Regionaler Schulterschluss soll Abfahrt Weisweiler erhalten

Von: Patrick Nowicki
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Sie soll nach dem Willen zahlreicher Akteure in der Städteregion und im Kreis Düren bestehen bleiben: die Anschlussstelle Weisweiler. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Mit einem großen regionalen Schulterschluss will man den Autobahnanschluss Weisweiler erhalten. Die Pläne sehen bisher vor, dass er wegfallen soll, wenn die Anschlussstelle Luchem freigegeben wird.

Der Landesbetrieb Straßen NRW geht davon aus, dass die Arbeiten in der Nähe des Ortes Lucherberg, wenige Kilometer hinter Weisweiler, noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Allerdings hat der Landesbetrieb noch keinen konkreten Auftrag erhalten, den Autobahnanschluss Weisweiler zurückzubauen.

Im Indener und Eschweiler Rathaus will man nicht warten, bis das Bundesverkehrsministerium Fakten schafft. In einem Schreiben an den Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt setzen sich die beiden Bürgermeister Rudi Bertram (Eschweiler) und Ulrich Schuster (Inden) für den Erhalt ein. Ihre Hauptargumente: Der Erfolg des neuen interkommunalen Gewerbegebietes ist eng verknüpft mit der Anbindung an die Autobahn. Zudem gehen beide Verwaltungschefs davon aus, dass die Bedeutung der Anschlussstelle Weisweiler wächst, wenn der Indesee angelegt wird.

Hinter dem Wunsch steht ein regionaler Schulterschluss, denn der Brief an Dobrindt wurde auch vom Städteregionsrat Helmut Etschenberg, vom Dürener Landrat Wolfgang Spelthahn, vom Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Indeland GmbH, Jens Bröker, und von Dr. Lars Kulik, Leiter der Braunkohlenplanung und Genehmigung der RWE Power AG, unterzeichnet. Eine Antwort aus Berlin liegt noch nicht vor. Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram ist vom Erfolg der Initiative überzeugt: „Im Gegensatz zum Rückbau kostet der Erhalt der Anschlussstelle kein Geld.“

Die Pläne, die Weisweiler Abfahrten aufzugeben, stammen aus dem Jahr 1996. Eine Arbeitsgruppe entwickelte damals ein Konzept, die überregionalen Verkehrsströme zu leiten. Zu den Ergebnissen zählte auch der Bau der Anschlussstelle Eschweiler-Ost, die auf die Landesstraße 11 mündet. Auch der Anschluss Luchem wurde vor fast 20 Jahren avisiert. Im Gegenzug sollte Weisweiler gestrichen werden, wenn die Straße nach Langerwehe gebaut ist. „Dies war damals eine richtige Entscheidung, heute stellt sich die Sachlage allerdings anders dar“, ist Bertram überzeugt.

Sowohl die Stadt Eschweiler als auch die Gemeinde Inden bereiten sich auf die Zeit nach dem Braunkohletagebau und dem Kraftwerk Weisweiler vor. Das interkommunale Gewerbegebiet soll neue Arbeitsplätze schaffen. „Wie in Gesprächen mit potenziellen Investoren immer wieder betont wurde, ist für dieses neue Gewerbegebiet, das mit Sicherheit überregionale Strahlwirkung entfalten wird, die Nähe zur bestehenden Anschlussstelle ein wesentlicher Faktor, wenn nicht gar Voraussetzung für eine Ansiedlung“, heißt es in dem Schreiben ans Bundesverkehrsministerium. Das 31 Hektar große Areal hinter dem Kraftwerk birgt in den Augen Bertrams viele Vorteile: Dort können auch Industriebetriebe mit Schichtdienst ansiedeln. Die entsprechenden Voraussetzungen in den Regionalplänen und im Bebauungsplan sind bereits geschaffen worden. Vom Antrag eines Investors bis zur Baugenehmigung würde also wenig Zeit vergehen.

69300 Fahrzeuge

Die Autobahn 4 zwischen dem Autobahnkreuz Aachen und dem Kreuz Kerpen ist eine der meist befahrenen Straßen in der Region. Bei den jüngsten Verkehrszählungen im Jahr 2010 wurden zwischen dem Kreuz Aachen und der Anschlussstelle Eschweiler-West 69300 Fahrzeuge gezählt. 16,2 Prozent davon war Schwerlastverkehr.

Das Verkehrsministerium in Berlin hat das Schreiben vom 6. Februar noch nicht erwidert. Auch eine Anfrage unserer Zeitung blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

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