Realschulabschluss: Statt Jubelarien auch einige Misstöne

Von: kaba
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Bei der Zeugnisübergabe gab es für drei Absolventen der Realschule Patternhof noch eine extra Auszeichnung: eine Urkunde und einen Bildband von Annelene Adophs (links) vom Europaverein. Foto: Katja Bach

Eschweiler. Es war für sie der letzte Schultag, der seinen Höhepunkt in der Übergabe der Abschlusszeugnisse fand. Zurecht gemacht und auch ein wenig aufgeregt, machten sich die 155 Zehntklässler auf den Weg zur Abschlussfeier in die Festhalle Weisweiler. Doch diese sollte dieses Mal kein buntes, musikalisches Bühnenprogramm, wie sonst üblich, enthalten.

Schon in der Eröffnungsrede des stellvertretenden Schulleiters Günther Busch wurde deutlich, dass es in den vergangenen Wochen Unstimmigkeiten gegeben hatte, die nun zu einem schlichteren Rahmen führten. „Leider wurden beim Abschlussgag tolerable Grenzen deutlich überschritten, sodass die Lehrerschaft und die Schulleitung sich geschlossen für ein schlichteres Programm ausgesprochen haben“, erklärte er mit Bedauern. Und so kam es, dass lediglich einige Reden gehalten und Glückwünsche ausgesprochen wurden, bevor es dann zur Zeugnisübergabe kam.

Verantwortung

Schulleiterin Michaela Silbernagel griff in ihrer Rede das Motto des Jahrgangs, „Endlich frei!“, auf und erinnerte daran, dass Freiheit eng mit Verantwortung einher geht und dass es gilt, diese neue Freiheit zu lernen. Die Abschiedsworte der Schülersprecherin lösten großen Applaus aus, denn sie schien den Jugendlichen aus der Seele zu sprechen.

Auch sie entschuldigte sich noch einmal für die Vorkommnisse in der Abschlusswoche und bedankte sich im Anschluss bei den Lehrern und Eltern, die den Schülern ein ums andere Mal mit Geduld und Verständnis begegnet sind und sie auf dem Weg zur Mittleren Reife begleitet haben. Erfreulich sei in diesem Jahr, das von 155 Schülern 90 die Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe erreichten und manche von ihnen bald ihr Abitur machen würden.

Ausgeteilt wurden die Zeugnisse von den Klassenlehrern Yener Kisin (10a), Marion Weber (10b), Gerd Reimringer (10c), Gerti Von der Heiden (10d), Brigitte Hody-Meyer (10e) und Ulla Kather (10f), die die Schüler einzeln nach vorne riefen. Frau Hody-Meyer erhielt im Gegenzug von jedem Schüler eine Rose.

Unter tosendem Applaus der Mitschüler holten sich alle Absolventen ihr Zeugnis ab. Hier und da konnte man die Freude über so manche Note sehen. Nach der Zeugnisübergabe wurden noch die Klassenbesten auf die Bühne gebeten, um sich ein kleines Präsent abzuholen. Aus der 10a war dies Nina Gauer, für die 10b kam Anna-Maria Giernich nach vorne und für die 10c Judith Merk.

In der 10d war Lynn Huppertz die Beste und in der 10e Eva-Maria Clemens. Schließlich kam auch Melina Weiergans nach vorne, die Klassenbeste der 10f geworden war. Eine weitere Auszeichnung gab es für politisch engagierte Schüler. Die Schule arbeitet seit Jahren mit Annelene Adolphs und Peter Schöner vom Europaverein zusammen, und dieser überreichte am Tag der Abschlussfeier Lara Kasper, Niklas Breiden sowie Nina Gauer eine Urkunde sowie einen Europabildband.

Geteilte Meinungen

Die Gäste waren geteilter Meinung, ob der gewählte Rahmen nun den Vorkommnissen entsprechend angemessen war. Natürlich sei es für die Schüler der letzte Tag in ihrem Schulleben und sie dürfen stolz auf ihre Leistungen sein, und ja, es seien gewiss nicht alle für die letztlich angespannte Atmosphäre verantwortlich. Verständlich ist sicherlich auch der Ärger mancher Eltern.

Viele Eltern allerdings zeigten, ebenso wie die Schulpflegschaftsvorsitzende Inke Ahns in ihrer Rede, Verständnis und Solidarität dafür, dass die Lehrerschaft mit einer Abschlussfeier in nüchterner Version ein Zeichen setzen wollte, um deutlich zu machen: Jedes Handeln habe Konsequenzen und die eigene Freiheit, die ja das selbstgewählte Motto der Stufe war, ende dort, wo sie die Grenzen der anderen berühre. Das gelte es, so sieht es auch Schulleiterin Silbernagel, zu lernen und manchmal brauche es dazu auch konsequente Maßnahmen, die sicherlich nicht leicht fielen.

So endete die Zusammenkunft und die Schüler und ihre Familien strebten den privaten Abschlussfeiern entgegen.

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