Rob Tognoni: Gitarrenriffs, als sei der Teufel hinter ihm her

Von: vr
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Ehrlicher und wahnsinnig schneller Bluesrock ist sein Markenzeichen: Rob Tognoni aus Australien (li.) wirbelte über die „Blues meets Rock”-Bühne des Talbahnhofs. Foto: Volker Rüttgers

Eschweiler. Für den genüsslichen Schluck aus dem Rotweinglas nahm er sich Zeit, um anschließend wieder zu rocken, als sei der Teufel ihm her: Rob Tognoni aus Australien hat ihn auch nach 30 Jahren Bühnenpräsenz noch, den Blues, und wirbelte ihn mit seinen ausschweifenden Gitarrenriffs seinem Publikum im Talbahnhof am Mittwochabend nur so um die Ohren.

Irgendwie erschien es ironisch, dass Tognoni den Song „Rock„n„Roll Business Man” als Konzertopener des „Blues meets Rock”-Abends gewählt hatte, wirkt der grauhaarige Mann im schlichten schwarzen T-Shirt und einfachen, offenen Hemd doch überhaupt nicht wie ein „Business Man”.

Ohne großen technischen Schnickschnack, ausgerüstet mit einem simplen Verstärker und seiner rot-weißen Fender-Gitarre, klingt der Mann auf der Bühne direkt und ehrlich, wenn er mit ruhiger Stimme singt: „Whats this black chair doin„ in this white room?”.

Minutenlanges Solo

Doch mit der Ruhe ist es spätestens vorbei, wenn Rob Tognoni einen Schritt vom Mikro auf das Publikum zu macht und seine Gitarre sprechen läßt. „My dirty occupation”, einer der rockigsten Nummern im Repertoire des Musikers, folgte „Dark Angel” mit einem minutenlangen Solo, das die Rockfans im gut besuchten Talbahnhof in Trance zu versetzen schien.

„Just a product of a southern land”, das Einfache, Unaffektierte lieben seine Fans an ihm, wenn Rob mit fliegenden Fingern so nah bei ihnen rockt, dass sie die Schweißperlen auf seiner Stirn zählen können und er dabei stets den Blickkontakt hält.

Perfekte Harmonie mit dem rhythmischen Fundament, bestehend aus den beiden Aachenern Mirko Kirch am Schlagzeug und Frank Lennartz am Bass, zeichnet die Musik von Rob Tognoni aus und machte auch den Auftritt im Talbahnhof am Mittwoch zum puren Genuss für die Ohren.

Eigenen Sound entwickelt

Auch wenn Tognoni längst aus dem Schatten seines großen Förderers, der australischen Slide-Guitar-Legende Dave Hole, getreten ist und seinen eigenen Sound entwickelt hat, greift er immer wieder zu den Rezepten der musikalischen Vorbilder „Mr. John Lee” (Hooker) und Jimi Hendrix, dessen „Hey Joe” am Mittwoch dem Publikum serviert wurde.

Zwischen stampfendem 4/4-Takt, „Wah-wah”-Sounds und wilden Riffs zog Rob Tognoni alle Register seines Könnens und lieferte den besten Beweis für Neil Youngs These „Rock„ n„Roll will never die”, ebenfalls fachmännisch im Bluesrepertoire des Abends untergebracht.

„Baby please dont go”, der Aufforderung des Bluesman kamen jedenfalls seine begeisterten Fans gerne nach und blieben bis zum letzten Akkord, um dann mit Tognoni anzustoßen, ob mit Rotwein oder Bier, denn soviel (Blues)time muss sein.
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