Repowering auf der Halde Nierchen ist abgeblasen

Von: pan
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Auf der Halde Nierchen wird es keine neuen Windräder geben, da es massive Proteste von Bürgern gegeben hatte. Symbolbild: dpa

Eschweiler. Kein Repowering auf der Halde Nierchen: Die Mehrheit im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss entschied sich wie erwartet am Donnerstagabend, das Verfahren zu beenden. Als Grund nannten die Kommunalpolitiker die massiven Proteste der Bürger.

Lediglich der Vertreter von Bündnis 90 / Die Grünen, Dietmar Widell, sprach sich dafür aus, die bestehenden Windräder auf Eschweiler Stadtgebiet durch zwei deutlich höhere Anlagen zu ersetzen. Die Gemeinde Langerwehe hat das Verfahren bereits im vergangenen Dezember beendet. Es bleibt also bei den neun 87 Meter hohen Windrädern.

Die zahlreichen Bürger im Ratssaal spendeten nach jeder Wortmeldung gegen das Repowering Beifall. Dabei war die Entscheidung keine Überraschung mehr. Erich Spies von der UWG meinte gleich mit dem Beginn der Debatte: „Dieses Verfahren ist ein Paradebeispiel für eine ungeschickte Vorgehensweise eines Investors. Jetzt ist das Repowering politisch nicht mehr durchsetzbar.“ Sowohl Nadine Leonardt (SPD) als auch Wilfried Berndt (CDU) und Christian Braune (FDP) betonten, dass der Bürgerwille entscheide.

Gegen das Repowering gingen laut Stadtverwaltung bis Ende Juli des vergangenen Jahres im Eschweiler Rathaus 216 Schreiben ein. In einem Fall war der Brief mit 22 Unterschriften versehen. Darüber hinaus wurde eine Unterschriftenliste mit 308 Signaturen eingereicht. „Insgesamt richten sich damit rund 550 Bürger aus Eschweiler und Langerwehe gegen die beabsichtigte Planung, viele sprechen nicht nur für sich, sondern auch für ihre Familie“, hieß es in der Verwaltungsvorlage.

Der Grüne-Ratsherr Dietmar Widell verwies auf die Landesvorgaben. Diese sehen vor, Repowering den Vorrang vor neu zu entwickelnden Flächen zu geben. „Es bestehen in Eschweiler sowieso wenige Windenergiekonzentrationsflächen“, sagte er. Die neuen Varianten der Energiekontor AG für den Windpark Halde Nierchen bezeichnete er als „verbesserte Vorschläge“.

Albert Borchardt von den Linken sprang ihm teilweise zur Seite. Er räumte ein, sogar drei 175 Meter hohe Windräder dort zu favorisieren, weil dann alle Altanlagen abgebaut würden. Allerdings stimmte Borchardt letztlich auch für das Ende des Repowerings, weil der Investor klargemacht habe, dass es ihm „lediglich um wirtschaftliche Interessen“ gehe.

Nach dem Aus des Repowerings auf Langerweher Gemeindegebiet waren lediglich noch zwei Varianten auf Eschweiler Stadtgebiet möglich. So wurde nicht mehr über vier, sondern über drei oder zwei 175 Meter hohe Windräder gesprochen. Hätten sich die Eschweiler Kommunalpolitiker für die Variante mit drei Energieanlagen entschieden, dann wären sämtliche Altanlagen abgebaut worden, auch die in Langerwehe.

Für Diskussionen sorgte Ende vergangenen Jahres die Behauptung der Grünen, dass die Eschweiler Stadtverwaltung den Ratsmitgliedern neue Pläne der Energiekontor AG vorenthalten würde. Das Unternehmen hatte der Partei mitgeteilt, dass es Alternativen gebe. Diese Vorwürfe wurden von der Stadtverwaltung heftig zurückgewiesen. Auch in der Ausschusssitzung nahm der Technische Beigeordnete Hermann Gödde noch mal dazu Stellung: „Die Firma hat sich für die aufgekommenen Irritationen entschuldigt.“

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