Eschweiler-Pumpe - Sanierungspläne der Stadt: Anwohner sind verärgert

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Sanierungspläne der Stadt: Anwohner sind verärgert

Von: tob
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Die Anlieger der Hausnummern 53 bis 61 kritisieren die Pläne der Stadt Eschweiler und hoffen, die Projektplaner doch noch zu einem Ortstermin zu treffen. Foto: Tobias Röber

Eschweiler-Pumpe. Die Stadt Eschweiler will die Straße Im Hag sanieren. Für mehr als zwei Millionen Euro sollen die Kanäle und die Straßendecke erneuert werden. Die Anwohner der ungeraden Hausnummern 53 bis 61 kritisieren die Pläne der Stadt für „ihren“ Teil der Straße.

Hannsgunter Bosselmann ist einer der fünf Anwohner dieses Teilstücks und beziffert die Kosten für diesen Straßenabschnitt auf 230 000 bis 250 000 Euro. Von rund 230 000 Euro geht auch Hermann Gödde, Technischer Beigeordneter der Stadt Eschweiler, aus. In Bosselmanns Augen ist das deutlich zu viel. Bosselmann war selbst jahrelang Mitarbeiter der Stadt Eschweiler – im Tiefbauamt. Von der Materie hat er also entsprechend Ahnung. Seine Berechnungen sehen lediglich rund 35 000 Euro vor.

Wie kommt dieser große Unterschied zustande? Die Zufahrt zu diesen Häusern erfolgt über die Wilhelminenstraße einen kleinen Hang hinauf. Einen Kanal zur Entwässerung gibt es dort derzeit nicht. Das abfließende Wasser kann vom Gulli an der Wilhelminenstraße nur unzureichend aufgenommen werden. Geht es nach Bosselmann, könne dort nachgebessert werden. Für Hermann Gödde ist klar, dass eine Entwässerung mittels Kanal her muss. Selbstredend ein sehr großer Kostenpunkt.

Schlaglöcher suche man derzeit vergeblich, sagt Bosselmann und kritisiert, dass die Straße bei der Sanierung bis zu einer Tiefe von 60 Zentimetern abgetragen wird. Das ist laut Bosselmann nicht nötig. Gödde sagt dazu: „Standsicherheit und Frostsicherheit sind nicht gewährleistet. Es ist kein heterogener Untergrund.“ Die Straße entspreche nicht dem neuesten Stand der Technik. Das werde mit der Sanierung geändert.

Ebenfalls ein Kritikpunkt der Anwohner: Die Kanalsanierung solle nicht mittels des sogenannten Inlinerverfahrens erfolgen. Dabei geht es um die beiden Grundstücke im hinteren Teil der Straße. Die Sanierung wird laut Gödde aber doch mit dem Inlinerverfahren geschehen. Will heißen: Es müssen keine Bagger anrücken, die den Boden aufreißen.

Eine weitere Änderung haben die Anwohner bereits erreicht: Die kleine begrünte Insel in der Straßenmitte sollte nach den ersten Planungen vergrößert werden. Sie bleibt nun im jetzigen Zustand erhalten. Genau das wünschen sich die Anwohner – wie beschrieben – auch für weitere Teile der Straße. Bosselmann & Co. hatten kürzlich um einen Ortstermin gebeten, den die Stadt jedoch schriftlich abgelehnt hat. Der Rat hatte das Projekt in seiner Sitzung im Dezember beschlossen, mit der Auflage, der Technische Beigeordnete solle nochmals das Gespräch mit den Anwohner suchen. Das habe er getan, so Gödde, allerdings habe man keine Einigung erzielen können.

Der Technische Beigeordnete hofft auf einen Baubeginn noch vor den Sommerferien. Hans Winnen zählt ebenfalls zu den Anwohnern und hofft, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist: „Wir wollen keinen Ärger, sondern einfach nur vernünftig reden.“

Die Stadt hatte im Zuge der Diskussionen den Anwohner auch eine Privatisierung des Straßenabschnitts angeboten, was diese jedoch ablehnten.

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