Eschweiler - Rillen in der Straße und Risse im Kanal

Rillen in der Straße und Risse im Kanal

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
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Spurrillen, Absackungen, Schlaglöcher: Vorausschauendes Fahren ist auf der Martin-Luther-Straße Pflicht - auch ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Ab kommenden Frühjahr wird die Straße saniert. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Es werden die vorerst letzten Bagger sein, die sich durchs Erdreich der südlichen Innenstadt graben. Im kommenden Frühjahr beginnen die Bauarbeiten in der Martin-Luther-Straße. Gut 20 interessierte Anwohner nutzten das Angebot der Stadtverwaltung und informierten sich bei einer Bürgerversammlung im Ratssaal über Ablauf und Kosten der Sanierung.

Die Martin-Luther-Straße ist als Fortführung der Marienstraße eine der wichtigsten Ost-West-Achsen im Innenstadtbereich. Eine Sanierung, wie Dr. Bernd Hartlich vom Planungsamt betonte, sei dringend notwendig. „Wir kommen kaum noch hinterher, die Löcher zu flicken.” Spurrillen, Absackungen, Schlaglöcher - „Dem Straßenzustand sieht man die hohe Verkehrsbelastung an”, sagte Hartlich.

Im Wesentlichen orientieren sich die Planer am Design, das bereits in weiten Teilen der südlichen Innenstadt gewählt wurde. „Es hat sich bewährt”, warb Hartlich für das einheitliche Stadtbild. Die Martin-Luther-Straße bleibt in ihrer Breite von sechs Metern erhalten, auch die klare Trennung zwischen Gehweg und Fahrbahn werde es nach der Umgestaltung geben.

Mehr Parkplätze, mehr Bäume

Allen Freunden des stehenden Pkws kommen die Planer entgegen: Anstatt 31 wird es in Zukunft 34 Parkplätze geben. Zudem ist Grün bald Trumpf: 14 Bäume sollen gepflanzt werden. Heute wächst gerade einmal ein einsamer Baum am Straßenrand.

Nicht nur die sichtbaren Schäden machen eine Sanierung der Martin-Luther-Straße dringend notwendig, auch unter der Erde besteht akuter Handlungsbedarf. Der Kanal datiert teilweise noch aus dem Jahr 1926. Die Folge: Risse. Dies hat bereits zu Verunreinigung des Grundwassers geführt. Oder aber umgekehrt: Grundwasser dringt immer wieder in den Kanal ein und belastet das alte System zusätzlich. „Der Kanalzustand ist mangelhaft”, stellte Walter Goy vom verantwortlichen Ingenieurbüro IVA aus Jülich fest.

Was wird gemacht? Das alte Trennsystem zwischen Neu- und Hompeschstraße wird durch ein gängiges Mischsystem ersetzt. Und der Kanal wächst: Vom alten Durchmesser, der bei 250 Millimetern liegt, auf bis zu 630 Millimeter. „Der Planer plant von oben nach unten, wir bauen von unten nach oben”, so Goy. Das heißt: Startpunkt ist an der Kreuzung Bergrather Straße.

Beim Kanalbau kalkulieren die Planer inklusive der Hausanschlüsse mit 450.000 Euro. Die Kosten, die Anwohner pro laufenden Meter Hausanschlusslänge aufbringen müssen, liegen zwischen 350 und 400 Euro.

Für den Straßenbau rechnet man im Rathaus laut Vorlage mit Kosten in Höhe von 840.000 Euro. Die von den Anwohnern zu entrichtenden Beiträge nach dem Kommunalabgabengesetz (KAG) schätzte Helmut Gühsgen von der Bauverwaltung auf acht bis zehn Euro pro angerechnetem Quadratmeter Grundstücksfläche.
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