Satte Sounds vom Sunnyboy aus Pasadena

Von: psi
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Ein erneut gut gefülltes Haus bescherte die Carl Verheyen Band dem Kulturzentrum Talbahnhof bei „Blues meets Rock”. Foto: Santosi

Eschweiler. Carl Verheyen, US-Gitarrist, Sänger und Komponist sorgt immer für ein gefülltes Haus. Seit 1997 tourt er regelmäßig durch die Region und auch am Montagabend freuten sich rund 150 Fans im Kulturzentrum Talbahnhof auf den Sonnyboy aus dem kalifornischen Pasadena.

Viele Gäste fanden wieder einmal den Weg aus den benachbarten Niederlanden nach Eschweiler, was ein Beleg für die überregionale Attraktivität der Clubkonzert-Reihe „Blues meets Rock” sein mag.

Damit es nicht etwa langweilig wird, bringt Carl Verheyen regelmäßig neue Musiker auf seine Europatourneen mit. Diesmal baute er wie 2007 auf das eingespielte Team mit Schlagzeuger Walfredo Reyes (früher unter anderem in den Bands von Carlos Santana und David Lindley aktiv) und Bassist Dave Marotta.

Seit rund drei Jahren pflegt Carl Verheyen auch eine Freundschaft mit der Eschweiler Sängerin Andrea Porten, die ebenfalls am Montagabend als Gast-Vokalistin für einige Songs auf der Bühne weilte.

Mit seiner akustischen Gitarre wagte sich Verheyen diesmal streckenweise auch in Country-Gefilde, bevor er seine typischen Läufe auf der E-Gitarre zelebrierte. Dabei spielte er sich oft in eine Art Kurzzeit-Trance, die nur von den ausgezeichneten Soli seiner Mitspieler unterbrochen wurde. Dave Marotta zum Beispiel nutzte geschickt einen sogenannten Loop-Sampler, mit dem er sich bei seinem furiosen Bass-Solo praktisch selbst begleiten konnte.

Walfredo Reyes bezog das Publikum klatschenderweise in sein Schlagzeug-Gewitter mit ein, was den Zuhörern hörbar Freude bereitete.

Das bestens eingespielte Trio überzog es aber nie mit den reinen Instrumental-Ausflügen, sondern bot ein perfektes Zusammenspiel, von ein paar kleinen technischen Patzern mal abgesehen, die aber nun mal zur Live-Musik dazugehören.

Die ansatzlosen Wechsel zwischen Fusion, Jazz und Pop stehen in krassem Gegensatz zum üblichen, einschlägigeren Bluesrock, den man von anderen Vertretern der Konzertserie gewohnt ist. Immer wieder gerne gehört auch das experimentierfreudige „Highland Shuffle”, in dem der Gitarrist das Kunststück fertigbringt, nahezu dudelsackähnliche Klänge aus seinem Spielinstrument herauszuzaubern.

Die Vielseitigkeit von Carl Verheyen ist legendär. Unter anderem macht er sich zurzeit als Musiker und Komponist für die Filmindustrie einen Namen. Stolz berichtete er den Zuhörern davon, dass er einen seiner neuen Bühnen-Songs während einer Pause bei den Tonaufnahmen zum neuen Star Trek-Film komponierte. Überhaupt hat man bei seinen Auftritten in Eschweiler in den vergangenen Jahren das Gefühl, der Mann fühlt sich in Eschweiler ziemlich heimisch.

Wenn der Maestro singt, klingt das durchaus gefällig. Dennoch sollte irgendjemand Verheyen beim nächsten Mal sagen, dass er doch eine facettenreiche Sängerin mit auf der Bühne hatte, die er ruhig öfter einsetzen sollte. Gemeinsam mit Andrea Porten lieferte er mit „Higher Ground” ein schönes, aber leider viel zu kurzes Duett ab.
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