Reitsport-Weltklasse von morgen reift an der Inde

Von: Patrick Nowicki
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Machen Eschweiler zu einer int
Machen Eschweiler zu einer interessanten Adresse für Reitsportler in der Welt: Andrea Weinberg sowie Helena und Tim Stormanns. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. 14 Kilometer entfernt befindet sich das Mekka des Reitsports. Aachen, Austragungsort von Weltreiterspielen und Weltmeisterschaften. Ein wenig vom reitsportlichen Glanz strahlt auch nach Eschweiler, genauer geschrieben: nach Weisweiler.

Dort, im Indetal, befindet sich die Anlage der Familie Stormanns und Weinberg. Seit sieben Jahren betreibt sie dort einen professionellen Stall für Springpferde. In diesem Jahr findet dort zum ersten Mal ein internationales Turnier statt. Zu den 262 Teilnehmern aus 24 Nationen zählen so bekannte Reitsportler wie Franke Sloothaak, Robert Smith und Royne Zettermann.

24 Nationenpreise

Helena Stormanns ist selbst ein wenig überrascht, wie viele Athleten mit ihren Pferden in Eschweiler starten. Dies ist sicherlich den guten Kontakten in der Welt des Reitsports geschuldet, die die 48-Jährige in ihrer Karriere geknüpft hat. Sie selbst nahm schließlich, damals noch unter dem Namen Helena Weinberg, erfolgreich an Weltcupturnieren teil, siegte in Rom, London, Cannes und im Queens Cup in Hickstead. Bis heute stehen sechs Nationenpreise für Großbritannien und achtzehn für Deutschland in ihrer Vita.

Dass weitere hinzukommen, ist unwahrscheinlich. Noch immer sitzt sie tagtäglich im Sattel, den Sprung zu den großen Profiturnieren wagt sie jedoch nicht mehr. „Wer in diesem Sport erfolgreich sein will, der muss sehr egoistisch sein und alles dem Reiten unterordnen”, weiß die dreifache Mutter. Inzwischen gibt sie ihr Wissen vor allem jungen Reitern weiter.

Zudem bildet sie Springpferde erfolgreich aus. „Wir sind hier kein Pensionsbetrieb”, betont sie. 42 Boxen befinden sich in Weisweiler, unmittelbar hinter dem Hubert-Bündgens-Stadion an der Stadionstraße. Die Boxenanlage wurde vor wenigen Jahren erneuert. Die Zucht von Pferden überlässt sie anderen. „Dafür fehlen uns die Weiden, denn die jungen Tiere müssen in der Herde groß werden.”

Die Liebe zum Reitsport hat auch die ganze Familie ergriffen. Sohn Thomas Weinberg ist erfolgreicher Springreiter, ihre Tochter Andreas Weinberg absolvierte zunächst eine Lehre zur Veranstaltungskauffrau beim ALRV (Aachen-Laurenzberger Reitverein) und arbeitet bei den Olympischen Spielen in London als Assistant Jumping & Dressage Manager in der Disziplin Pferdesport.

Mit ihrer Mutter organisiert sie das Eschweiler Jumping Festival. „London ist schön, aber ich bin ein Landei und war deswegen froh, für ein Paar Tage wieder nach Hause zu kommen”, gesteht die 22-Jährige schmunzelnd. Das Turnier ist schließlich auch ihre Idee gewesen. Zu ihrer Überraschung stimmte ihre Mutter zu.

Seit drei Jahren treffen sich in Weisweiler die Springreiter mit ihrem Pferden zum Kampf gegen Hindernisse und Uhr. Aber ein internationales Turnier gab es dort noch nie. In der Reitwelt stößt dies auf große Freude: „Ich bin immer wieder begeistert, wenn ein Verein den Schritt zur internationalen Turnierveranstaltung wagt”, schreibt der Bundestrainer und Olympia-Sieger Otto Becker.

Für die Reiter gibt es neben dem Sieg auch eine stattliche Prämie zu ergattern. Beim Eschweiler Jumping Festival werden insgesamt 62.900 Euro an Preisgeld ausgeschüttet. Die beiden Hauptprüfungen am kommenden Samstag und Sonntag, bei denen es auch um Weltcup-Punkte geht, sind mit jeweils 23.000 Euro dotiert.

Zahlreiche Sponsoren machen dies möglich. Aber auch viele ehrenamtliche Helfer. „Ohne sie wäre das nicht zu schaffen”, sagt Helena Stormanns. Der Verein Eschweiler Pferdesport, dessen Vorsitzende Andrea Weinberg ist, stellt als offizieller Veranstalter einen Großteil der Helfer. Ihm gehören nicht nur Reitfreunde aus der Region, sondern aus dem gesamten Rheinland an.

Die Nachwuchsturniere sind schon über die Bühne, ab morgen beginnt das Masters, das viele Verbände dazu nutzen, ihre Reiter auf Olympia vorzubereiten. Und damit endet das Sportspektakel in Weisweiler noch nicht, denn am Wochenende vom 4. auf den 6. Mai kommen die regionalen Springreiter zu ihrem Recht.

Weitere Sponsoren gesucht

Trotz der vielen Kontakte und der Helfer, steckt hinter dem Eschweiler Jumping Festival jede Menge Arbeit. Zudem fehlt noch der ein oder andere Sponsor für die Springen. Und so behält sich Helena Stormanns vor, im nächsten Jahr wieder ein internationales Turnier mit prominenten Startern zu veranstalten. „Wir werden Bilanz ziehen und dann schauen”, so die Wahl-Eschweilerin.

Fällt diese positiv aus, könnte sich ihre neue Heimat, in der sie sich nach eigener Aussage pudelwohl fühlt, wirklich nachhaltig ins Gedächtnis der Pferdefreunde bringen.
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