Resi und Gerd Schnitzler rufen zu Spenden für Nepal auf

Von: Sonja Essers
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Eschweiler/Nepal. Wenn Gerd Schnitzler an die Osterferien zurückdenkt, gerät er ins Schwärmen. Zwei Wochen verbrachten er und seine Frau Resi in Nepal. Freundliche Menschen und einmalige Sehenswürdigkeiten blieben dem Schulleiter der KGS Kinzweiler im Gedächtnis. Auch zu den Einheimischen knüpften Schnitzler und seine Frau Kontakte. Mit einem von ihnen, dem Reiseleiter Narayan Adhikari, tauschen sie sich auch heute noch regelmäßig per Mail oder Telefon aus. Der Anlass für die Gespräche ist jedoch keineswegs positiv. Ganz im Gegenteil.

Rund zwei Wochen nachdem Schnitzler und seine Frau von ihrer Studienreise zurückkehrten, erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,8 das Land. Bei diesem kamen rund 8100 Menschen ums Leben. Auch im benachbarten China und Indien gab es mindestens 100 Opfer. Ein weiteres Beben geschah am Dienstag. Dieses erreichte eine Stärke von 7,2. Wie viele Opfer bei diesem ihr Leben lassen mussten, ist bisher nicht bekannt.

Menschen leben in Zelten

Menschen, die das erste Beben überlebten, kämpfen momentan mit den Folgeschäden. Fast eine halbe Million Häuser wurden bei dem Beben vor zweieinhalb Wochen in Nepal zerstört oder schwer beschädigt. Derzeit leben die Nepalesen in Zelten und sind auf Nahrungsmittellieferungen angewiesen. Helfen wollen auch Resi und Gerd Schnitzler. So rufen die beiden Indestädter nicht nur in ihrem Freundeskreis, sondern auch in der Grundschule zu Spenden auf.

Aktuelle Informationen erhielt Schnitzler bis dato von seinem Bekannten Narayan Adhikari. Der Nepalese, der in München und Kathmandu, der nepalesischen Hauptstadt lebt, ist derzeit vor Ort und beherbergt in seinem Garten 100 Obdachlose. Sein Haus kann Narayan Adhikari allerdings nicht bewohnen. Dieses ist zwar Erdbebensicher, doch die beiden Nachbarhäuser sind stark einsturzgefährdet. Ein Nachbeben könnte also nicht nur für ihn, sondern auch für die Menschen auf seinem Grundstück verheerende Folgen haben.

Mittwoch Nachmittag erfuhr Schnitzler, dass ein Nachbarhaus Adhikaris eingestürzt war. Verletzte und Tote gab es nicht. Auch die anderen umliegenden Häuser wurde nicht beschädigt. Über Kathmandu liegt derzeit eine große Staubwolke. Auch die Kommunikationswege zu den Bergdörfern seien größtenteils abgeschnitten. Die Schulen wurden vorerst geschlossen. Schnitzler weiß: „Hilfe ist gerade zu diesem Zeitpunkt wichtiger denn je.“

Vor allem Reis und Planen werden dringend benötigt. Um die Menschen in seinem Garten zu versorgen, engagierte Narayan Adhikari eine Köchin, die täglich Reis zubereitet. Gar keine leichte Aufgabe, schließlich wurde fast die gesamte Reisernte komplett zerstört. Doch Narayan Adhikari konnte danke Spenden 150 Tonnen Reis beschaffen, um die Obdachlosen in seinem Garten zu versorgen.

Dieses Glück haben jedoch nicht alle Nepalesen. Die meisten sind auf Lebensmittelspenden angewiesen. Doch diese finden nicht immer den Weg in die Dörfer. Bergdörfer können meist nur zu Fuß erreicht werden, weiß Schnitzler aus eigener Erfahrung. Auf seiner Reise besuchten er und seine Frau Adhikaris Heimat, das Bergdorf Bela. Straßen gibt es dort nicht und auch die Fußwege sind kaum begehbar. Ein Transport der Hilfsgüter bis in das betroffene Dorf ist deshalb sehr schwierig.

Das ist jedoch nicht das einzige Problem. In wenigen Wochen wird der Monsunregen erwartet. Zwischen Juni und September müssen die Nepalesen vor dem großen Regen schützen. Aus diesem Grund werden dringend Planen benötigt, meint Schnitzler. Bisher konnte Narayan Adhikari einen Container mit rund 6000 Planen besorgen.

Mit Hilfe des Militärs werden diese zurechtgeschnitten und verteilt. Mit Bambusstäben und Maisstroh können die Familien so eine kleine Hütte bauen und sind vor dem Monsunregen geschützt. Um den gesamten District, um den Adhikari sich kümmert versorgen zu können, sind allerdings 10.000 Planen nötig.

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