Rheinisches Yoga auf der Narrengarde-Sitzung in Dürwiß

Von: irmi
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„Doheem“ ist es doch am schönsten: Laura Wings intonierte die von Patrick Nowicki getextete Version vom Cup-Song. Foto: Irmgard Röhseler

Dürwiß. „Ommmm!“ Oder besser gesagt: „Allaaahf!“ Die Narrengarde Dürwiß feierte ganz entspannt am Samstagabend ihre Narrensitzung in der Festhalle Dürwiß. Dank ihres Präsidenten Patrick Nowicki, der als Dorfreporter seinen närrischen Fans am Samstagabend das rheinische Yoga ans Herz legte und mit einigen Entspannungsübungen und erfrischenden Kostproben seines Yoga-Seminars das närrische Volk auf Frohsinn, Humor und Lebensfreude einstimmte.

Dass Fastelovend ein Stück Heimat ist und dass Spaß und Freude die beste Antwort auf die kleinen und größeren Probleme des Alltags sind, das bewies die Narrengarde am Samstagabend mit einem Feuerwerk an Programmpunkten. Vorneweg, wie gesagt, der Yoga-Experte, der nicht nur eine geniale Rede präsentierte, sondern auch als Präsident eloquent durch den Abend führte.

Am Anfang einer jeden Sitzung steht der Aufmarsch der ganzen Gesellschaft und so tauchten der Regimentsspielmannszug (unter Leitung von Christof Gühsgen), unterstützt von den ehemaligen Prinzenbläsern von (Ex)-Prinz Alfred III., das Gardekorps unter Kommandant Oliver Franken, Gardetänzer, Marketenderin Julia Engelhardt und das Gardetanzpaar Milena Getz und Fabian Florenkowsky die Bühne in ein blau-gelbes Farbenmeer.

Glückliche Gesichter

Und schon stieg der Stimmungspegel in ungeahnte Höhen, denn es ging gleich los mit einem traditionellen „Stippeföttche“ und mit feschen Tänzen der Aushängeschilder der Gesellschaft. Einen ersten „Anschlag“ auf das Zwerchfell verübte „Der Lange“ Alfred Wings, der als gestresster Ehemann seine Frau beim Einkauf begleiten musste und „durch die Hölle“ ging und beim Schuhekaufen auch auf andere (hysterische) Weibsbilder aus der Nachbarstadt traf: „Gott schütze uns vor Sturm und Wind und Frauen, die aus Stolberg sind!“

Der Vollblutkarnevalist erhielt die erste La-Ola-Welle. Eine starke Visitenkarte gaben auch die Jugend-Kaafsäck unter Leitung von Max Thoma ab. Die jungen Musiker begeisterten mit bekannten Karnevalshits und ließen den Saal heftig schunkeln.

Und dann hieß es „Servus, Grüezi und Hallo“: Die Jugendgarde entführte tänzerisch auf die bayrische Wiesn und heimste dicken Beifall für diese tolle Choreographie ein. Genauso wie die Pavarottis aus Dürwiß (Gardesänger) Michael Clermont, Matthias Hanf, David Kappes und Haj Fuhs, die mit zwei Liedern „De Hauptsach es, et Häzz es jot“ und „Oh Mamma Mia“ aus der Feder von Quirin Schleipen und einem Medley bekannter kölscher Lieder begeisterten.

Kölsch und tänzerisch ging es weiter mit den Rainbow Dancers, die in rot-bunt-glitzernden Kostümen für einen wahren Augenschmaus sorgten. Und als dann noch das Jugendtanzpaar Teresa Getz und Philip Martinett sich dazu gesellte und vor dieser schillernden Kulisse einen anmutigen Tanz präsentierte, gab es in der Festhalle kein Halten mehr.

Von Meditation und Tiefenentspannung konnte allerdings keine Rede sein, als der Dorfreporter eine Pointe nach der anderen abriss und schließlich als Zugabe einen Witz von Jupp Kranen präsentierte und dafür einen donnernden Applaus erhielt.

„Die Rockmusik aus den 70er-Jahren ist doch immer noch die Beste“, verkündete Brass & Spass unter Leitung von Rouven Berndt. Und dann ließ die stolze Musikertruppe es u.a. mit Smoke on the Water, Highway to Hells aber richtig krachen. Natürlich hatten sie auch ein großes Repertoire von kölsche Leedche im Gepäck.

Was dann folgte, war einfach nur hervorragend: Christian Machalski alias „Hastenraths Will“ ließ mit seinen bäuerlichen Weisheiten kein Auge trocken und freute sich über die gute Stimmung im Saal: „Ich habe schon lange nicht mehr in so viele glückliche Gesichter gucken dürfen. Das letzte Mal war bei der Beerdigung meiner Schwiegermutter!“

Er „philosophierte unter anderem darüber, dass man(n) unbedingt nach einer attraktiven Frau Ausschau halten sollte, denn „ die andere wirst Du nicht mehr los!“. Und dass Liebe blind mache, da sei ja bekannt. „Aber sobald du verheiratet bist, kannst Du wieder sehen!“

Wie kann man eine Freundschaft besser symbolisieren, als wenn man zusammen auf der Bühne steht? Die Komitee-Tanzpaare und –mariechen tun das schon seit vielen Jahren und begeisterten auch am Samstagabend bei der Narrengarde mit einem bezaubernden Tanz.

Und schon sollten „Die drei Söck“ auf der Bühne stehen, doch einer war wohl abhanden gekommen. Machte nichts: das Trio, pardon das Duo aus Bonn forderte die Narren stimmgewaltig auf „Kumm, loss mer dance“ und zeigte u.a. wie „In unserem Veedel“ gefeiert wird.

Ebenfalls für ein grandioses Bühnenbild sorgte dann Mutter Scharwache, die fast alle ihre Kinder mitgebracht hatte. Mit schmissiger Musik des Regimentsspielmannszuges unter Leitung von Thomas Graff, mit Stippeföttche und Tänzen der Uniformierten und des Tanzpaares Eva Gruppe und Sebastian Plönnes machten die Scharwächter nochmal ordentlich Rabatz, bevor die Höppe Kröetsch der Lätitia Weisweiler zwei atemberaubende und akrobatische Tänze vom Feinsten zeigte. Diese Gruppe legte wirklich eine fernsehreife Show hin.

Für den finalen i-Punkt sorgte Laura Wings, die die nicht nur „Et jit kei Wood“ und „Nie mehr Fastelovend“ intonierte, sondern auch das von Patrick Nowicki getextete „Doheem“ sang. Begleitet wurde sie dabei von der Jugendgarde und vom Präsidenten, der sie an der Gitarre begleitete. Und weil es „Doheem“ so schön ist, feierten die Gäste noch bis zum frühen Morgen mit der Narrengarde eine „Noh-de-Sitzung-Party“.

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