Rückkehr zu G9: Schulkonferenz am „Städtischen“ stimmt zu

Von: pan
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Eschweiler. Die Schulkonferenz des Städtischen Gymnasiums hat am Donnerstagabend wie erwartet zugestimmt, einen Antrag auf Wiedereinführung des G9-Abiturs zu stellen. Man werde nun in Zusammenarbeit mit dem Schulamt im Eschweiler Rathaus ein Konzept erarbeiten, berichtete Schulleiter Winfried Grunewald.

Der Schulträger, in diesem Fall also die Stadt Eschweiler, muss dann einen formellen Antrag an die Bezirksregierung in Köln richten. Diese hat schon im Vorfeld deutlich gemacht, dass die rechtlichen Voraussetzungen für eine Rückkehr zum Abitur nach 13 Schuljahren nicht gegeben seien.

Die Leiterin des Schulamts in Eschweiler, Petra Seeger, sieht darin jedoch kein Argument, von einem Antrag abzusehen: „Die Vielzahl der Eltern, die eine Rückkehr zu G9 wünschen, können wir doch nicht einfach ignorieren.“ In ihren Augen sei es wichtig, ein Zeichen zu setzen, dass man den Elternwillen ernstnehme. In der Sitzung des Schulausschusses am Mittwoch sprach dessen Vorsitzender Dietmar Schultheiß (SPD) von einem „steinigen Weg“.

Diesen will die Schulkonferenz des Städtischen Gymnasiums beschreiten, nachdem am Dienstag bereits die Lehrer eine Entscheidung für G9 getroffen haben. Schulleiter Grunewald wünscht sich allerdings, dass man dauerhaft zu einem Abitur an der Schule nach 13 Jahren zurückkehren könne. In den NRW-Schulversuchen war das Angebot eines G9-Abiturs zeitlich befristet.

Der Schulentwicklungsplan, dessen Entwurf am Mittwoch debattiert und der in der Sitzung des Schulausschusses im November beschlossen werden soll, gibt die Möglichkeit dieser Initiative am Städtischen Gymnasium. Die Rückkehr zu G9 wird darin unter anderem auch damit begründet, dass Eltern die Wahl des bilingualen Zweigs für ihre Kinder oft scheuen, weil ihre Schützlinge durch G8 schon enorm belastet sind.

Dies bestätigt Schulleiter Grunewald: „Es gibt sicherlich auch Schüler, die problemlos mit G8 zum Abitur gelangen.“ Grunewald sagte im Schulausschuss, dass die „Jungen nach dem Wegfall des Zivildienstes und der Wehrpflicht, der früheren Einschulung und G8 nun drei Jahre früher eine Berufsentscheidung treffen müssen“.

Landesweit bestehen zahlreiche Eltern-Initiativen, zu G9 zurückzukehren. Im April hat die Landeselternschaft der Gymnasien die Ergebnisse einer Umfrage mit rund 40.000 Beteiligten veröffentlicht. Demnach sprachen sich 80 Prozent aller Befragten für G9 und damit für 13 Schuljahre an den Gymnasien aus. Vielfach weisen Initiativen auch darauf hin, dass an einem Gymnasium sogar beide Wege zum Abitur organisatorisch möglich seien. G8 war im Jahr 2005 von der rot-grünen Landesregierung eingeführt worden.

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