„Schaklin“ ist ebenso erlaubt wie „Anton Saskia“

Von: Valerie Barsig
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Eschweiler. Eine sogenannte Hitliste der Vornamen gibt es jedes Jahr in der Indestadt: „Gerade bei Jungen sind jetzt alte Vornamen auf dem Vormarsch“, erzählt Alexandra Hoven, die im Standesamt in Eschweiler arbeitet.

So steht für 2013 der Name Paul mit Leon auf Platz eins der Hitliste. Auf Platz zwei der neugeborenen Jungen liegen Ben und Luca. Platz drei belegt Julian. Auf Platz vier wird es biblisch: Ihn teilen sich Elias, Jonas, Noah und Philipp. Alexander liegt auf Platz fünf.

Laut Alexandra Hoven liegen Ben und Paul auch im laufenden Jahr ganz vorn: Schon vier Pauls wurden beim Standesamt angemeldet und drei Bens. Aber auch Namen wie Anton, Arthur und Emil seien schon vergeben worden. Ebenfalls wieder dabei: Leon. „Neu in diesem Jahr ist Dean“, sagt Alexandra Hoven. Gleich dreimal wurde der Name bereits vergeben.

„Einen Namen ablehnen mussten wir bisher nicht“, erzählt Alexandra Hoven. Das liege aber auch daran, dass das Recht inzwischen viel möglich mache. Es gäbe nur noch wenige Gerichtsverfahren zur Namensänderung. Inzwischen könne man Kinder sogar mit männlichen und weiblichen Vornamen benennen.

So dürfe ein Junge sogar Anton Saskia heißen. „In Eschweiler gibt es das zwar nicht“, erzählt Hoven. Dennoch hätte sie von diesen Fällen gehört. „Meistens dann, wenn die Eltern eigentlich ein Mädchen gewollt haben und den entsprechenden Namen so schön fanden.“ Wichtig sei allerdings, wenn man einen Jungen Saskia nennen wolle, dass ein männlicher Vorname dazu genommen werde.

Bei den Eschweiler Mädchen lag 2013 Marie auf Platz eins. Mia und Emily (oder Emely und Emelie) liegen dicht auf. Lena und Laura folgen auf den Plätzen drei und vier und Anna, Emilia und Marie liegen auf dem fünften Platz. Auch 2014 ist Marie beliebt: Schon vier Mädchen bekamen den Namen, ebenfalls vier Mädchen wurden Jana genannt. Aber auch Lea ist wieder im Kommen – drei Neugeborene heißen so.

Namen werden immer dann geändert, wenn ihre Träger ohne eine Änderung eindeutigem Spott ausgesetzt seien, sagt Alexandra Hoven. „Wir können beispielsweise keinen Namen ablehnen, nur weil die Eltern eine ungewöhnliche Schreibweise bevorzugen.“

In Erinnerung geblieben sei ihr dabei ein Fall aus Eschweiler. Die Eltern hätten bei der Namensgebung für ihre Tochter Jacqueline auf die Schreibweise „Schaklin“ bestanden. „Phonetisch ist es gleich, also können wir das nicht ablehnen“, erklärt Alexandra Hoven. In einem solchen Fall werde Eltern ein Schreiben vorgelegt, in dem sie per Unterschrift bestätigen müssen, über die übliche Schreibweise des Namens aufgeklärt worden zu sein.

Froh ist Alexandra Hoven, dass ihr bisher kein Name wie beispielsweise Luke Skywalker oder etwas ähnliches untergekommen ist. „Wenn dann nur Luke“, sagt sie. Und das sei als Vorname für ein Neugeborenes doch vollkommen in Ordnung.

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