Rosenallee: Mehr Bäume, aber weniger Stellplätze

Von: ran
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Die Rosenallee heute: Wo sich
Die Rosenallee heute: Wo sich heute Autos in insgesamt vier Reihen Stoßstange an Stoßstange drängeln, da soll künftig Verkehrsberuhigung herrschen. Von den heute 38 Bäumen, die Neupflanzungen weichen sollen, haben 24 ohnehin ihr „Haltbarkeitsdatum” erreicht oder schon überschritten, sagt die Verwaltung. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Mit dem Umbau der Rosenallee nimmt die Stadt Eschweiler ab dem kommenden Frühjahr den letzten Baustein der Sanierung der südlichen Innenstadt in Angriff. Die Vorstellungen der Verwaltung und zahlreicher Anwohner liegen jedoch (noch) weit auseinander.

Dies wurde auf der Bürgerversammlung, die am Dienstagabend im Ratssaal stattfand, deutlich.

Vor allem die Ankündigung der Verwaltung, nach Abschluss der Baumaßnahme habe die Rosenallee den gleichen Charakter wie die Moltkestraße, stieß auf Kritik. Nahezu einstimmiger Tenor der Anwohner: „Die Rosenallee soll ihre typischen Merkmale behalten.” Und zu diesen zähle unter anderem auch das Straßenrandparken sowie der Bewuchs mit Rotdornbäumen.

Der Technische Beigeordnete Hermann Gödde versicherte den Teilnehmern der Bürgerversammlung, ihre Wünsche und Anregungen aufzunehmen: „Die Planung, die wir ihnen heute vorlegen, ist keinesfalls abgeschlossen. Wir nehmen ihre Beiträge ernst, werten sie aus und legen sie der Politik vor. Allerdings können wir als Verwaltung nur Fachvorschläge unterbreiten, die Entscheidung liegt schließlich bei den politischen Gremien.” Dabei dürfe allerdings nicht vergessen werden, dass die grundsätzliche Entscheidung zur Sanierung der südlichen Innenstadt bereits vor mehr als zehn Jahren gefallen sei. „Und zwar mit großer Mehrheit”, so Hermann Gödde.

Zu Beginn der Veranstaltung stellte Dr. Bernd Hartlich, Leiter des Planungs- und Vermessungsamtes, den momentanen Planungsstand der Baumaßnahme vor. Diese soll im Frühjahr 2012 starten und nach einem Jahr abgeschlossen sein. Begonnen werde an der tiefsten Stelle, also an der Kreuzung Marienstraße in Richtung Talbahnhof. Darüber hinaus erklärte Hartlich, die Baumaßnahme sei auf Grund des Straßen- und Kanalzustands dringend notwendig. „Unser Ziel ist es, eine attraktive Achse zwischen dem Talbahnhof und der Innenstadt zu schaffen.”

Die Seitenbereiche für die Fußgänger sollen eine Breite von 2,20 Metern, die Fahrbahn eine Gesamtbreite von 5.50 Metern erhalten. In der Einbahnstraße werde der gegenläufige Fahrradverkehr erlaubt. Genau wie die Moltkestraße soll die Rosenallee zu einer verkehrsberuhigten Zone werden, in der nur in ausgewiesenen Bereichen geparkt werden darf. „Deshalb sinkt die Zahl der Stellplätze geringfügig von 49 auf 43”, so der Amtsleiter, der anschließend die Beweggründe der Verwaltung, alle 38 Bäume der Rosenalle zu fällen und durch 47 Neupflanzungen zu ersetzen, ausführlich erläuterte.

„Momentan stehen die Bäume in sehr unregelmäßigen Abständen und nicht in einer Achse. Die Parkstände zwischen den Bäumen betragen zwischen sieben und neun Metern und sind damit zu groß für einen und zu klein für zwei Stellplätze.” Zudem sei der Abstand der Baumscheiben zu den Häusern nach heutigen Kriterien zu gering. Ebenso seien fünf Bäume bereits jetzt abgängig, bei 19 weiteren stehe die Abgängigkeit auf Grund ihres Alters von über 50 Jahren kurz bevor. „Dazu ist auch zu sagen, dass der Rotdorn kein typischer Straßen- beziehungsweise Stadtbaum ist. Sollte eine Neupflanzung mit Rotdornbäumen jedoch gewünscht werden, sind wir dazu bereit.”

Die Gesamtkosten des Projekts könnten derzeit nur geschätzt werden, da nicht abzusehen sei, wie sich die Preise bis zum kommenden Frühjahr entwickeln. „Momentan gehen wir von 800.000 Euro aus”, nannte Dr. Bernd Hartlich eine Summe.

Während die Strom-, Gas- und Wasserleitungen keiner Sanierung bedürfen, sieht es beim Kanal anders aus, wie Walter Goy vom Ingenieurbüro für Verkehrs- und Abwasseranlagen erläuterte. „Der jetzige Kanal stammt aus dem ersten Drittel des vergangenen Jahrhunderts.” Verschobene Rohrverbindungen und Überlastungen machten eine Erneuerung durch einen Mischwasserkanal notwendig. Helmut Gühsgen, Leiter der Bauverwaltung und des Gebäudemanagements, nahm schließlich zu den für die Anwohner fälligen Beiträgen Stellung. „Auch hierbei handelt es sich um Schätzkosten, die momentan bei 17 bis 19 Euro pro Quadratmeter liegen und aller Voraussicht nach im Jahr 2014 erhoben werden.”

Den Ausführungen der Verwaltung folgten zahlreiche kritische Anmerkungen der Anwohner. So sei gerade das straßenseitige Parken auf Grund der zahlreichen Geschäfte ein positiver Aspekt. Auch das Vorhaben, manche Bäume zu fällen und an exakt gleicher Stelle neu zu pflanzen, sei kaum zu vermitteln. Darüber hinaus stellten die Anwohner die Frage, wo genau die Verkehrsberuhigung liege, da sich außer dem Wegfall von sechs Stellplätzen nichts verändere. Auf Nachfrage erklärte Dr. Bernd Hartlich, dass nur für verkehrsberuhigte Zonen Fördergelder zu erhalten seien. Vor Beginn der Maßnahme ist also noch jede Menge Gesprächsbedarf vorhanden.
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