Eschweiler - Salz und Sole warten auf ihren Wintereinsatz

Salz und Sole warten auf ihren Wintereinsatz

Von: Udo Kals und Elisa Zander
Letzte Aktualisierung:
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Schnelle Schüttung: Die fünf Winterdienstfahrzeuge werden unter den Silos direkt befüllt. Foto: Elisa Zander

Eschweiler. Die Einsätze zur Wintersaison 2010/2011 sind Heinz-Dieter Marx noch sehr präsent. Fehlendes Streusalz führte damals dazu, dass ganze Straßen nicht mehr gestreut werden konnten, erzählt der Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Eschweiler. Aus der Erfahrung habe man gelernt.

450 Tonnen Salz wurden gelagert – erst 150 Tonnen davon gebraucht. Doch der nächste Schnee kommt bestimmt, sagt Marx, vielleicht sogar schon am nächsten Wochenende. Die Räum- und Streufahrzeuge stehen jedenfalls bereit.

Um dem Winter künftig besser begegnen zu können, hat die WBE in drei zusätzliche Silos investiert. Somit stehen auf dem Hof mittlerweile fünf solcher Speicher, die, bei maximaler Auslastung, jeweils über ein Fassungsvermögen von 90 Tonnen Trockensalz verfügen. Nur in den aus Holz konstruierten Hochsilos konnte man gewährleisten, die gewünschte Vorratsmenge unterzubringen, erläutert Frank-Peter Schwiebert, kaufmännischer Leiter der WBE. Die Option einer Lagerhalle wurde aus Platz- und Nutzungsgründen abgelehnt.

„Der Vorteil bei einem Silo ist, dass man das Salz direkt in das Fahrzeug abfüllen kann“, erläutert Marx. „In einer Halle gelangt das Material erst über Radlader und Förderbänder in das Fahrzeug.“ Hinzu komme, dass durch den Holzspeicher ein Feuchtigkeitsaustausch gewährleistet ist, so dass das Salz nicht verklumpt. Denn das kann nicht auf die Straße gebracht werden. Zwar habe man in Eschweiler dieses Problem nicht in großem Maße gehabt, wie Stadtpressesprecher Stefan Kaever sagt. Dennoch sei die Verklumpungsgefahr in Silos weitaus geringer.

Beim Landesbetrieb Straßen.NRW, der für Autobahnen sowie Bundes- und Landesstraßen zuständig ist, sind solche Probleme gänzlich unbekannt. „Für uns ist das kein Thema“, sagt Ralph Schröter, der für die Straßenmeistereien in Aachen, Jülich und Simmerath zuständig ist. „In der Regel bleibt das Salz drei bis fünf Jahre locker, da verklumpt so schnell nichts“, fügt Landesbetrieb-Sprecher Bernd A. Löchter an. Doch so lange bleibe das Salz normalerweise sowieso nicht in den Hallen. „Nach spätestens drei Jahren ist das Salz meist auf den Straßen.“ Bauliche Mängel könnten indes ein Problem sei, etwa wenn ein Silo undicht ist und Wasser eindringen kann, mutmaßt Löchter.

Um einen höheren Wirkungsgrad zu erreichen, arbeiten der Betrieb seit einiger Zeit mit der „Feuchtsalzstreuung“. Hierbei wird das Salz, unmittelbar bevor es auf die Straße kommt, im Streuteller mit einer Sole aus Calciumchlorid besprüht. Das Gemisch aus etwa 70 Prozent Trockensalz und 30 Prozent Sole wirkt bei Temperaturen bis minus 15 Grad, wohingegen das Trockensalz nur bis zu Minus sieben Grad einsetzbar ist.

Der Ausgangslagerbestand von 450 Tonnen Salz reicht bei steter Streuung für etwa eineinhalb Wochen, schätzt Frank-Peter Schwiebert. Damit werden die dem Winterdienst unterliegenden 110 Kilometer von insgesamt 260 Kilometern Straße im Stadtgebiet bestreut.

Bereits zwei bis drei Tage vor angekündigtem Schneefall und Glatteis ruft der WBE den Winterdienst aus. Die schon im Sommer angefertigten Streu- und Räumpläne werden von fünf Fahrzeugen des WBE abgefahren. 18 bis 20 Kilometer kann mit einer Fahrzeugladung bestreut werden, dafür sind die Mitarbeiter etwa vier Stunden unterwegs. Gibt es Ausfälle im Fuhrpark oder kommt es zu Ausnahmesituationen, wird ein angemietetes Fahrzeug eingesetzt, erklärt Heinz-Dieter Marx. Eine weitere „Vorsorgemaßnahme, um in Extremfällen gerüstet zu sein“.

Für das kommenden Wochenende lesen Heinz-Dieter Marx und Frank-Peter Schwiebert immer wieder Meldungen des Wetterdiensts. „Aber die werden erst in einigen Tagen richtig konkret“, ist ihre Erfahrung. Spätestens vier Stunden vor dem Niederschlag erhalten die Bereitschaftsführer eine Frühwarnung auf ihr Mobiltelefon. „Die sind sehr präzise“, sagt Marx. „Bis auf 15 Minuten korrekt sind die Vorhersagen.“

Ob sie ausrücken, sobald der Schnee fällt, oder schon Stunden im Voraus einige Straßen vorsorglich bestreuen, entscheidet der Winterdienst kurzfristig. „Es gibt zwar Grundraster“, so Marx, „aber wir handeln immer der Situation und den Anforderungen entsprechend.“

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