Renomierter Besuch: Leistungskurs begeistert seine Lehrerin

Von: mah
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Fassungslos freute sich Marlene Klinkenberg über den Überraschungsgast Klaus Hurrelmann. Die Schüler hatten das Geheimnis bis zum Schluss gewahrt. Foto: Manuel Hauck

Eschweiler-Pumpe. Kurz vor ihren Abiturprüfungen ist den Schülern des Pädagogik-Leistungskurses der Gesamtschule Eschweiler eine Überraschung für ihre Lehrerin Marlene Klinkenberg gelungen. Klaus Hurrelmann, renommierter Wissenschaftler im Bildungs- und Sozialgesundheitswesen, war der unerwartete Besucher, mit dem der Leistungskurs seine Lehrerin zur Sprachlosigkeit brachte.

Die Planungen begannen schon vor einem halben Jahr, als Marlene Klinkenberg stolz von Klaus Hur-relmann und seinem Vortrag bei einer Tagung schwärmte. Die von der Forschung Hurrelmanns begeisterte und zum Ende dieses Schuljahres in Pension gehende Lehrerin erzählte damals ihrem Leistungskurs, dass Hurrelmann auch schon einmal Schulklassen besucht. Doch solche Besuche, so ihre Behauptung, würde er nur in Berlin wahrnehmen. Herausforderung angenommen, dachten sich die Schüler und wollten ihre Lehrerin zum beruflichen Abschluss an der Gesamtschule überraschen.

Klaus Hurrelmann ist derzeit Professor of Public Health und Education an der Hertie School of Governance in Berlin und forscht in den Bereichen Gesundheits- und Bildungspolitik. Nach seiner wissenschaftlichen Ausbildung in Münster, Bielefeld, aber auch in Berkeley, California, gründete er im Jahr 1993 die Fakultät für Gesundheitswissenschaften an der Universität in Bielefeld. In seinen Forschungsprojekten werden überwiegend die Kinder- und Jugendgenerationen untersucht und befassen sich dabei mit Themen wie Gesundheit, Ausbildung, Politik und dem Erwachsenwerden. Hurrelmanns zahlreiche und anerkannte Forschungen reichen mit Studien, unter anderem in Serbien, Bulgarien, Kroatien, Indonesien und Indien, weit ins Ausland.

„Wer wird Millionär?“

Ohne Hilfe der Schule kontaktieren die Schüler Klaus Hurrelmann und bewiesen Ausdauer und nutzten unter anderem Skype, um den persönlichen Kontakt herzustellen. Die Chance, den angesehenen Hurrelmann in die Gesamtschule zu holen, bekamen sie nicht wie ursprünglich beabsichtigt für die Abiturfeier, jedoch in anderer Form. Am Montagvormittag besuchte Hurrelmann eine Tagung in Köln und sagte dem Leistungskurs Pädagogik seinen Besuch im Anschluss an diesen Termin zu.

Nachdem der Kurs die Zusage hatte, ging es an die konkreten Planungen, um die Überraschung bis zum Schluss vor der Lehrerin geheim zu halten. Am Ende schafften die Abiturienten es, dass das ganze Kollegium und alle Schüler der Gesamtschule bescheid wussten – nur Marlene Klinkenberg nicht.

Sie begab sich also wie gewohnt am Montagmittag zu ihrem Pädagogikkurs. Spielerisch ging es in dieser Stunde zu, da der Kurs ein Quiz im Stil von „Wer wird Millionär?“ veranstaltete und nach und nach einzelne Schüler eine Maske mit dem Gesicht von Hurrelmann übergezogen, den Klassenraum betraten. Am Ende des Spiels trat dann der wahre Hurrelmann in den Kurs und sorgte bei Lehrerin Klinkenberg für Staunen und Sprachlosigkeit.

Die von langer Hand geplante Überraschung war gelungen, trotz einzelner brenzliger Situationen, bei der sich fast jemand verplappert hätte. Die Freude war groß, als Klinkenberg und ihr Kurs mit Hurrelmann ins Gespräch kamen und der Wissenschaftler die jungen Menschen vor allem nach ihren Zukunftsplänen fragte.

Doch die Überraschung sollte nicht alles gewesen sein. Im Anschluss an den Besuch im Leistungskurs bekamen alle anderen Schüler, die an der Gesamtschule in Pädagogik unterrichtet werden, die Gelegenheit, Hurrelmann nicht nur durch seine Studien in Büchern, sondern einmal hautnah zu erleben.

Hurrelmann hielt zunächst einen Vortrag darüber, unter welchen sozialen Bedingungen Jugendliche damals und heute aufwachsen und wie sich ihre Persönlichkeit dabei entwickelt. Diese Vielfalt jugendlicher Lebenswelten hat der Forscher unter anderem mit den sogenannten „Shell Jugendstudien“ untersucht und ging in seinen Ausführungen auf die Generationen des 2. Weltkriegs, der Babyboomer, der Generation X, Y und Z ein. Am Ende seines Vortrags nannte er einzelne Charaktereigenschaften der ihm zuhörenden Generation, so zum Beispiel die intensive Nutzung von Handys, Zukunftsängste, Umweltbewusstsein und die Eltern als wichtigster Bezugspunkt. Mit seiner Aufzählung animierte Hurrelmann zur Diskussion, an der sich die Schüler rege beteiligten.

Die Zeit eilte nach einer knappen Stunde Vortrag und Diskussion, da der Leistungskurs, der Klaus Hurrelmann an die Gesamtschule geholt hatte, mit ihm und Marlene Klinkenberg zum Abschluss des Tages in einem Restaurant essen ging.

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