Runder Tisch zur L 238n nur „Quasselbude“?

Von: Rudolf Müller
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19. Mai – wenige Tage vor der Wahl: Soeben ist der 2. Bauabschnitt der L 238n für den Verkehr freigegeben worden. Die Verkehrsbelastung in Pumpe hat das nicht verringert. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Rund neun Millionen Euro hat er gekostet, der 2. Bauabschnitt der L 238n, der ganze sechs Tage vor der jüngsten Kommunalwahl für den Verkehr freigegeben. Der muss nun nicht mehr vor den Absperrbaken hinter der Indebrücke Richtung Odilienstraße abbiegen, sondern kann geradeaus über den Hohen Stein zur Phönixstraße durchrollen.

Dass dies für die verkehrsgeplagten Anwohner in Pumpe eine Verbesserung darstellt, wagen viele zu bezweifeln. Im Gegenteil: Der Verkehr zwischen der Autobahnanschlussstelle Eschweiler-West an der Rue de Wattrelos und der Nachbarstadt Stolberg wird nun noch einfach er und reibungsloser mitten ins Herz des Ortsteil geführt – eine Umgehung, sprich: der 3. Bauabschnitt von der Phönixstraße bis Steinfurt, bleibt nach wie vor Zukunftsmusik.

Als NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) am 19. Mai den 2. Bauabschnitt der L 238n in Eschweiler eröffnete, traf er sich auf Bitten des Eschweiler SPD-Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling im Anschluss mit Vertretern der Bürgerinitiative für einen 3. Bauabschnitt vor Ort an der Phönixstraße und machte sich dort selbst sich ein Bild von der Verkehrssituation. Stefan Kämmerling: „Minister Groschek hat bei dem Termin zwar nicht den Bau eines 3. Bauabschnitts zusagen können, er hat jedoch einen Runden Tisch in Aussicht gestellt.

Für diesen Runden Tisch habe ich nach dem 19. Mai in verschiedenen Gesprächen mit dem Minister geworben und darum gebeten, dass bereits ab dem ersten Runden Tisch die Bürgerinitiative beteiligt wird.

Ich freue mich sehr, dass Minister Groschek Wort hält und nun erklärt hat, dass der Runde Tisch noch vor den Herbstferien 2014 unter Beteiligung u. a. der Bürgerinitiative stattfinden wird. Zum Start der Runden Tisches werden auch bereits Überlegungen für die Linienführung eines potenziellen weiteren Bauabschnittes vorliegen.“

Eine Zusage, von der der CDU-Landtagsabgeordnete Axel Wirtz nicht viel hält. In einem Schreiben an Groschek hatte er angeregt, die Planung des 3. Bauabschnitts in Richtung Steinfurt voranzutreiben: „Die günstigste, weil preiswerteste, kürzeste und verkehrstechnisch sinnvollste Strecke ist die Anbindung des III. Bauabschnitts an die Kreuzung Steinfurt direkt hinter der Stadtgrenze der Stadt Stolberg. Diese Anbindung wurde auch im Rahmen des Linienbestimmungsverfahrens anfänglich lange favorisiert, dann aber wegen verschiedener Naturschutzbelange (Querung Indeaue, Vegla-Polder), verworfen. Danach erst wurde die längere Variante ins Auge gefasst, wobei zu diesem Zeitpunkt die Grundstückseigentümer noch andere waren.

Daher rege ich nochmals an, die ursprünglichen Planungen wieder aus den Schubladen zu nehmen und sie umzusetzen. Bitte planen Sie weiter und lassen keine wertvolle Zeit verstreichen. Denn die Menschen stehen schließlich im Vordergrund.“

Groscheks Antwort war für Wirtz eine Enttäuschung: Der Minister ließ ihn wissen, dass sich an der Planungspriorisierung nichts geändert habe: „Nach wie vor ist die Maßnahme als nachrangig zu planen priorisiert.“ Und auch wenn Groschek beim Treffen mit den betroffenen Bürgern sinngemäß betont hatte, dass „Menschen Vorrang vor Fledermäusen“ gebühre, so „lassen besonders naturschutzfachliche Probleme im Bereich der Indeauen eine lange Planungszeit erwarten.“ Und: „Hohe Grunderwerbskosten erhöhen die Gesamtkosten und erschweren somit die Finanzierung.“

Für Axel Wirtz ist nach dieser Antwort klar: „Der Runde Tisch ist also nur Fassade! Eine Quasselbude zur Beschäftigung der Leute! Da soll davon abgelenkt werden, dass der 3. Bauabschnitt bei dieser Landesregierung keine Chance hat.“

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