Rüstige Senioren entdecken die Welt neu

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Der Mensch und vielfältige An
Der Mensch und vielfältige Angebote rund um den demografischen Wandel stehen beim „Markt der Möglichkeiten” in Stolberg im Mittelpunkt.

Stolberg/Eschweiler. 70 Jahre galt anno dazumal als greis, ist heute aber ein Alter, in dem rüstige Senioren und Seniorinnen gern noch die Welt erkunden, einen Computerkurs machen, zum Tanztee gehen - und sich keineswegs als alt bezeichnen würden.

Wer bei guter Gesundheit ist und Lebensfreude hat, findet in mittleren und großen Kommunen der Städteregion auch als 80- oder gar 90-Jähriger zahlreiche Angebote, um die umfangreiche Freizeit genussvoll zu nutzen. Was aber, wenn Senioren und Seniorinnen in einer eher ländlich strukturierten Umgebung kilometerweit von der nächsten Anlaufstelle entfernt wohnen?

Oder nicht mehr gut zu Fuß sind, geschweige denn Auto fahren können? Oder an einer Krankheit leiden, die es erschwert, Kontakte zu pflegen? Und was haben die Jungen mit all dem zu tun?

Antworten auf solche und viele andere Fragen geben zahlreiche Projekte, Initiativen, Verbände und Vereine in der Städteregion, die sich mit dem Thema Demografie und generationenübergreifender Integration beschäftigen. Bislang für sich und nur mit Blick auf die jeweilige Situation vor Ort.

„Dabei hat es viele Vorteile, auch über den Tellerrand hinauszuschauen, von anderen und deren Ansätzen und Erfahrungen zu lernen, sich stärker zu vernetzen, um der mitunter heterogenen Struktur in der Städteregion gerecht zu werden”, weiß Jessica Lerche. Sie organisiert federführend für das Amt Kultur und Empirische Forschung der Städteregion den Markt der Möglichkeiten am Dienstag, 13. November, in Stolberg.

Dieses Event - konzipiert von der Amtsleiterin Dr. Nina Mika-Helfmeier - will unterhalten und informieren zugleich und zielt zudem darauf ab, den Umgang mit dem demografischen Wandel in der Region besser überblicken zu können. „Und natürlich erhoffen sich alle, dass gute Ideen sich multiplizieren und Aktivitäten neu initiiert oder mit anderen kombiniert und erweitert werden können”, geht Lerche auf einige der Ziele ein.

Die Teilnehmer und Besucher sollen miteinander ins Gespräch kommen, gemeinsam über Herausforderungen nachdenken und nach Lösungen suchen, sich über ihren Tellerrand hinaus vernetzen. Voneinander lernen und miteinander entwickeln: Das ist die Richtung, die den Habitus, dass jeder für sich selbst in der eigenen Suppe rührt, hinter sich lassen will.

Zu den Projekten, über die Marktgäste an dem Dienstag etwas erfahren, gehören auch die Kreative Generationenbrücke und die Bewegte Geschichte(n). Bei ersterem besuchen Jugendliche regelmäßig demenzkranke Senioren und Seniorinnen in Heimen und gestalten mit ihnen Qualitätszeit: Mal setzen sie sich für Gesellschaftsspiele zusammen, mal gehen sie spazieren, mal basteln sie Dekoration, mal erlauben sie den alten Menschen, bei einem kleinen Einkaufsbummel wieder mit dem Leben da draußen in Berührung zu kommen.

Das vom Gesundheitsamt initiierte Projekt Bewegte Geschichte(n) hingegen verbindet gesundheitsfördernde körperliche Aktivität und Erinnerungen: Senioren haben eigene Erlebnisse zu Broschüren beigetragen, die Spaziergänge für Gleichaltrige beschreiben. Zu bestimmten Punkten auf den Strecken erzählen alte Menschen ihre Erlebnisse. Protokolliert haben dies wiederum junge Menschen, so dass auch hier der generationenübergreifende Charakter im Mittelpunkt steht.

Das tut er bei allen der mehr als 40 Stationen beim Markt der Möglichkeiten. Mit diesem Schwerpunkt signalisiert die Städteregion, wie wichtig es ist, bei der Diskussion über den demografischen Wandel nicht ausschließlich die Über-60-Jährigen im Blick zu haben. Kinder und Jugendliche spielen eine wesentliche Rolle - nicht nur als Versorger und finanzielles Fundament von morgen, sondern besonders als Bindeglied älterer Generationen an das Jetzt.

Daher hat die Städteregion das vielseitige Rahmenprogramm bewusst so bestückt, dass für jeden etwas dabei ist. Eher etwas für Erwachsene ist der Vortrag mit Titel Demografischer Wandel in der Städteregion Aachen. Doch von den Leckereien aus dem Seniorencafé schlemmen auch die Kleinen gern und lauschen gemeinsam mit Opa Geschichten, während Mama und Oma sich z. B. zum Ehrenamt informieren oder beim Yoga-Schnupperkursen unter Expertenanleitung entspannen.

Die Damen und Herren mit grauen Haaren, die neugierig Projektbroschüren durchblättern und ihre Einfälle an die große Brainstorming-Wand heften, als greis zu bezeichnen: Auf die Idee kommt jedenfalls keiner!
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