Eschweiler - Sanierung: Aussichtspunkt und Café an der Burg

Sanierung: Aussichtspunkt und Café an der Burg

Von: Patrick Nowicki
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Geschäftsführer Jörg Kaever auf dem Gerüst an der Nordwand. Foto: Nowicki
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Zahlreiche Bruchstücke warten darauf, wieder eingesetzt zu werden. Foto: Nowicki
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Innerhalb der Burgmauern ist Helmpflicht. Foto: Patrick Nowicki
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Im Kellergewölbe schaut sich MdB Helmut Brandt um. Foto: Patrick Nowicki
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Der Blick in den Nordwest-Turm, den der Verein gerne wieder begehbar machen möchte. Foto: Patrick Nowicki
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So soll sie im Jahr 1550 ausgesehen haben: Wiebke Steinbiß von der FH Köln rekonstruierte die Nothberger Burg digital.

Eschweiler. Die am 17. Mai 1317 erstmals urkundlich erwähnte Burg Nothberg fristete viele Jahrzehnte lang ein tristes Dasein. Im 19. Jahrhundert als Steinbruch genutzt, steht von dem einst imposanten Haus kaum noch etwas.

Zwei Ecktürme wurden abgetragen, mit den Steinen wurde so manches Haus in Nothberg gebaut. Ein Dach und eine Decke bestehen schon lange nicht mehr, denn die Eichenbalken waren ebenfalls sehr beliebt bei Bauherren. So verkam das Wahrzeichen Nothbergs zur Ruine. Sie zu begehen ist zu gefährlich, weil immer wieder Steine von den Mauern fallen können.

Besuch von Brandt

Aber dies soll sich bald ändern, denn der Förderverein der Nothberger Burg steht vor entscheidenden Wochen: Die NRW-Stiftung Naturschutz-, Heimat- und Kulturpflege will ihre Fördertöpfe öffnen, um das wertvolle Gebäude in seinem Zustand zu erhalten. In diesen Tagen besuchte auch der Bundestagsabgeordnete Helmut Brandt (CDU) die Burg, um sich vor Ort ein Bild von den Arbeiten zu machen. Schließlich fördert auch der Bund solche Projekte.

Um jedoch ans Geld der Stiftung oder des Bundes zu gelangen, muss eine klare Arbeitsabfolge für die Burg vorliegen. Dr. Ekkehard Kandler erstellt aktuell ein Konzept, das auch einen Kostenrahmen abstecken soll. Der Kölner Architekt war im Rahmen seines Studiums an der Fachhochschule Köln schon an der Burg tätig und fühlt sich dem Verein und dem historischen Gemäuer immer noch verbunden. „Wir wollen Schritt für Schritt weiterkommen“, gibt der Vorsitzende Hans Illner als Parole aus. Der Grundstein für eine bessere Zukunft wurde schon vor einigen Wochen gelegt: Mit dem Eigentümer der Burg, Karl-Heinz Kever, einigte sich der Verein auf einen Nutzungsvertrag, der zunächst 25 Jahre gilt. Dies war die grundsätzliche Voraussetzung, an eine Förderung der öffentlichen Hand zu gelangen.

Da der Verein aus ehrenamtlichen Mitgliedern besteht, ist er auf externe Hilfe angewiesen. Mit der gemeinnützigen Gesellschaft Low-Tec verbindet den Verein eine langjährige Zusammenarbeit, die zwischenzeitlich jedoch gestoppt werden musste. Inzwischen ist die Beschäftigungsgesellschaft wieder an der Burg aktiv. Die nördliche Zugangstreppe ist fertiggestellt. Aktuell finden Arbeiten an der Nordwand statt. Das alte Gerüst wurde inzwischen abgerissen und durch ein neues ersetzt. Die Arbeiter haben damit begonnen, die lockeren Steine abzutragen. Treffen sie auf stabiles Mauerwerk, werden diese Stücke wieder mit einem speziellen Mörtel befestigt. Alles geschieht in enger Abstimmung mit dem Landeskonservator.

Die Fachleute machen keinen Hehl daraus, dass die Burg im ruinösen Zustand erhalten werden soll. Aber auch dies wird kostspielig und aufwändig. Fensteröffnungen sollen nicht einfach zugemauert werden, sondern nach Möglichkeit bestehen bleiben. Bestimmte Arbeiten können auch nur von Spezialfirmen verrichtet werden. Der Erker am Eingang ist ein typischer Fall dafür. Die Mitglieder des Fördervereins haben die Fenster mit Folie abgespannt. Die Steine sind brüchig und nur bedingt weiter verwendbar. Erste Kontakte zu Handwerkern, die diese Puzzle-Arbeit übernehmen wollen, wurden bereits geknüpft. „Dies ist eine sehr komplizierte Arbeit, denn die Steine, die die Lücken füllen sollen, müssen den ursprünglichen in Material und Form gleichen“, berichtet Hans Illner. Auch der Mörtel sollte möglichst nah am Original sein.

Über allem schwebt das Ziel, die Burg einmal für das Publikum zu öffnen: als Ausflugsziel, vielleicht mit einem Café, vielleicht mit einem Aussichtspunkt auf dem Nordwest-Turm. „Ich weiß, dies sind hohe Ziele, aber man muss auch Träumen dürfen, denn ohne dies wären wir heute nicht schon so weit“, sagt Illner. In wenigen Tagen werden Vertreter des Landeskonservators, der Stiftung und der Stadt Eschweiler zusammenkommen, um weitere Projekte an der Burg auf den Weg zu bringen.

Schritt für Schritt geht es weiter. Keiner denkt derzeit daran, dass der Förderverein vor gar nicht allzu langer Zeit vor dem Aus stand. Und damit die Nothberger Burg.

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