Rüssel rein, Müll raus: Das reicht nicht

Von: Thomas Vogel
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Die Sauberkeit in der Eschweiler Innenstadt lasse zu wünschen übrig, sagen die einen. Stimmt nicht, meinen andere – Eschweiler sei eine ganz normale Stadt. Fakt ist: Kaugummis kleben zu Tausenden auf den Gehwegen in der Innenstadt. Die Abfalleimer wurden modifiziert, Müll passt nur noch bis zu einer bestimmten Größe hinein. Foto: Thomas Vogel
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Die Sauberkeit in der Eschweiler Innenstadt ließe zu wünschen übrig, sagen die Einen. Stimmt nicht, meinen Andere – Eschweiler sei eine ganz normale Stadt. Fakt ist: Kaugummis kleben zu Tausenden auf dem Gehweg in der Innenstadt. Die Abfalleimer wurden modifiziert, Müll passt nur noch bis zu einer bestimmten Größe hinein. Foto: Thomas Vogel
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Die Stege am Einwurf der Abfalleimer sollen große Stücke fernhalten. Brigitte Averdung findet, Eschweiler müsse sauberer werden. Foto: Thomas Vogel

Eschweiler. Kaugummis und Hundehaufen haben eines defintiv gemeinsam – niemand tritt gerne hinein. Gerade erstere sind in Innenstädten ein Problem. Wie sauber eine Fußgängerzone ist, entscheidet mit über ihre Attraktivität, darüber, wie wohl sich Besucher fühlen. In Eschweiler lahmt das System der Müllvermeidung und Beseitigung offenbar ein wenig.

Darauf haben Sie, liebe Leser, uns explizit hingewiesen. Im Rahmen unserer Aktion Eschweiler 2020 ist es das erste Thema, auf das wir für Sie ein Auge werfen. Der Blick in die City hat gezeigt: Hunderte festgetretene Kaugummis und Abfalleimer, deren Öffnung verkleinert wurde – Beispiele, die den Einkaufsspaß in der City trüben? Dass es passiert, lässt sich nicht übersehen: Wer den Versuch unternähme, die festgetretenen Kaugummis zum Beispiel in der Englerthstraße zu zählen – er wäre lange beschäftigt.

Erwischt wird kaum jemand

Die werden augenscheinlich lieber auf die Straße gespuckt, als sie in einem Taschentuch mitzunehmen oder im nächsten Abfalleimer zu entsorgen. Eine Strafe befürchtet niemand. Dabei hat das Ordnungsamt die Möglichkeit, Verwarngelder auszusprechen.

Viele Delinquenten aber würden nicht erwischt, sagt Dieter Kamp, Dezernent fürs Ordnungswesen bei der Stadt. Und selbst wenn: „Meist ist es schwierig, das nachzuweisen.“ Könnte am Ende auch die Zahl der Patrouillen eine Rolle spielen? Vier Mitarbeiter laufen Streife – in ganz Eschweiler.

Eine Metallstrebe sorgt in Sachen Abfalleimer für Ärger. Die teilt ein große Öffnung in zwei halbrunde, kleinere Öffnungen. Damit ist die Größe des Mülls, der in die Metallzylinder wandert, beschränkt. Eine Pizzaschachtel müsste schon zerrissen werden, um zu passen. Somit, sagen die Kritiker, landet mehr Müll auf der Straße.

Es handelt sich um so genannte Unterflurbehälter. Was das bedeutet, erklärt Siegfried Zehn, Leiter der Abfallwirtschaftsabteilung in Eschweiler: „Unter dem Teil des Abfallbehälters, der sichtbar ist, gibt es einen weiteren im Boden. Er fasst insgesamt 800 Liter.“

Vorher standen Mülleimer mit einem Fassungsvermögen zwischen 60 und 70 Litern in der Innenstadt. Die mussten jeden Tag geleert werden. Die neuen Behälter sind so groß, dass sie nur noch einmal in der Woche geleert werden. Das spart der Stadt Geld.

Die Streben erfüllen derweil einen bestimmten Zweck, der direkt mit den Abfalleimer zusammenhängt. Saugwagen übernehmen die Leerung, stecken ihren Rüssel durch eine Öffnung in den unterirdischen Behälter und saugen den Müll heraus. Das Problem: In der Vergangenheit wurden die Rüssel regelmäßig durch zu große Teile verstopft. Mit den Streben soll das verhindert werden.

Ein Problem weniger für die von der Stadt mit der Reinigung beauftragten Wirtschaftsbetriebe Eschweiler (WBE). Der Müll nimmt dadurch allerdings nicht ab. Und so findet sich die ein oder andere Pizzaschachtel mehr da, wo sie nicht hingehört – weil sie in den Abfalleimer nicht gepasst hat. Das andere Übel indes geht die WBE noch überhaupt nicht aktiv an.

Mit Kleinkehrmaschinen, die zweimal in der Woche zur Reinigungsfahrt durch die City antreten, wird versucht, die festgetretenen Kaugummis zu entfernen. WBE-Geschäftsführer Manfred Knollmann sagt, derzeit werde überlegt, ein spezielles Heißluftgerät zum Ablösen der Kaugummis anzuschaffen. Die Entscheidung, eine vierstellige Summe für die Maschine zu investieren, ist bisher jedoch noch nicht gefallen.

Ein Kehrblech voller Kippen

„Alle sollten sich verantwortlich fühlen, Menschen anzusprechen, die ihren Müll auf den Boden werfen“, sagt Brigitte Averdung. Sie besitzt selbst einen Laden in der Innenstadt. Jeden Morgen komme beim Fegen ein Kehrblech voller Kippen zusammen, erzählt sie. Ein Kehrblech, das nicht in die kleinen Öffnungen der Mülleimer passe, weswegen immer etwas daneben gehe. „Es müsste einfach picobello sauber sein – dann würde sich auch niemand mehr trauen, seinen Müll auf die Straße zu werfen.“

Nun, liebe Leser, sind Sie an der Reihe. Diskutieren Sie mit, sagen Sie uns und allen anderen Ihre Meinung zum Thema. Besuchen Sie das Portal auf www.eschweiler-meinung.de/eschweiler2020. Sollte Ihnen außerdem etwas aufgefallen sein, dem wir als Eschweiler Lokalredaktion einmal nachgehen sollen, melden Sie sich.

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