Rue de Wattrelos: Müll, Kot, Urin und jede Menge Ärger

Von: rpm
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Eschweiler. Nicht nur Anliegern stinkts schon lange in der Rue de Wattrelos: Die illegal parkenden Lkw auf dem Straßenstück zwischen den Autobahnanschlüssen und dem früheren Domizil der Autobahnpolizei stellen seit längerer Zeit einen für die anliegenden Gewerbetreibenden und deren Kunden unzumutbaren Zustand dar.

Der Parkdruck an Deutschlands Autobahnen ist bekannt. Laut ADAC fehlen hier bundesweit mehr als 7000 Lkw-Stellplätze. Erst vor kurzem starb ein tschechischer Trucker auf der A4, weil er aus seinem Wagen ausstieg, der bereits auf dem Zubringer zur völlig überfüllten Raststätte Aachener Land Nord im Lkw-Stau steckengeblieben war.

Irgendwo aber müssen Lkw-Fahrer, die ihre gesetzlichen Lenkzeiten nicht überziehen dürfen, ihre Karossen parken. Und das tun sie nicht zuletzt in der Rue de Wattrelos. Darauf weist jetzt CDU-Fraktionsvorsitzender Bernd Schmitz in einem Schreiben an Bürgermeister Rudi Bertram hin.

„Ohne Rücksicht werden Kunden auf den eigenen Parkplätzen eingeparkt, Parkplätze blockiert und ganze Gewerbebetriebe lahmgelegt”, erklärt Schmitz. Bei Gesprächen mit den vor Ort tätigen Mitarbeitern des Ordnungsamtes sei deutlich geworden, dass die Situation, wie sie sich zurzeit darstelle, nicht in den Griff zu bekommen sei.

Die Gründe: Bei den meist ausländischen Lkw-Fahrern sei wegen des Parkens im Parkverbot kein Bußgeldbescheid vollstreckbar. In den Abendstunden, am Wochenende und an Feiertagen sowie freitagsnachmittags führe das Ordnungsamt keine Kontrollen durch, und die Polizei sei für den ruhenden Verkehr nicht zuständig. Bernd Schmitz: „Die Lkw-Fahrer wissen genauestens über diesen rechtsfreien Raum Bescheid und verhalten sich dementsprechend rücksichtslos.”

Lkw-Fahrer verweilten im Fahrzeug, bis der Mitarbeiter des Ordnungsamtes wieder gefahren sei, oder übernachteten in ihren Fahrzeugen. „Auf höfliche Bitten, ihr Fahrzeug wegzufahren, wurden Lkw-Fahrer bereits handgreiflich. Bis zum Eintreffen der Polizei waren sie dann weg”, berichtet Schmitz.

Erschwerend komme hinzu, dass die Gewerbetreibenden hilflos sind, da selbst bei komplett blockierten Gewerbebetrieben Lkw nicht abgeschleppt werden können.

Die Anlieger beklagen sich nicht nur massiv darüber, dass die Nutzung des eigenen Grundstückes und der eigenen Parkplätze nicht möglich sei. Schmitz: „Morgens und nach Wochenenden muss säckeweise Müll entfernt werden. Fäkalien, wie z.B. Kot in Plastiktüten, Urin in Saftflaschen sowie Papiertücher mit diversen Rückständen gehören regelmäßig dazu.”

Einige Gewerbetreibende denken bereits über einen Wegzug nach, da die derzeitige Situation für sie erhebliche Umsatzeinbußen bedeute.

Das Abstellen der großen Fahrzeuge hat auch andere Auswirkungen: „Durch das Parken der 40 Tonnen schweren Lkw senken sich die Gehwege und es kommt bereits zu Gebäudeschäden und vermutlich zu Schäden an den Ab- und Zuleitungen”, berichtet der CDU-Fraktionschef.

Zudem werde durch das oft beidseitige Parken sowohl im Parkverbot auf der linken als auch im Halteverbot auf der rechten Seite die Straße nicht mehr befahrbar und somit für Rettungskräfte ebenfalls unpassierbar. „Hierauf wurde die Feuerwehr bereits mehrfach telefonisch aufmerksam gemacht - jedoch ohne, dass etwas passierte”, so Schmitz.

Bereits jetzt verursachen die an- und abfahrenden Lkw an der Ampelkreuzung Rue de Wattrelos/Autobahnauffahrt ein erhebliches Verkehrschaos und lange Rückstaus bis in die Stadt. Dies, so befürchtet die CDU, werde sich nach Eröffnung des Media-Marktes am 9. Dezember noch drastisch verschärfen.

Der CDU, so Bernd Schmitz, wurden durch die Anlieger auch konkrete Lösungsvorschläge unterbreitet:

1. Ein generelles Halteverbot soll im gesamten Bereich der Rue de Wattrelos auf der Bebauungsseite ausgewiesen werden, gegebenenfalls sei das Parken an der unbebauten Seite aber zu erlauben.

2. Die Rue de Wattrelos soll ab Einmündung in die Auerbachstraße für Lkw über 7,5 Tonnen gesperrt werden. Ausnahmen gelten für Anlieger und Zulieferer.

3. Bei allen Maßnahmen sollen zudem häufigere Kontrollen durch das Ordnungsamt erfolgen - vor allem abends und an Samstagen.

Die CDU-Fraktion, die sich mit der Problematik bereits vor Ort vertraut machte, beantragt nun, das Thema in der nächsten Sitzung des Planungs-, Umwelt- und Bauausschusses vorzusehen. Dann soll die Verwaltung über Lösungsvorschläge berichten.
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