Rosenmontag: Doppelt so viele Einsätze wie im Vorjahr

Von: red
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Hautnah am Geschehen: Die Feuerwehr hatte am Rosenmontag in Eschweiler alle Hände voll zu tun. Foto: Rudolf Müller
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Hautnah am Geschehen: Die Feuerwehr hatte am Rosenmontag in Eschweiler alle Hände voll zu tun. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. In der fünften Jahreszeit waren wieder unzählige haupt- und ehrenamtliche Rettungsdienstler im Einsatz, um das jecke Treiben im Karneval zu begleiten. Die Feuerwehr verzeichnete in diesem Jahr deutlich mehr sogenannte Karnevalseinsätze während des Rosenmontagszuges, als im Vorjahr.

Insgesamt wurden am Rande des Rosenmontagszuges 20 (Vorjahr neun) Rettungseinsätze verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden bewältigten die Einsatzkräfte 78 Rettungsdiensteinsätze (40 „Karnevalseinsätze“). Im Vorjahr waren es gerade einmal 39 (20) Einsätze im gleichen Zeitraum. Bei den sanitätsdienstlichen Hilfeleistungen – ohne Transport ins Krankenhaus – war ebenfalls ein leichter Anstieg auf 35 Stück (Vorjahr 29) zu verzeichnen. Hierunter fielen kleinere Verletzungen, die ambulant behandelt werden konnten.

Neben den 50 Feuerwehreinsatzkräften der Hauptwache sowie der Löschzüge Bohl, Weisweiler, Stadtmitte und Kinzweiler, standen 95 Einsatzkräfte der Eschweiler Hilfsorganisationen Deutsches Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst und Johanniter, mit fast 20 zusätzlichen Rettungsfahrzeugen ständig zur Verfügung. „Sie halfen bei Einsätzen rund um den Zug, aber auch beim normalen Alltagsgeschäft, welches natürlich auch noch bewältigt werden musste, sofort einzugreifen“, erklärt Axel Johnen, der Leiter der Feuerwehr Eschweiler.

Die Johanniter und Malteser wurden dieses Jahr bei der Not- und Unfallhilfe von 22 Kollegen aus Norddeutschland unterstützt, berichtet Jan-Philipp Düppengießer vom Malteser Hilfsdienst, denn bis Rosenmontag arbeiteten die Rettungsdienste auf Hochtouren. Am Fettdonnerstag nahmen die Malteser und die Johanniter um 8 Uhr ihren Dienst auf.

Die Malteser versorgten mit ganztägiger Verpflegung 100 Einsatzkräfte. Beide Hilfsorganisationen stellten ein Notarzteinsatzfahrzeug und je einen Rettungswagen von 10 bis 3 Uhr morgens und entlasteten dadurch den Regelrettungsdienst. Zusätzlich waren die Malteser und die Johanniter in Fußtrupps unterwegs, um Patienten vor Ort zu behandeln oder zur Unfallhilfsstelle der Johanniter zu transportieren.

Erneut wurde neben dem operativen Einsatzstab, der das gesamte Einsatzgeschehen von Feuerwehr und Hilfsorganisationen im und am Rosenmontagszug koordiniert, ein Einsatzstab „Rosenmontag“ auf der Feuerwache eingerichtet, der die Arbeit von Polizei, privaten Sicherheitsdiensten, dem Ordnungsamt, Reinigungskräften sowie Karnevalskomitee und Karnevalsgesellschaften unterstützte. Beide Institutionen waren vom frühen Morgen bis gegen 21 Uhr tätig. In diesem Jahr musste der Einsatzstab nicht im Vorfeld zusammentreten, da die erwarteten Windstärken noch unterhalb der Warnschwellen des Sicherheitskonzeptes lagen.

„Wie im Vorjahr wurde am Rosenmontag auch eine Einsatzleitung der Feuerwehr auf dem Markt gestellt, die die Arbeit der dort eingesetzten Hilfsdienste bis in die Nacht koordinierte“, erläutert Axel Johnen. Hierunter fiel erstmals auch eine ganztägige Unfallhilfsstelle für den Markt, bei der die eingesetzten Kräfte insgesamt 18 Patienten versorgten.

Nach dem Zugende standen zusätzlich noch sechs Rettungswagen und drei Notärzte bis 1.30 Uhr zur Verfügung und führten im Bereich Markt, Dürener Straße und Schnellengasse noch diverse Einsätze durch.

„Feuerwehrtechnische Einsätze fielen fast nur nach Ende des Rosenmontagszuges an, allerdings forderten sie die Einsatzkräfte, insbesondere am Markt, sehr“, bestätigt Axel Johnen.

Reizgas im Festzelt

Um 18.22 Uhr wurde die Feuerwehr dann über eine Reizgasattacke im Festzelt informiert. Beim Eintreffen der ersten Kräfte des Rettungsdienstes hatten Polizei, Sicherheitsdienste und Ordnungsamt bereits mit der Räumung des Zeltes begonnen, da vermutlich dort Pfefferspray versprüht worden war. Diverse Personen wurden ins Erstversorgungszelt auf dem Markt gebracht und dort von zwei Notärzten sowie Rettungsdienstpersonal behandelt. Insgesamt mussten sieben Personen mit Augen- und Atemwegsreizungen in die Krankenhäuser Eschweiler und Stolberg transportiert werden. Die Feuerwehrkräfte setzten Hochleistungslüfter ein, um frische Luft in das Zelt zu blasen, ehe gegen 19 Uhr der Betrieb im Festzelt wieder aufgenommen werden konnte.

Das Fazit von Axel Johnen ist deutlich: „Im Vergleich zum vorigen Jahr stiegen die Einsatzzahlen überproportional an, teilweise verdoppelten sie sich sogar.“

Bereits am frühen Nachmittag waren mehr Einsätze im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen und dieser Trend setzte sich nach dem Zug fort. Nicht nur die Reizgasattacke, sondern auch andere Notfälle im Marktumfeld ließen die Notfallzahlen nach oben schnellen. Eine deutliche Beruhigung des Einsatzgeschehens trat erst gegen 2 Uhr am frühen Morgen ein.

„Positiv ist zu erwähnen, dass keine Einsatzkräfte verletzt oder angegriffen wurden und dass es keine Unfälle von Zugteilnehmern gab“, sagt der Leiter der Feuerwehr.

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