„Rose bleibt der Renner“ am Valentinstag

Von: Naima Wolfsperger
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Gut vorbereitet: Martin Thelen und seine Mitarbeiterin Melissa von Schwartzenberg sind voll auf Valentinstag eingestimmt und haben einige Gestecke zum Tag der Liebenden bereitgestellt. Foto: Naima Wolfsperger

Eschweiler. In Japan gehen die Frauen am Valentinstag leer aus. Sie schenken ihren Lieben – und dazu zählen auch Arbeitskollegen und Freunde – eine Kleinigkeit zum Valentinstag. Sie selbst werden aber erst einen Monat später, am 14. März, beschenkt. Der Tradition nach mit weißen Süßigkeiten.

Aber wie steht es um die Damen in Eschweiler? „In Belgien ist der Valentinstag größer als in Deutschland, da gehört es zum guten Ton, dass die Herren ihren Lieben eine Freude machen“, sagt eine Eschweiler Lingerie-Expertin, die namentlich nicht genannt werden will. Die Frau vom Fach weiß: „Der Valentinstag macht sich im Geschäft bemerkbar, aber Nachtwäsche ist zum Fest der Liebenden kein Verkaufsschlager.“ In Belgien sei so etwas ein Tabu, sagt sie, wenn der liebende Ehemann oder Partner dort nichts schenkt, kommt es einem Skandal gleich. Sie empfiehlt meist Negligés. „Dabei gelten die gängigen Kleidergrößen und jede Frau freut sich darüber.“

Kirchliche Heirat, trotz Verbot

Der Valentinstag geht auf den heiligen Valentin von Rom zurück, der im dritten Jahrhundert nach Christus Verliebten auf der Straße Blumen geschenkt und Paare kirchlich verheiratet haben soll, darunter zahlreiche römische Soldaten, denen die Heirat mit einer Christin per Gesetz verboten war. Weil der Bischof Valentin gegen den Willen des damaligen Kaisers Claudius II. handelte und sich von dem Verbot nicht beeindrucken ließ, wurde er am 14. Februar 269 auf Befehl des Kaisers geköpft.

In England wird heutzutage dem oder der Geliebten eine Karte mit einem Gedicht geschrieben, der Absender bleibt anonym. Im Mittelalter aber war es eher ein Brauch für jene, die noch auf der Suche nach der Liebe ihres Lebens waren. Vom 15. bis Ende des 19. Jahrhunderts wurden durch Lose Valentinspaare gebildet. Dem oder der Gezogenen wurde dann ein kleines Präsent gemacht. Ganz ähnlich wie beim Wichteln an Weihnachten. Nur eben mit Blind-Date-Charakter.

Liebesweisende Lose

Die Idee der mittelalterlichen Engländer entsprang dem Glauben, dass sich an diesem Tag die Vögel paarten und sie mit Unterstützung des heiligen Valentin einen liebesweisenden Einfluss auf die Lose nahmen. Der Valentinstag wurde somit für alles Kommende als richtungsweisend empfunden. Bereits die erste Begegnung des Tages konnte als Vorschau auf das Jahr interpretiert werden.

Mit der Wende in das 20. Jahrhundert entstand dann der Brauch unter bereits Verliebten, sich dekorierte Karten zu schenken. Bei den Geschenken für die geliebten Ladys in Eschweiler könnte auch ein besonderer Duft dabei sein. Auch wenn der Valentinstag die Kassen nicht zum Überlaufen bringt, „merkt man den Valentinstag schon“, sagt Sibylle Bartz, Filialleiterin einer ansässigen Parfümerie. Sie persönlich rechnet nicht mit einem Parfüm, „das bringt der Job mit sich“, sagt sie und lacht. Wenn, dann sei eher sie es, die Freunde und Familie mit kleinen Düften überrascht.

Coup der Süßwarenindustrie

Mit englischen Siedlern ist der Valentinstag in die Vereinigten Staaten von Amerika gelangt. Dort gehört es sozusagen zum guten Ton, den persönlichen Lieblingsmenschen mit Blumen und süßen Leckereien zu überraschen.

Mit den amerikanischen Besatzungssoldaten hat auch die Valentinstagstradition ihren Weg nach Deutschland gefunden und wird hier nicht selten als Coup der amerikanischen Süßwarenindustrie abgetan. Die Rose als Zeichen der Liebe scheint aber in vielen Ländern gefragt zu sein zum 14. Februar. So sehr sogar, dass der Markt fast leer gekauft werde, sagt Blumenhändler Martin Thelen. „Der Valentinstag macht sich nicht nur in der Nachfrage bemerkbar“, vorsorglich wird schon Wochen vor dem großen Tag der Liebe dekoriert und besondere Gestecke werden konstruiert, sagt Thelen.

„Amerika und England haben unter dem Jahr keine große Nachfrage nach Blumen. Mitte Februar ist der Markt aber fast leer gekauft.“ Blumen und Valentinstag gehören einfach zusammen, sagt der Händler. Auch wenn die Rose dann etwas mehr kostet als sonst. „Die Rose bleibt der Renner. Aber ohne die erfrischenden Blumen ist der Valentinstag in Deutschland eben nicht denkbar“, sagt Thelen. Auch wenn Blumen hier das ganze Jahr über gefragt sind.

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