bilder von „Etagen-Jupp“ Schmitz, den Kostümen und Hüten von Jupp Carduck und die zahlreichen Orden der Karnevalsprinzen.

Ein besonderes Highlight bietet eine Fahne von 1878 vom damaligen „Fratzenschneider-Verein“, die in der Frühzeit des Karnevals – erste Dokumentationen gibt es von 1850 – vor dem Rosenmontagszug getragen wurde. Aus dem Verein entstand später die „Ulk“ und daraus wiederum sollte die heutige Scharwache hervorgehen.

Auch ein Blick auf die Prinzenchronik, die bis auf den ersten Prinzen Peter I. Aus dem Jahr 1880 zurückgeht, durfte natürlich nicht fehlen. Angelegt wurde diese, wie kann es anders sein, von Jupp Carduck. Der Mann, der 1954 als Jupp IV. Zum Narrenherrscher wurde, hat einen ganz besonderen Einfluss auf die Ausstellung. Sein Prinzenkostüm findet sich dort auch liebevoll restauriert.

Mit Geschenken und Leihgaben von allen 22 Vereinen sowie zwei nicht mehr existenten, kann das Museum eine reichhaltige Geschichte erzählen, die auch einige Kuriositäten zu bieten hat. Oder wussten Sie, dass der Kinzweiler Prinz von 1963 statt eines Zeremonienmeisters seine Prinzessin Lu ernannte? Natürlich ist auch ihr Kostüm dort ausgestellt.

Ein Raum ist dem Stolberger Karneval gewidmet, der am Anfang noch etwas zaghaft war. Doch die Beziehungen haben sich verbessert, erklärte Houck, wodurch mittlerweile rund 20 Prozent der Ausstellungsobjekte aus der Nachbarstadt kommen. Stolz blickt der Vorsitzende auf den großen Bestand des Museums, aber auch auf die 500 Gäste, die beim Jubiläum vor Ort waren, und die Chance wahrnahmen, auch abseits der Session in die Geschichte der Karnevalisten abzutauchen.

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