Eschweiler - Sängerin Maggie Mackenthun: Eine Stimme, so bunt und rau wie das Leben

Sängerin Maggie Mackenthun: Eine Stimme, so bunt und rau wie das Leben

Von: se
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Faszinierte die Zuhörer im Rio mit ihrer rauchigen und charismatischen Stimme: Maggie Mackenthun von der Band Kosmic Blue. Foto: Sonja Essers

Eschweiler. Ein Cello, eine Akustik-Gitarre, eine Mundharmonika und eine Stimme, die durch Mark und Bein geht: Wer gute, handgemachte Musik erleben wollte, der kam jüngst ins Rio in die Schnellengasse. Schließlich war dort im Rahmen der Blues-meets-Rock-Konzerte die Band Kozmic Blue zu Gast, die das Publikum nicht nur mit richtig guter Musik, sondern auch viel Leidenschaft und Hingabe begeisterte.

Bereits wenige Sekunden nachdem ihre Stimme zum ersten Mal erklungen war, hatte Maggie Mackenthun die Besucher in ihren Bann gezogen. Faszination ging von der Frau, die in einem langen Ledermantel, einer Menge Türkisschmuck sowie mit ihrer lockigen Mähne die Bühne betrat. „Janis lebt“ hatte BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken einmal über ihren außergewöhnlichen Gesang gesagt. Und tatsächlich! Diese Auffassung konnten die Gäste nur bestätigen. Ein platter Vergleich der beiden Sängerinnen würde Maggie Mackenthun, die bereits mit drei Jahren ihren Vater verlor und als 16-Jährige von zu Hause auszog, allerdings ganz und gar nicht gerecht. Schließlich liebt Maggie nicht nur die Musik, sondern lebt sie auch.

Und das wurde bei dem Konzert besonders deutlich. Ihre Stimme erzeugte Gänsehaut pur, und sie fühlte die Texte, die sie sang. Das könnte vor allem mit ihrer Vorgeschichte zusammenhängen. Als Straßenmusikerin tingelte Maggie durch ganz Europa. Sie sang nicht nur, sondern trommelte, spielte Saxophon und Querflöte. Dass sie letzteres einwandfrei beherrscht, zeigte sie auch in Eschweiler. Sie brillierte jedoch nicht nur an der Querflöte, sondern auch an der Mundharmonika.

Die Band Kozmic Blue entstand aus der Band Kozmic Two, die Maggie mit ihrem Mann Gerhard Sagemueller, der bereits für Künstler wie Joe Cocker, Drafi Deutscher, Wolf Maahn, Ina Deter und Purpe Schulz als Schlagzeuger aktiv war, gründete. Nachdem Sagemueller allerdings 1996 einen Hörsturz erlitten hatte, fiel er für sechs Monate aus. Sagemueller nutzte jedoch die Zeit und lernte akustische Gitarre spielen. Beide Instrumente spielte Sagemueller auch im Rio. Jedoch nicht abwechselnd, sondern parallel. Während er auf der Gitarre die Melodie vorgab, bestimmten seine Füße den Beat. Für einen Bass-Sound vom Feinsten sorgte Justus Sagemueller, der abwechselnd Cello und E-Bass spielte.

Doch zurück zum Konzert. „Wir versuchen immer unser Bestes zu geben“, begrüßte Maggie das begeisterte Publikum nach den ersten drei Songs. Dieses Gefühl sollte auch der Titel „I´ll keep trying“ ausdrücken. Während Maggie bei diesem Stück vor allem an der Querflöte begeisterte, ging ihren Stimme beim darauffolgenden „Black eyed Blues“ so richtig unter die Haut. Verzweiflung, Trauer, Wut und Hoffnung einer Frau, die von ihrem Mann geschlagen wurde, brachte die Sängerin mit ihrer rauen Stimme gekonnt zum Ausdruck.

Besonders angetan waren die Besucher von den Songs, die die Band akustisch performte. Das bedeutete, dass die Musiker nicht nur ohne Strom, sondern auch mitten im Publikum ihr Können zum Besten gaben. So auch beim Lied „Days gonna come by“, einer der ersten Songs der Band. Natürlich gab es an diesem Abend nicht nur ältere Titel und Cover, sondern auch Lieder vom letzten Album „Home“ zu hören. In dem gleichnamigen Lied erzählte Sängerin Maggie davon, wie schön es sei, nach einer langen Tour wieder nach Hause zurückzukehren.

Dass die Band abwechslungsreich ist und nicht nur die lauten, sondern auch die leisen Töne perfekt beherrscht, wurde auch im zweiten Set deutlich. Wie hoch Maggie eigentlich singen kann, bewies sie im Stück „Diamonds and glass“, ein Song, „der versucht uns vom Gefühl des Liebeskummers zu befreien“, so die Frontfrau.

Auch die Titel „So long“ und „Tell Momma“, bei dem Maggie das Publikum zum Mitsingen und Mitklatschen animierte, kamen bei den Besuchern sehr gut an.

Doch auch wenn Kozmic Blue keine Janis-Joplin-Coverband ist, so durfte ein Stück der Musikerin an diesem Abend nicht fehlen: „Me & Bobby McGee“. Spätestens an dieser Stelle war den Fans klar, dass hier nicht Janis Joplin, sondern Maggie Mackenthun auf der Bühne steht, die die Lieder auf ihre eigene Weise singt und fühlt.

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