Realschule Patternhof: Von Haydn über Bach und Puccini bis zu Queen

Von: jlm
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„Musik macht Spaß“, hieß es in der Aula der Realschule Patternhof. Die vielen Musiker begeisterten die Zuschauer. Foto: Julia Meuser

Eschweiler. „Manchmal hat man auch im Leben nur eine Chance. Das ist traurig, aber wahr“, erklärte Tomoko Yoneyama, Dozentin für Piano und Konzertpianistin. Und auch das könne man bei solch einem Konzert lernen – trotz Nervosität die nötige Konzentration und Ruhe finden und den Auftritt meistern.

Allgemein solle man sich immer Zeit für die Musik nehmen, da sie einen das ganze Leben begleite und helfen könne. Und das Wichtigste überhaupt am Musizieren sei: die Freude. Deshalb hatte sie nun auch gemeinsam mit dem Verein Kulturinitiative ein besonderes Konzert auf die Beine gestellt. Unter dem Motto „Musik macht Spaß“ hieß es am Sonntagnachmittag in der Realschule Patternhof: „Junge Solisten stellen sich vor“.

Die Dozenten Sylvia Kottke (Gesang) aus Belgien, Johannes Flamm (Saxofon) aus Aachen, Myriam Audin (Geige) und Gunhild Starosta (Querflöte), beide von der Eschweiler Musikschule, hatten hierfür mit ihren Schülern ganz besondere Werke eingeübt. Den Anfang machte der Jüngste: Tobias Koch spielte am Klavier Johann Sebastian Bachs „Praeludium C-Dur und Christian Petzolds Minuet g-Moll BWV 115“.

Doch in seinen jungen Jahren spielt er nicht „nur“ Klavier, sondern auch Saxofon und Schlagzeug und singt zusätzlich im Domchor Aachen. Zur Musik kam er wegen seines vier Jahre älteren Bruders Ben, welcher ebenfalls an diesem Nachmittag am Klavier begeisterte. Und wie sein Bruder gibt auch Ben sich mit nur einem Instrument nicht zufrieden: Er spielt Posaune, sowie in der Big Band der Schule und singt im Chor. Beide Brüder besuchen das Einhard-Gymnasium in Aachen und nehmen dort ebenfalls das Angebot an, eine Streicher- beziehungsweise Bläserklasse zu besuchen.

An der Trompete ging es im Anschluss weiter im Programm. Jan Andres, 16 Jahre alt, interpretierte Johann Nepomuk Hummels „Konzert für Trompete“ und das „Orchester Es-Dur“. Mit fünf Jahren entdeckte er bereits seine Liebe zur Musik, spielt ebenfalls Klavier und am liebsten Klassik und Barock. Im vergangenen Jahr belegte er sogar den 1. Platz bei „Jugend musiziert“.

Ein Wettbewerb, der auch seiner Nachfolgerin auf der Musikbühne bekannt ist. Annika Jeli, 13 Jahre jung, erreichte 2014 den 2. Platz, und ließ in der Realschule Nachmittag ihre Finger zu Wolfgang Amadeus Mozarts „Sonate KV 331 Rondo Alla Turca“ über die Klaviertasten fliegen. Seit acht Jahren spiele sie bereits Klavier und sei immer noch sehr aufgeregt, was sie nicht darin hinderte, auch ihren Auftritt in der Realschule mit Bravour zu meistern, verriet die Moderatorin.

Heinz Ries (Bass), mit 69 Jahren der älteste Musiker an diesem Nachmittag, begeisterte dann nur mit seiner Stimme und seiner Interpretation von Carl Loewes „Die Uhr“. Vanessa Havenith (Sopran) erntete indes schallenden Applaus für Felix Mendelssohns „Andres Maienlied“. Am Saxofon ging es dann weiter: Daniel Imiela, David Bartusel, Benjamin Jung und Johannes Flamm spielten gemeinsam Alfred Desenclos „Saxofon Quartett Allegro“.

Joshua Behrens, 15 Jahre alt, spielt Gitarre, seit einem Jahr Klavier und möchte sich demnächst auch an den Kontrabass wagen, meisterte seinen Auftritt am Klavier aber schon wie einer der ganz Großen. Er interpretierte Alexandre Desplats „The Imitation Game” und Joseph Kosmas „Les feuilles mortes“. Mit „Bohemian Rhapsody” von Queen und Heiner Wilbernys „Here comes Julian“, interpretiert von Anna Gohmann (Klavier), Benjamin Gohmann, Uwe Gohmann, Benjamin Jung und Johannes Flamm (Saxofon), endete die erste Hälfte des Programms.

Und bunt sollte es weiter gehen. Jan Andres spielte sein zweites Stück auf der Trompete, „Ave Maria“ von Bach/Gounod, und wurde hierbei von seiner Schwester Laura auf dem Klavier begleitet. Im Alter von sieben Jahren habe sie mit Blockflöte angefangen, sei dann 2009 zum Saxofon gewechselt und spiele nun seit gut einem Jahr Klavier, da sie sich beim vorigen Konzert ihres Bruders gedacht habe: „Das nächste Mal will ich ihn begleiten.“

Klassisch ging es dann auch weiter im Programm: Ben Koch interpretierte Joseph Haydns „Sonate C-Dur Hob.XVI:35”, sowie John Williams „Star Wars“ und Claude Debussys „Le Petit Nègre“, bevor dann erneut der Gesang in den Vordergrund trat: Heinz Ries (Bass) sang Gioachino Rossinis „La calunia“ und Vanessa Havenith (Sopran) Rossinis „Una voce poco fa“. Beide Werke entstammen der Oper „Il barbiere di Seviglia“. Jan Umlauft spielte als einziger Künstler an diesem Tag auf dem Bariton, genauer Wolfgang Amadeus Mozarts „Se vuoi ballare“ aus der Oper „Le nozze di Figaro“ und Leonard Bernsteins „Tonight“ aus dem Musical „Westside Story“.

Und auch Jeanne Jansen (Sopran), 16 Jahre alt, ging unter die Opernsänger und begeisterte mit Giacomo Puccinis „O mio babbino caro“ aus der Oper „Gianni Schicchi“ und Frederick Loewes „I could have danced all night“ aus dem Musical „My fair lady“. Sie spielt Klavier, hat einmal die Woche Querflötenunterricht und zweimal im Monat Unterricht im klassischen Gesang und singt zusätzlich noch im Schulchor des Städtischen Gymnasiums.

Wie sie das alles auch neben der Schule unter einen Hut bekomme? Die Musik sei ihr Hobby, erklärt sie und sprach damit vielen ihrer Mitmusikern aus der Seele. Damit sei nicht unglaublich viel Arbeit verbunden, im Gegenteil: „Es macht einfach Spaß.“

Anastasia Zuzek, 13 Jahre jung, spielte als einzige auf der Violine, genauer Oskar Riedings „Konzert h-Moll Op.35“. Als sie damals ein Konzert von David Garret im Fernsehen gesehen habe, habe sie sich kurzerhand gedacht: „Das kann ich auch.“ Nun spiele sie bereits seit zweieinhalb Jahren klassische Musik.

Zum Schluss interpretierten Jennifer Jung, Christina Graaf, Teresa Brückner, Birgit Breckheimer und Gunild Starosta auf der Querflöte John Menz „Dixieland Blues“ und Leslie Searles „Whisper in the Dark“.

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