Röhes Zukunft zeigt sich in silbernem Schimmer

Von: rh/kf
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Hermann Gödde (links) und Klaus Fehr nahmen in Aachen die Auszeichnung für den 2. Platz im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ entgegen. Foto: Gisela Mock

Eschweiler. In diesem Jahr hat Röhe am städteregionalen Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teilgenommen. In einer zweistündigen Präsentation konnten die Röher „ihr“ Dorf vorstellen.

Mit Kindergarten, Grundschule, Obstwiesen, sinnvoller Baugestaltung und Musikstücken wie der „Plauderei in Jazz“ nach dem Röher Komponisten Wilhelm Rinkens, arrangiert von Dr. Klaus Lumma. oder dem Friedenslied „Wir sind Kinder dieser Erde“ des Röher Komponisten Franz Surges konnte Röhe glänzen.

Aus dem Projekt heraus wurden aber auch weitere Ideen entwickelt: Röhe soll barriereärmer werden. Für ältere Menschen sollen Einkaufmöglichkeiten geschaffen werden, in dem diesen ihre Einkäufe nach Hause gebracht werden. Und besonders zukunftsweisend dürfte es sein, wenn es endlich gelänge, für das Baugebiet „Am Römerberg“ einen Investor zu finden.

Am Samstag fand in Aachen die Siegerehrung statt. Schon der Empfang an diesem Samstagnachmittag machte deutlich, worum es hier ging. Als nämlich die rund 300 Vertreter der Dörfer und Ortschaften das Haus der Städteregion betraten, spielte schon lautstark die Eschweiler Brassband „Renew“ – zu Deutsch: erneuern. Genau das haben die Arbeitsgruppen aus den 22 teilnehmenden Gemeinden beim Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ die vergangenen Monate getan, um an diesem Tag aus ihren Reihen die beiden Sieger zu küren.

Mit ihrem Wirken haben sie sich zuallererst aber die Bewunderung der Bewertungskommission gesichert, die in den vergangnen Wochen in einem straffen Programm sämtliche Dörfer besichtigt hatte. Dieser Wettbewerb, sagte Kommissionsleiterin Andrea Drossard, sei seit langer Zeit einer der stärksten gewesen.

„Wir haben in den Dörfern so viele schöne Momente erlebt. Wie etwa in Werth, wo wir bei strömendem Regen durch die Straßen geführt wurden und trotz des Wetters die Begeisterung der Bewohner für ihren Ort deutlich wurde.“ Nicht ohne Grund gab es für den Stolberger Stadtteil zusammen mit Simmerath-Eicherscheid den Sonderpreis für eine starke Dorfgemeinschaft.

Auch eine große Abordnung aus Röhe hatte sich mit Unterstützung des Ersten und technischen Beigeordneten der Stadt Eschweiler, Hermann Gödde, auf den Weg nach Aachen gemacht, wo Andrea Drossard und Ruth Roelen von der Städteregion einen spannenden Nachmittag moderierten. Die Anspannung stieg schnell an, als die Sonderpreise vergeben wurden. Ein erster Jubel brandete bei den Röhern auf, als der Sonderpreis „konzeptionelle Entwicklung“ an Röhe vergeben wurde. Dies belegte schon, dass ihre Grundgedanken zu Röhes Zukunft die richtigen waren.

Glücklich und zufrieden

Und dann ging es ans Eingemachte, die Plätze wurden vergeben. Röhe erreichte den hervorragenden 2. Platz! Ein Ergebnis, mit dem das Röher Team nicht gerechnet hatte. So weit nach vorne zu kommen, war für schier unmöglich gehalten worden. Glücklich und sichtlich zufrieden konnte der Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Röher Ortsverein, Klaus Fehr zusammen mit dem Beigeordneten Hermann Gödde die Urkunde in Empfang nehmen.

Den Gesamtsieg im Süden holte sich am Ende aber das Eifeldorf Kalterherberg, welches in der Bewertung der Kommission fast die Maximalpunktzahl erreichte. „Wir liegen ja ganz am Südzipfel der Städteregion und damit auch nicht gerade im Zentrum der Aufmerksamkeit, das dürfte sich mit dem Preis jetzt ein wenig ändern“, sagte der Koordinator der Arbeitsgruppe in Kalterherberg, Rainer Mertens.

Nicht nur vom ersten Platz, den er mit seinem Wettbewerbsteam erreicht hatte, sei er begeistert, sondern auch von der Lebensqualität, die sein Heimatdorf damit gewonnen habe. Dabei wollte man in Kalterherberg anfangs noch nicht einmal an dem diesjährigen Wettbewerb teilnehmen und meldete sich erst im April dieses Jahres noch kurzerhand nach – es hat sich gelohnt.

Wenn sich ein ganzes Dorf zusammenrauft, dann ist vieles möglich. Das zeigte auch der Baesweiler Stadtteil Beggendorf eindrücklich, der im Norden den ersten Platz erreichte. Weil eben Sehenswürdigkeiten alleine noch keinen lebendigen Ort ausmachen, wurden von der Kommission neben äußeren Kriterien auch das soziale Zusammenleben, die Wirtschaft, die Umwelt und die Wohnsituation bewertet.

„Wir sind eigentlich ein Rübenfeld, das muss man einfach sehen. Darum haben wir uns daran gemacht, etwa die vorhandenen Grünflächen im Dorf attraktiver zu gestalten, um damit punkten zu können“, so der Ortsvorsteher, Ferdinand Reinartz.

Gemeinschaft macht‘s möglich

Sein Dorf habe zum ersten Mal bei dem Wettbewerb mitgemacht und da sei dieser erste Platz ein großer Motivationsschub für alle im Team. „Wir sind von Null auf Hundert durchgestartet und wollen jetzt daran anknüpfen, das Zusammenleben in unserem Dorf noch mehr zu fördern“, erklärte er. Dazu gehörten beispielsweise weitere Angebote für Senioren oder einen Fahrdienst für Leute, die zum Arzt müssten.

Denn einen solchen – auch das gehört oft zur Realität auf dem Land – gebe es in Beggendorf nicht. Dass die Gemeinschaft aber auf einem guten Weg ist, zeigt das Beispiel der örtlichen Grundschule: „Wir mussten diese vor einiger Zeit wegen zu wenig Schülern beinahe schließen, aber jetzt kommen wieder mehr Leute zu uns“, sagte Reinartz. Das sei ein Verdienst von Lehrern, Eltern und Kindern, die alle zusammengearbeitet hätten.

Auch für jene Dorfgemeinschaften, die in diesem Jahr nicht gewonnen haben, dürfte alleine die Arbeit an der Weiterentwicklung ihrer Gemeinden einen bleibenden Effekt hinterlassen haben. Oder wie es Städteregionsrat Helmut Etschenberg sagte, der selbst in Monschau-Konzen lebt: „Im ländlichen Raum lässt es sich wundervoll leben, wenn man bereit ist, sich in die Gemeinschaft einzubringen.“

Zusammen mit dem Aachener Sparkassen-Vorstand Hubert Herpers verlieh er am Samstagnachmittag die Preise und sicherte den beiden siegreichen Teams aus Beggendorf und Kalterherberg weitere Unterstützung bei der Endrunde im Bundeswettbewerb zu. Bis dahin ist allerdings noch reichlich Zeit; die Auswahl dafür beginnt erst im Sommer 2019.

Dass das Rahmenprogramm durch die Röher Bands „Fats Cats & Miss Melli“ sowie der „Renew Brass Band“, beide unter der Leitung des Röhers Dr. Klaus Lumma gestaltet wurde, rundete den positiven Röher Nachmittag ab.

Siegprämien verteilt

Bei der anschließenden Siegerfeier in der Röher Dorfkneipe „Zum Hirsch“ dankte ein sichtlich bewegter Klaus Fehr dem Team. Denn dieses Team hat gut zusammengestanden, viele Ideen entwickelt und wird sich weiterhin bemühen, Röhe zu entwickeln. Und so hat man bei der Feier bereits beschlossen, unter welchen Röher Vereinen und Institutionen die Siegerprämie in Höhe von 1250 Euro sowie die Sachprämien aufgeteilt werden:

Der Kindergarten, die Grundschule, die Betreuung der Schulkinder, die Seniorenbetreuung, das Trommler- und Pfeiferkorps Röhe sowie das von Lumma initiierte Hilfswerk St. Augustine erhalten Geldpreise; das Röher Ferienwerk und die Röher Pfadfinder einen Sachpreis.

Schließlich zog Klaus Fehr ein positives Fazit: „Wir haben in zehn Monaten intensiver Arbeit eng zusammengestanden und vieles für Röhe entwickelt. Jetzt gilt es, dies mit der Unterstützung der Röher Bevölkerung und den Verantwortlichen in Politik und Veraltung umzusetzen.“

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