Rettungsgasse: „Unwissenheit ist das größte Problem“

Von: Vivien Nogaj
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Eschweiler. Eine korrekte Rettungsgasse zu bilden, ist auf deutschen Straßen ein fortwährendes Problem. Immer wieder treten laut Medienberichten Fälle auf, in denen Rettungsfahrzeuge nicht oder nicht reibungslos zum Unfallort kommen, weil Autofahrer keine nötige Gasse bilden.

Auch die Rettungssanitäter der Feuerwehr Eschweiler kennen das Problem, das den Einsatz erheblich erschwert.

Autos sind auf der Fahrbahn unterwegs, der Verkehr gerät ins Stocken und kommt schließlich zum Erliegen. Diese Situation kennt jeder Autofahrer. Was nicht jeder von ihnen weiß, ist, wie er sich in diesem Moment zu verhalten hat. „Viele Autofahrer denken, dass sie erst eine Rettungsgasse bilden müssen, wenn sie ein Martinshorn hören oder Blaulicht sehen.

Das ist aber falsch. So gehen im Ernstfall wichtige Sekunden verloren“, sagt Paul Velten-Christopher, stellvertretender Leiter der Feuer- und Rettungswache Eschweiler. Tatsächlich ist sofort bei Eintreten eines Staus eine Rettungsgasse zu bilden, damit Helfer im Ernstfall ungehindert zum Unfallort kommen.

Ein weiteres Problem sei, dass Fahrzeughalter oft auch zu nah an den Vordermann auffahren. „Wer Stoßstange an Stoßstange steht, hat natürlich kein Platz mehr zum Rangieren“, sagt Velten-Christopher. Je größer die Fahrzeuge seien, desto problematischer werde dies. Besonders Lkw seien in solchen Augenblicken Hindernisse, weil sie aufgrund ihrer Größe auch mal zwei Spuren blockieren können.

Außerdem gebe es Fälle, in denen Autofahrer erst richtig stehen, dann aber in Panik verfallen, sobald sie das Martinshorn hören würden. „Dann reagieren die Autofahrer planlos und ziehen in letzter Sekunde in die Mitte. Auf sowas müssen wir auch vorbereitet sein“, sagt der Eschweiler Feuerwehrmann.

Notärzte haben freie Fahrt

Ein wenig einfacher ist es für die Notärzte. Sie kommen erst zum Unfallort, wenn die Rettungssanitäter schon einen Weg freigeräumt haben. „Danach bleibt die Rettungsgasse meistens bestehen“, sagt Judith Haake, Notärztin am Krankenhaus Eschweiler. Schwierig werde es nur dann, wenn sich die Rettungsgasse auflöst, weil die Menschen schaulustig sind.

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