Eschweiler - Schallplattenladen „Oohrwurm“: Über 10.000 schwarze Scheiben

Schallplattenladen „Oohrwurm“: Über 10.000 schwarze Scheiben

Von: Annika Thee
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Der Besitzer des „Oohrwurms“, Wolfgang Rappe (66), reinigt eine seiner 10.000 Schallplatten. Foto: Annika Thee

Eschweiler. Seit Jahrzehnten hat Wolfgang Rappe (66) von einem eigenen Schallplattenladen geträumt. Sein Beruf im Hauptzollamt Köln ließ dies aber nicht zu. Trotzdem sammelte der zweifache Familienvater fleißig Schallplatten.

„Bei Haushaltsauflösungen oder auf Flohmärkten habe ich nach Platten gesucht, die mir gefallen. Wenn genug Interessantes dabei war, habe ich ganze Sammlungen gekauft“. Über die Jahre hinweg ist Rappes Sammelwerk auf über 10.000 gebrauchte Schallplatten gewachsen, die jetzt in seinem Laden „Oohrwurm“ in selbstgebauten Regalen einen Platz gefunden haben. Mit Beginn seiner Pensionierung suchte Rappe nach einem geeigneten Geschäft, um seinen Traum zu verwirklichen. In der Röthgener Straße 45 wurde er fündig und begann bald darauf mit den Renovierungsarbeiten.

Obwohl der Laden erst im Oktober eröffnet hat, finden bereits viele Stammkunden den Weg in Rappes „Oohrwurm“. Die meisten Kunden freuten sich darüber, dass 25 Jahre nach der Schließung des letzten Schallplattenladens auf der Dürener Straße endlich wieder ein Geschäft gebrauchte Platten anbiete. Hinzu kämen Kunden, die sich von A bis Z durch die Schallplatten wühlten und jene, die eine ganz spezielle Platte suchten. „Meistens werden die Kunden fündig“, sagt der Ladenbesitzer stolz. Wenn ein Kunde Interesse an einer Platte habe, kann diese direkt im Laden angespielt werden.

Der Bestand im Laden verändere sich stetig, da der Pensionär gebrauchte Schallplatten im Geschäft an- und verkaufe. Die Preise der Platten variieren von 14 bis 70 Euro. Damit lägen sie laut Rappe deutlich unter den Preisen, die in Fachkatalogen ausgeschrieben seien. Zusätzlich bietet er gebrauchte CDs, Musikkassetten und Hi-Fi-Geräte an.

Jede einzelne Platte wurde vom Ladenbesitzer von Hand gereinigt. Wenn ihm ein Interpret nicht bekannt vorkomme, dann höre er rein, um das Genre festzulegen. „Über die Jahre weiß man, wofür sich die Leute interessieren und welche Interpreten gut sind. Besonders gefragt ist Black Music, Rock und Pop“, erklärt Rappe. Der Laden bedient auch alle anderen Genres wie Folk, Chansons, Klassik oder Volksmusik. Seine persönliche Lieblingsband ist die amerikanische Rockband „Creedence Clearwater Revival“. Von ihr besitze er jedes Album. Hinzu kämen etwa 800 weitere Alben und 360 Singles, die seine Privatsammlung ausmachten und unverkäuflich seien.

Wolfgang Rappe zieht ein zufriedenstellendes Resümee seiner bisherigen Arbeit. „Die ganze Mühe hat sich gelohnt. Die Resonanz der Kunden ist positiv, sie empfehlen mein Geschäft weiter.“

Trotzdem habe er noch viel zu tun. Unter den Regalen sind noch Kisten voller Schallplatten, die gereinigt und einsortiert werden müssen. Im zweiten Verkaufsraum fehlten noch Regale, die Rappe erst noch bauen müsse.

Zudem spiele Rappe mit dem Gedanken, zukünftig auch neue Schallplatten anzubieten. Im Trend läge der Ladenbesitzer damit auf jeden Fall: Im Dezember 2016 haben in England die Vinyl-Verkäufe erstmals die Download-Umsätze von Musik überholt. „Ich freue mich sehr über das kulturelle Comeback der alten Tonträger“, sagt der Schallplatten-Liebhaber.

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