Eschweiler - Reitausbilderin Cornelia Leonards erhält silberne Stensbeck-Plakette

Reitausbilderin Cornelia Leonards erhält silberne Stensbeck-Plakette

Von: Laura Laermann
Letzte Aktualisierung:
13698857.jpg
Reitausbilderin Cornelia Leonards (29) trainiert fast täglich mit ihrer achtjährigen Stute „Leandra“ in Dürwiß. Foto: Laura Laermann
13698932.jpg
Conelia Leonards Stute „Leandra“ ist im Dressurreiten ausgebildet.

Eschweiler. Ganz leicht sieht es aus. Wie eine Feder setzt die nussbraune Stute Leandra einen Huf nach dem anderen auf dem sandigen Boden auf. Im weichen Galopp geht es erst rechts, dann links herum, der fliegende Wechsel der schlanken Beine sitzt.

Hier zeigt sich die langjährige Arbeit von Cornelia Leonards, die seit ihrem sechsten Lebensjahr täglich reitet. Im November dieses Jahres erhielt die 29-Jährige die silberne Stensbeck-Plakette, eine Auszeichnung für Reitausbilder, die besonders gut abschneiden. Auf ihrem elterlichen Hof in Dürwiß trainiert Leonards derzeit fünf Pferde.

Die achtjährige Stute Leandra wurde von Beginn an von Cornelia Leonards angeritten und bis in die schwere Klasse der Dressur ausgebildet. Schon in ihrer ersten Saison in der S-Dressur konnte sie sich im besten Drittel platzieren. Ihr Vollblut-Bruder, Leo Löwenherz, wurde bereits zweimal Luxemburgischer Meister in der Dressur.

Doch bis Pferd und Reiter solche Erfolge feiern können, ist es ein langer Weg mit viel Arbeit. „Mit zwei bis drei Jahren, je nach Entwicklung des Pferdes, beginnt man mit der Ausbildung “, erklärt Leonards. Zu Anfang wird ein Pferd erst einmal täglich 30 Minuten im Schritt an Longe, einer langen Leine an das Training gewöhnt.

„Wenn man merkt, dass die Pferde das Training nicht gut wegstecken, muss man einen Gang zurück schalten“, erklärt die Ausbilderin. „Dann kommt ein Pferd noch mal zurück auf die Koppel und kann sich bei freier Bewegung entwickeln.“

Um das Pferd vor Muskelkater zu schonen, gibt es eiweißreiche Muskelaufbaupräparate, die ein Pferd in der ersten Trainingsphase zu sich nimmt. Da ein Pferd von Natur aus kein Reittier ist, muss eine starke Muskulatur aufgebaut werden, um den Reiter zu tragen und Verletzungen zu vermeiden. Als zusätzliches Ausdauertraining gehen auf dem Hof Leonards jeden Tag acht bis zehn Pferde in einer sogenannten Führmaschine.

Dabei ist es nicht nur viel Bewegung, an die sich ein junges Pferd gewöhnen muss: Cornelia Leonards zeigt die Prozedur, die zu einem Training dazugehört. Zunächst halftert sie Stute Leandra und putzt ihr Fell mit Striegel und Bürste. Nachdem sie das große Pferd gesattelt hat, wickelt sie stützende Bandagen um die Fußgelenke und befestigt schützende Fußglocken um die Hufe. Zuletzt legt sie Leandra das Zaumzeug an und führt sie in die große Halle, in der das Training beginnt. Für ein junges Pferd ist dieser Prozess noch ungewohnt und anstrengend, gehört aber zur Pferdeerziehung.

In ihrer dreijährigen Ausbildung zur Pferdewirtin hat Cornelia Leonards gelernt, was ein Pferd braucht und wie es am besten lernt. In Theorie und Praxis wurde sie nicht nur in Dressur und Springen, sondern auch in Themen, wie Haltung, Fütterung oder Veterinärkunde geprüft.

Ein Pferd reitet Leonards erst nach genügend Trainingsstunden ein. Zunächst an der Longe legt sie sich auf den Rücken des Pferdes, bis es sich entspannt. In der nächsten Phase muss ein Pferd die Kommandos des Reiters über Beindruck, Zügel, Gebiss und Stimme lernen. Lange wird im Schritt und Trab geübt, erst wenn diese Gangarten sauber laufen, kommt Galopp hinzu.

Wenn das nicht der Fall ist, gehört es zu Leonards Aufgaben, das Pferd zu korrigieren. „Zuletzt konnte ein Pferd nicht geradeaus laufen, sobald ein Reiter auf ihm saß, weil es Balance-Probleme hatte“, sagt Leonards, die 2015 ihren Meisterbrief erhielt. „Daraufhin bin ich mit dem Pferd durch die Stallgasse rauf und runter geritten, bis das Problem gelöst war.“ Die Ausbilderin griff hier zu einem optischen Trick. Die lange schlauchförmige Stallgasse hat dem Pferd Orientierung gegeben.

Nicht nur jungen Pferden muss die Pferdewirtin auf die richtige Bahn helfen, auch die Ausbildung sogenannter Korrekturpferde werden ihr in die Hände gelegt. Das sind ältere Pferde, die keine professionelle Ausbildung genossen haben. An einen besonderen Fall kann sie sich gut erinnern: Immer wieder buckelte das widerspenstige Tier Cornelia Leonard aus dem Sattel. Und immer wieder stieg sie auf.

„Zwischendurch war es wirklich frustrierend und ich hatte Zweifel, ob das die richtige Entscheidung war“, sagt Leonards rückblickend. Doch irgendwann gab die Stute auf und zeigte weniger Durchhaltevermögen als ihre Reiterin. „Man muss sich durchsetzen und dem Pferd zeigen, dass man den längeren Atem hat. Am Ende war es erfolgreich und das zählt.“

Jedes Pferd hat unterschiedliche Schwächen und Stärken. Im Alter von drei bis vier Jahren zeigt sich, ob ein Pferd in der Dressur oder beim Springen auf Turnieren Erfolg haben wird. Beim Sprungtraining lernt das Pferd zunächst im Schritt und ohne Reiter, was ein Hindernis ist. Die Pferdeausbilderin legt zu Beginn nur eine Stange auf die Erde und erhöht dann die Sprünge langsam. In der Ausbildung mit Reiter ist es notwendig, dem Pferd zu helfen, indem man mit der Stimme und den Schenkeln das Tier treibt und ihm Mut macht.

Egal ob eine Trainingsstunde schlecht oder gut läuft, wichtig bleibe, das Pferd als seinen Freund zu sehen, sagte Leonards.

Die Reitausbilderin konnte sich nie etwas anderes für ihre Zukunft vorstellen, als das Leben mit Pferden. Konzentriert reitet sie Leandra in Zirkeln und Achten durch die Halle. Mal im Trab und im Galopp fliegen die beiden im Einklang. Hinter soviel Eleganz und Leichtigkeit steckt viel Arbeit und Leidenschaft. Den Traum von der bronzenen und silbernen Stensbeck-Plakette hat sie sich erfüllt.

Man könnte meinen es fehle in dieser Folge nur noch eines: „Die goldene Stensbeck-Plakette ist wie ein Ehrenpreis für Trainer, die über viele Jahre große Erfolge in der Pferdeausbildung erzielt haben“, erklärt die bodenständige 29-Jährige. Was noch nicht ist, kann ja noch werden. Stattdessen stehen ihr noch eine Ausbildung zur Diplom Reitlehrerin und viele Stunden mit ihren Pferden bevor.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert