Robbi Pawlik: Brachial-Comedy im Kommandoton

Von: vr
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Bademeister Schaluppke zeigt auf der Bühne immer vollen Körpereinsatz. Wem das zuviel war, dem rief der Comedian im Talbahnhof zu: „Geh duschen!“ Foto: Volker Rüttgers

Eschweiler. Nach diesem Lachmuskel-Zumba ging das Publikum im Eschweiler Talbahnhof dann erstmal duschen. Zu dieser unmissverständlichen Aufforderung greift Kölns Vorzeige-Bademeister Rudi Schaluppke immer dann, wenn er nicht mehr weiter weiß.

Doch das passiert zum Glück selten und so hatte der Comedian so gut wie immer einen passenden Spruch auf den Lippen, um die „Alfa-Kevins“, „Murats“, renitente Rentner und nervende Muttis in seiner Kombi-Badeanstalt konsequent in Schach zu halten.

Schaluppkes Bad ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Sammelbecken aller gesellschaftlichen Schichten, mitten in Kölns sozialem Brennpunkt. Nichts also für „Weicheier“, dementsprechend deutlich fällt der Kommandoton des Mannes aus, der im wahren Leben Robbi Pawlik heißt und gelernter Physiotherapeut ist.

Sein Sportstudium liegt offensichtlich schon einige Jahre zurück, dennoch zwängt sich Pawlik Abend für Abend in die blütenweiße, auf den „Astralkörper“ geschneiderte Bademeister-Uniform und unterzieht diese so manchem Belastungstest, dessen übrigens zum Schluss des Talbahnhof-Abends am Freitag für die enge Hose einer zuviel gewesen zu sein schien. Wenn „Alfa-Kevin“ seiner Angebeteten vom Zehn-Meter-Acapulco-Tower einen Heiratsantrag macht, Oma Krause im Leoparden-Bikini das Becken stürmt und „Helikopter-Muttis“ mit ihren hochbegabten Gören im „Hausfrauenpanzer“ mehrere Parkplätze vor der Badeanstalt blockieren, dann läuft Schaluppke zur Hochform auf. Auf der Wasseroberfläche seiner Badeanstalt spiegelt sich nicht nur der soziale Zeitgeist wider, auch der alltägliche Behörden-Wahnsinn, am Beispiel des Baus der neuen Wasserrutsche köstlich dokumentiert, findet dort eine Bühne.

Wer es einfacher mag, dem lieferte Schaluppke in regelmäßigen Abständen seine Beckenrand-Kalauer à la: „Was sagt die Schwimmmeisterin nach dem Sex? – Jetzt aber raus aus dem Becken!“.

Rudi Schaluppke mischt auf der AIDA an den kollektiven „Sonnenbrat-Tagen“ gerne mal die Liegenblockierer auf, schmeißt auch als bekennender Karnevals-Hasser eine Beckenrand-Karnvevalssitzung und flirtet Not gedrungen mit der guten Seele des „Schwimmbiss“, Frau Butikowski.

Dabei zeigt die Kultfigur bereits seit zehn Jahren vollen Körpereinsatz, so auch auf der Talbahnhof-Bühne, denn schließlich füllt das berufliche Bild des Bademeisters einen „komplexen Kompetenzkatalog“, vom Personal Coach, Sozialarbeiter, Lehrer bis hin zum Psychotherapeuten und zur Putzfrau – alle Fähigkeiten halt, um im Schwimmbecken der Gesellschaft nicht unterzugehen.

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