Rübenernte: Nur die Sonne erhellt die Mienen der Bauern

Von: Laura Laermann
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Der Hightech-Rübenroder „Terra Dos T4-40“ bringt 626 PS auf den Acker und wurde 2014 zur Maschine des Jahres gewählt. Foto: Patrick Nowicki
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Die Landwirte Michael Schmitz und Hubert Mock (rechts) sind nach der dritten Erntewoche nicht zufrieden mit dem Ertrag. Dennoch bleiben sie zuversichtlich gestimmt: Ein wenig Sonne könnte den Zuckergehalt der weiteren Rüben im Boden jetzt noch ankurbeln. Foto: Laura Laermann

Eschweiler. Eine bauchige Rübe mit einer schmalen Wurzelspitze hält Hubert Mock in seiner Hand: „Nicht die Idealform der Rübe, aber wir sind froh über jede Rübe, die wir aus dem Boden holen können.“ Der Landwirt blickt auf ein schlechtes Erntejahr zurück. Begonnen hat es mit einem sehr kalten und nassen Frühjahr.

Bei allen Feldfrüchten war es schwierig, eine hohe Qualität zu erzielen. Besonders die Rübe hatte es nicht leicht. „Rund zehn Prozent der Ertragserwartungen konnten für 2016 bisher nicht erreicht werden“, erklärt Hubert Mock. Die Erntezeit beginnt im September und endet Mitte Dezember, so dass den Bauern noch die Hoffnung bleibt auf zwei Monate mit gutem „Rübenwetter“.

Folgen des nassen Frühjahrs

„Tagsüber sollte es dafür sonnig sein, so dass die Photosyntheseleistung der Rübenblätter möglichst hoch ist und der Zuckerspeicher aufgefüllt wird“, weiß Michael Schmitz, stellvertretender Geschäftsführer des Maschinenrings Rheinland-West. „Nachts wünschen wir uns kühlere Temperaturen. Die Rübe verlangsamt dann ihren Stoffwechsel und der Zucker kann gespeichert werden.“

Insgesamt variieren die Erträge: So gibt es Felder mit besonders guter Bodenqualität, die bessere Rüben bringen als andere Felder. Natürlich spielen auch die Anbautechnik des Landwirts und die Behandlung der Pflanzen eine wichtige Rolle.

Wegen der Nässe des Frühjahrs traten vermehrt Fäule und Pilze auf, die in diesem Jahr mit Fungiziden in ein bis zwei Maßnahmen behandelt wurden. Die Blattkrankheiten lassen die Blätter braun werden, so dass die Photosynthese sowie die Zuckerbildung nicht stattfinden können. Dünger und Pflanzenschutzmittel sorgen häufig für Diskussionen der Menschen.

Auch die Landwirte sind daran interessiert, möglichst wenig Mittel zu benötigen, denn der vermehrte Einsatz bedeutet höhere Kosten und mehr Arbeitsaufwand. „Der Feldtag bietet die Möglichkeit, kritische Themen mit den Bürgern und anderen Landwirten zu kommunizieren und sich auszutauschen“, sagt Bauer Mock. Kollege Schmitz fügt hinzu: „Wir sind auf die Rücksichtnahme der Menschen hier in dieser sehr ländlichen Gegend angewiesen.“

Im Austausch mit Bürgern

Denn auch das Thema Lärm beschäftigt Landwirtschaft und Bürger zunehmend. In diesem Jahr wurde die schon lange angekündigte 24-Stunden-Anlieferung in der Jülicher Zuckerfabrik Pfeifer & Langen eingeführt. 30 Prozent des täglichen Ertrags werden nun nachts zur Fabrik gefahren, wo die Rüben direkt weiterverarbeitet werden.

Zuvor wurden die Rüben bereits tagsüber angeliefert. Die neue Regelung soll den Verkehr entzerren, so dass sich die Fahrzeuge nicht in die Quere kommen und die Fabrik leichter beliefert werden kann. Denn: Die Jülicher Fabrik setzt in der Stunde für die Zuckerproduktion rund 700 Tonnen Rüben um.

Mit der 24-Stunden-Belieferung geht auch der nächtliche Lärm einher, den die Maschinen und Fahrzeuge verursachen. „Wir haben bei der Parzellenplanung darauf geachtet, die Rübenfelder, die nachts angefahren werden, möglichst weit weg von bewohnten Gebieten zu legen“, erklärt Hubert Mock.

„Auch die Routen für Nachtfahrten liegen außerhalb von Wohngebieten.“ Bisher gab es keine Beschwerden von den Bewohnern. Dennoch soll der fünfte Feldtag in Dürwiß Gelegenheit geben, sich über Themen wie dieses auszutauschen.

Für den Feldtag und für die nächsten Wochen wünschen sich die Landwirte jetzt nur noch eins: Sonnenschein.

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