Realschule: Im Lernbüro hilft einer dem anderen auf die Sprünge

Von: nai
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Mit Kindern im Lernbüro. Links Brigitte Vonken-Möller, rechts Michaela Silbernagel. Foto: Naima Wolfsperger

Eschweiler. Wenn Inklusion funktioniert, dann kann sie Vorteile für alle haben. In der Realschule Patternhof haben die Lehrer von der individuellen Lernweise von Förderschülern gelernt und festgestellt, dass auch die anderen Schüler von diesen Erkenntnissen profitieren können.

Brigitte Vonken-Möller ist Sonderschullehrerin und arbeitet an der Realschule. Sie ist auf die Idee mit dem Lernbüro gekommen – einem Ort, an dem Schüler, die in bestimmten Fächern Schwierigkeiten haben, lernen, selbstständig zu lernen.

Das Lernbüro gibt es seit Beginn des Schuljahres 2016/17 und ist von der dritten bis zur fünften Stunde geöffnet. Die Schüler haben in dem Raum die Möglichkeit sich in Kleingruppen oder alleine mit ihren Problemfächern auseinanderzusetzen. „Natürlich ist immer ein Lehrer dabei, aber nur unterstützend“, sagt Vonken-Möller. Die Schüler würden sich meist untereinander helfen. Wer gut ist in Mathe, kann seinem Nachbarn den Rechenweg erklären und bekommt dafür wiederum Hilfe in einem anderen Fach.

Etwa 30 Kinder nehmen derzeit das Lernbüro in Anspruch. Jeder von ihnen hat seinen eigenen Ordner, in dem Arbeitsmaterialien abgeheftet sind. Alles wird dokumentiert: „Die Schüler stecken sich zu Wochenbeginn ein Ziel. Dann halten sie fest, wie weit sie gekommen sind“, erklärt Vonken-Möller. Die Dokumentation hilft auch bei Elterngesprächen, mit ihnen können Fortschritte und bestehende Schwächen konkret besprochen werden. Die Kinder erarbeiten sich ihre Wochenziele in Lerneinheiten. Haben sie ein Thema, nach eigenem Empfinden, ausreichend bearbeitet, legen sie darin eine Prüfung ab. „Um zu sehen, wie gut sie es verstanden haben.“

„Wir wollen damit vor allem das selbstständige Lernen fördern“, sagt Schulleiterin Michaela Silbernagel. Sie ist froh über den Raum, der in etwa so eingerichtet ist wie eine Bücherei. Das eine Regal bietet Mathe-Lernhilfen, das andere Bücher für Deutsch, das nächste für Englisch. Am beliebtesten ist der Gruppentisch direkt vor dem Pult. Obwohl die Schüler sitzen dürfen, wo sie möchten, „sammeln sich meistens alle hier“, sagt Vonken-Möller.

Erste Erfolge seien schon deutlich sichtbar, sagt Vonken Möller. „Die Schüler fühlen sich hier ernst genommen und respektieren meist auch die Regeln, die für das Lernbüro gelten.“ Still muss es natürlich sein, wenn die Mitschüler arbeiten wollen. Einer der größten Vorteile sei, „dass die Kinder hier weder über- noch unterfordert sind. Sie arbeiten in ihrem eigenen Tempo.“

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