„Reverend Rusty“ erobert das Rio in der Gasse

Von: psi
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Bewunderte vor seinem Auftritt die Feinheiten lokaler Architektur in der Schnellengasse: das Reverend-Rusty-Trio aus München. Foto: Paul Santosi

Eschweiler. Blues aus Bayern? Aber selbstverständlich! Die universelle Sprache Musik macht gottseidank nicht vor Ländergrenzen halt, was der aus München stammende „Reverend Rusty“ mit seinen beiden Kollegen bei „Blues meets Rock“ bewies.

Die etwa 60 unverwüstlichen Livemusik-Fans hatten am Dienstagabend im Rio in der Schnellengasse jedenfalls von Beginn an jede Menge Spaß mit dem Trio des Bluespredigers Rusty aus dem Süden.

Es dauerte keine zehn Sekunden nachdem Organisator Klaus Schmidt die Band auf die Bühne bat, als Schlagzeuger Al Wood das Publikum bereits bei den ersten Tönen zum Mitklatschen brachte. Mit ein paar coolen, hendrix-ähnlichen Riffs legte Rusty das Fundament für die abwechslungsreiche, über zwei Stunden dauernde Blues-, Rock- und Folk-Show.

Der Mann behandelt die Gitarre in einer gelungenen Mischung aus Spielgefühl und jahrelanger Erfahrung, niemals überspektakulär, aber immer zielgerichtet und mitreißend. Statt sich an bekannte Standards zu halten, lieferten Rusty, Al Wood und Bassist „C.P.“ in der ersten Halbzeit lieber Kompositionen aus der eigenen Feder. Nach acht Alben und 30 Jahren Live-Erfahrung kann Reverend Rusty da ja auch beruhigt aus dem Vollen schöpfen.

Die Band pflegt ihren eigenen Stil, mal ruhig im Balladen-Tempo, dann wiederum direkt und ungeschliffen. Wohltuend multi-instrumentell übrigens, denn Rusty fühlt sich auf der E-Gitarre genauso wohl, wie mit Dobro und Mandoline. Al Wood macht nicht nur auf dem kompletten Schlagzeugset, sondern auch auf dem Cajon eine gute Figur, während Mr. C.P. problemfrei zwischen E-Bass, Electric Upright Bass und Tuba wechseln kann. Für interessante und kontrastierende Klangfarben im Gesang sorgt Reverend Rusty mit zwei Mikros.

„Reverend“ steht im Englischen für die Bezeichnung „Hochwürden“, was nun wirklich keine kirchliche Amtsanmaßung darstellt. Was man mit einer Gitarre auch ohne zusätzliche elektronische Soundeffekte glaubhaft so alles anstellen kann, verdiente schon Respekt. Dank seines mobilen Gitarrensenders wagte Reverend Rusty zwischendurch auch einmal den Weg hinunter zum Publikum und spielte ein paar Takte quasi in und aus der Gemeinde heraus.

Man möge den Vergleich verzeihen, aber mit dem Sound seiner Mandoline erweckte Rusty dann auch phasenweise Erinnerungen an den legendären „Mann mit der Flitsch“, Hans Süper, auch wenn der natürlich aus einer ganz anderen musikalischen Glaubensrichtung stammt. Die zusätzlichen Folk-Elemente per Mandoline gefielen dem Publikum jedenfalls sehr gut.

Im zweiten Set wagte die Reverend-Rusty-Band auch Hommagen an bekannte Vorbilder wie Muddy Waters und Ry Cooder und spielte mit Big Joe Turners „Honey Hush“ dann doch einmal einen etwas bekannteren Blues-Coversong. Selten für gestandene Blueser, aber absolut prima interpretierte die Combo auch ein Stück, das mit einem passablen Reggae-Fundament überzeugte. Wie eingangs erwähnt: Ob der Blues nun aus Bayern oder Mississippi stammt, ist weniger wichtig, als ein authentischer und sauberer Vortrag mit Unterhaltungswert. Genau dafür erhielt die Reverend-Rusty-Band nach ihrer Show beachtlich viel Applaus.

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