Rudi Bertram will „weiter in die Zukunft investieren”

Von: sh
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Rudi Bertram
Mit einem deutlichen Votum schicken die SPD-Delegierten Rudi Bertram erneut ins Rennen um den Bürgermeisterposten. Foto: Herrmann

Eschweiler. Markige Worte an die Opposition, demonstrative Geschlossenheit hinter Bürgermeisterkandidat Rudi Bertram und ein von der breiten Basis getragenes Team für die Kommunalwahl im (voraussichtlich) Juni: Eschweilers Sozialdemokraten gehen mit viel Rückenwind und Selbstbewusstsein in die heiße Phase des Wahlkampfes.

Aber auch im Bewusstsein, dass schwierige Aufgaben auf die Indestadt zukommen. Auf die Unterstützung des Stadtverbandes kann der amtierende Bürgermeister Rudi Bertram in den kommenden Monaten setzen.

Bei 70 Ja- und zwei Nein-Stimmen der Delegierten weiß der SPD-Spitzenkandidat die Genossen hinter sich. So wenig die Wahl des Bürgermeisterkandidaten eine Überraschung war, so unmissverständlich ist auch die Marschrichtung, die Rudi Bertram vorgibt: Es ist die Trias aus Betreuung, Bildung und Beschäftigung, die den SPD-Politiker als Eckpunkte seiner Arbeit antreiben. Die Kindertagesstätten müssen weiter gestärkt werden, sagte Bertram, um gleich darauf eine Spitze Richtung Landesregierung zu schicken: „Ich bin kein Gegner von Kibiz! Aber wer die Musik bestellt, der soll sie auch bezahlen!”

Eschweilers Sozialdemokraten feierten „ihren Rudi” immer wieder mit Applaus, etwa bei Bertrams Aufzählung der Investitionen für Schulen in den vergangenen zehn Jahren Einen Weg, den der Bürgermeister bei der Wiederwahl weitergehen möchte. „Wenn man Geld ausgibt und dafür Neues schafft, dann hat man Vermögen”, erteilte Bertram all jenen eine Absage, die wegen der prekären Haushaltslage rigoroses Sparen als Maxime ausgeben.

Gleichzeitig versicherte er am Samstagvormittag im Talbahnhof, dass Geld nicht unbedacht rausgeworfen werde. „Wir müssen durch Investitionen sparen! Das ist unsere Chance. Ich verlange nichts Unmögliches!” Der Blick in die Vergangenheit zeige, dass die lange Zeit eisern eingehaltene Spar-Doktrin zu keinem Erfolg geführt habe. „Eschweiler hat drei Haushaltsicherungskonzepte hinter sich.

Das Resultat war, dass unsere Infrastruktur am Boden lag”, wies Bertram darauf hin, Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen. Gleichzeitig würde er am liebsten das gesamte System auf dem Prüfstand sehen: „Wir brauchen eine Reform der Kommunalfinanzen!” Ansonsten, prognostiziert der SPD-Bürgermeister, würden schon in wenigen Jahren nur noch zehn Prozent der Kommunen einen strukturell ausgeglichenen Haushalt vorlegen können.

Die Zukunftsfähigkeit liege auch in der Stärkung des Gewerbestandortes. Hier müsse man neue Gebiete entwickeln, um die Indestadt wettbewerbsfähig zu halten und Arbeitsplätze zu schaffen. Man könne daher zu Recht von „in die Zukunft investiertes Geld” sprechen, wenn zusätzliche Flächen für weitere Unternehmensansiedlungen bereitgestellt würden. „Das wird unser Kampf für die nächsten zehn bis 15 Jahre”, weiß der seit 1973 im Rathaus tätige Bertram um den steinigen Weg.

Haushaltskonsolidierung, Wirtschaftskrise, Politikverdrossenheit bei den Bürgern - Rudi Bertram spüre die Verunsicherung bei den Menschen. Daher sei es umso wichtiger, bei den Leuten präsent zu sein. „Ich habe nicht auf alles eine Patentlösung. Ich habe auch keinen Goldesel. Aber für mich steht der Bürger aus Eschweiler stets im Vordergrund.” Das hören die Genossen gerne, unter ihnen auch der Städteregionskandidat der SPD, Uwe Zink, und der Bundestagskandidat Martin Peters.

Die Wahl der 25 Wahlkreiskandidaten für die Kommunalwahl brachte keine Überraschungen (siehe Box). Auch die Reservekandidaten sowie Listenplätze wurden übereinstimmend angenommen. „Wir leben die Kommunalpolitik nicht in den sechs Monaten vor der Wahl, sondern über eine gesamte Legislaturperiode”, konnte sich der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Stefan Kämmerling einen Seitenhieb in Richtung des politischen Gegners nicht verkneifen.

Eschweilers SPD sieht sich für die Kommunalwahl gut gerüstet. Ob diese nun gekoppelt mit der Europawahl am 7. Juni oder erst Wochen später stattfinden wird, entscheiden die Gerichte in den kommenden Wochen. „Wir sind organisatorisch auf verschiedene Wahltermine vorbereitet”, versprühte Stefan Kämmerling Selbstbewusstsein in der Stadtwahlkonferenz.
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