René Steinberg begeistert mit Soloprogramm im Talbahnhof

Von: kaba
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Schließlich fiel die Entscheidung Steinbergs auf Hans Dietmar Ullrich, der den Gegenpart von Sarkozy spielen durfte. Foto: Katja Bach

Eschweiler. Nicht viele schaffen es, die Lachmuskeln ihres Publikums so zu beanspruchen wie René Steinberg. Mit seinem Programm „Gebt dem Unsinn das Kommando“ begeisterte er die Gäste im Talbahnhof und zeigte eindrucksvoll, warum es so wichtig sei, wieder mehr Unsinn zu treiben.

Steinberg zeigte auch in seinem Soloprogramm sein kabarettistisches und komödiantisches Können. Gezielt spricht er an, was an dieser Welt nahezu skurril erscheint. Verpackt in seiner ganz eigenen Art von Humor führte er so dem Publikum vor Augen, worüber es sich nachzudenken lohnt. So kam schnell die globale Politik zur Sprache und da brannte das Thema Trump, dem Anlass geschuldet, natürlich auf den Nägeln.

„Ich dachte eigentlich, dass wir bei WDR 2 mit ‚Eine schrecklich rechte Familie‘ jetzt durch seien, aber da müssen wir uns wohl jetzt etwas Neues einfallen lassen“, so Steinberg. Und wenn es um Politik geht, hat René Steinberg ein großes satirisches Repertoire, das er zum Besten gab. „Seine Gestik, Mimik und Rhetorik ist hervorragend. Und er hat einen unglaublichen Wortwitz“, erklärten Bert und Rita Schopen begeistert.

Und das ist es wohl, was Steinberg so unvergleichlich macht. Mit Leidenschaft und vollem Körpereinsatz macht er den Abend für die Zuschauer unvergesslich und dabei zieht er nicht nur sein Programm durch, sondern reagiert auf sein Publikum.

Hamsterrad als Karriereleiter

Schnell verschwand die Trennung zwischen Kabarettist und Zuschauer und der Abend wurde zu einem gemeinsamen Erlebnis. „Er hat unglaublich gute Ohren und hört alles, was im Publikum gesagt wird“, erkannten Wolfgang, Hans- Peter und Inge aus Simmerath, die für sich entschieden, dass sich die weite Anreise gelohnt hatte.

Diese besondere Beziehung zum Publikum gipfelte schließlich darin, dass Hans Dietmar Ullrich aus Dürwiß sich plötzlich auf der Bühne wiederfand und Teil der Satire um Sarkozy wurde. Im zweiten Teil des Abends änderte René Steinberg die Perspektive von dem, „was uns in der Welt und im Alltag so beschäftigt“, hin zu dem, was man vielleicht dagegen tun könnte.

„Denn immerhin sieht das Hamsterrad, in dem wir uns befinden, nur von innen aus wie eine Karriereleiter“, verbildlichte er die Dringlichkeit, einmal „auszusteigen“. Und das gelinge seiner Meinung nach am besten, indem man Quatsch mache. „Denn Quatsch im Kopf ist das beste Mittel, dass der Wahnsinn von da draußen gar nicht erst reinkommt“.

Und das Wichtigste, betonte er, sei, dass man das auch den Kindern vormache. Sein Wunsch: eine „Lindgrenisation“, also mehr Kinder wie Pipi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga, die ihren eigenen Kopf, ihre eigenen Ideen und ihre eigene Weltanschauung haben, und mehr Erwachsene, die zeigen, dass man auch Spaß haben kann.

„Geht raus, macht Quatsch und gebt dem Unsinn das Kommando“, gab Steinberg seinem Publikum zum Abschluss mit auf den Weg, in der Hoffnung, etwas bewegt zu haben. Und vielleicht kommt der eine oder andere im nächsten Jahr wieder, denn dann steht Steinberg im September mit seinem neuen Programm wieder auf der Talbahnhofbühne.

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