Rot-weißes Freudenmeer flutet das Festzelt

Von: Andreas Röchter
Letzte Aktualisierung:
4825363.jpg
Grandioser Schlusspunkt einer begeisternden Sitzung: Die Original Eschweiler brachten zur frühen Morgenstunde das Festzelt noch einmal zum Beben. Foto: Andreas Röchter
4825357.jpg
Liebreiz in Vollendung: Der Ehrenrat hatte sich Verstärkung in Person von „Tanzmariechen“ Arnold(ine) Packbier geholt, die tänzerische Einlagen vom Feinsten bot.

Eschweiler. Seit wenigen Monaten steht hinter ihrer Altersangabe eine dreistellige Zahl! Dies hindert die KG Rote-Funken-Artillerie Eschweiler aber keinesfalls, frisch zu wirken, als sei sie geradewegs einem Jungbrunnen entstiegen. Während der großen Kostümsitzung im zum Bersten vollen Festzelt auf dem Marktplatz stellte das Geburtstagskind unter Beweis, dass die „Roten“ auch im zweiten Jahrhundert ihres Bestehens den indestädtischen Jecken so manches zu bieten haben.

Nachdem die „Funkeputen“ das närrische Volk bestens aufgewärmt hatten, stand dem stimmungsvollen rot-weißen Einmarsch nichts mehr im Wege. Wenig später konnte Kommandant Peter Pfeiffer „seinem“ Präsidenten Hubert Deutz melden: „Korps vollständig angetreten.“ Der Regimentsspielmannszug unter der Leitung von Willibert Deutschle sowie die von Wolfgang Krieger geführte Wachkapelle servierten „Blootwoosch, Kölsch en e lecker Mädche“, räumten ein „Ich ben ene Räuber“, forderten vor allem die holde Weiblichkeit auf „Schau mir in die Augen“, ließen „et Trömmelche jonn“ und eröffneten somit den fulminanten „Funkenblock“.

Tanzmariechen Julia Krieger, das Tanzpaar Shalina Müller/Tim Kothes, die Quespelswache mit Marketenderin Carina Bauer, die Funkentöchter, die zu Beethovens „Freude schöner Götterfunken“ über die Bühne schwebten, sowie die gestandenen „Kanoniere“ begeisterten das Publikum mit einfallsreichen und temperamentvollen Tänzen. Die Belohnung folgte prompt: Marketenderin Carina Bauer wurde mit dem BDK-Treueabzeichen in Gold, Funkentochter Michelle Rössler mit dem BDK-Treueabzeichen in Bronze ausgezeichnet. Über einen besonders warmen Applaus durfte sich auch Fritz Dell freuen, der mit 83 (!) Jahren nach wie vor das Musikkorps verstärkt. Ein wenig Wehmut kam auf, als mit Jacqueline Winkler, Sabrina Blees und Katja Schoenen drei Tänzerinnen verabschiedet wurden.

Dann stand urplötzlich die Fortsetzung der Sitzung auf der Kippe! Denn zwei Herren des „Ordnungsamtes“ traten auf die Bühne, rieten, Hubert Deutz Schal und Mantel zu besorgen, „schließlich kann sich der junge Mann gleich warm anziehen“, und begannen, die Sicherheitsvorkehrungen im Zelt mehr oder weniger gründlich in Augenschein zu nehmen. Schnell wurde deutlich, dass mit Hans-Werner und Mark Bovelett alias „Der Papp met sengem Jong“ zwei waschechte Rote Funken am Werk waren. Folgerichtig lautete das Urteil: „Abschlussgenehmigung erteilt!“

Die Showtanzgruppe „Red Fire“ präsentierte kurz darauf einen mitreißenden Geburtstagstanz, dem weitere Ehrungen folgten: Nadine Joschinski, die ihre Tanzkarriere beendet, erhielt genau wie Christina und Ines Coppeneur das BDK-Treueabzeichen in Gold mit Brillianten. Ebenso wurden Carina Simons (Gold), Michelle Hertel (Silber) sowie Steffi Meisen und Christine Bauer (Bronze) ausgezeichnet.

Das Duo „De Pittermäncher“ brachte dann griechisches Flair auf die Bühne des Festzelts. „Besucht uns, euer Geld ist schon da“, luden sie großzügig in den Süden ein, um auch noch deutlich zu machen, warum „Känguru spielen“ an der Ägäis so beliebt ist: „Weil die mit leerem Beutel große Sprünge machen können.“

Die Mundartband „Stabelsjeck“ machte ihrem Namen einmal mehr alle Ehre, kam „met alle Mann vorbei“, stellte fest „dat kriejen wir schon wieder hin“ und riss die begeisterten Zuhörer nicht erst mit der Zugabe „An Tagen wie diesem“ von den Sitzen. Eine besondere Überraschung hatte der Ehrenrat parat: Verstärkt durch das liebreizende Mariechen Arnold(ine) Packbier und die vielleicht sogar noch etwas liebreizenderen ehemaligen Funkentöchter Birgit Kommer, Astrid Esser, Silvia Fidalgo und Nicole Nicolin, zauberte die „stolze Truppe“ einen Tanz auf das Parkett, dass so manchem im Zelt Hören und Sehen verging.

Sänger Oli stimmte begleitet durch die HSO-Band den Ro bbie Williams-Hit „Let me entertain you“ an, bevor Bütten-Ass Peter Deutschle mit Worten des Dankes verabschiedet wurde. „Ich ziehe vor dir den Hut, denn die Aufgabe des Redners gehört zu den schwierigsten im Karneval“, so Hubert Deutz in Richtung Peter Deutschle, der gemeinsam mit seinem Präsidenten und Dirk Sazma dem passenden, durch Oli vorgetragenen Titel „Just a Gigolo“ lauschte.

Dann stand hoher Besuch in Person seiner Tollität Wolfgang II. samt Gefolge vor dem Zelteingang. Unterstützt von Zeremonienmeister Frank huldigte der Prinz seiner Heimat mit den Titeln „Du ming Stadt“ sowie „Jecke Stadt“ gleich mehrfach und wurde dafür von seinen Untertanen gebührend gefeiert.

Nahezu atemraubende Akrobatik bot die Tanzgarde „Vegder Diddeldöppcher“ aus dem belgischen St. Vith. Drei Tänze, in denen die hübschen Damen nur so durch die Luft wirbelten und von ihren „staatse Kerels“ sicher aufgefangen wurden, ließen das Publikum in Ovationen ausbrechen. Existenzielle Fragen hatten die vier Musiker der „Filue“ im Gepäck: „Wo sind die Kölsche?“ und „Wer gibt die nächste Runde?“

Einen musikalischen Rundumschlag präsentierten schließlich zu früher Morgenstunde die „Original Eschweiler“. Samba-Klängen mit „Let´s get loud“ folgte ein Abstecher an das Bickendorfer Büdchen, den das feiernde närrische Volk im Zelt nur zu gerne mitmachte. Auf das zweite Jahrhundert!

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert